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07.02.2008

UPDATE: Infineon-Aktie bricht nach Quartalsausweis ein

(NEU: Details, Aktienkursverlauf) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Details, Aktienkursverlauf) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

NEUBIBERG (Dow Jones)--Die Infineon Technologies AG hat im ersten Quartal belastet von Verlusten ihrer Speicherchiptochter Qimonda auf Konzernebene einen Verlust von 396 Mio EUR verzeichnet. Im operativen Geschäft ohne Qimonda erwirtschaftete der Neubiberger DAX-Konzern aber einen Gewinn. Für die besonders im Blickpunkt von Anlegern und Analysten stehende COM-Sparte revidierte Infineon die Prognose und erwartet hier nun einen Verlust statt des ursprünglich in Aussicht gestellten positiven EBIT.

Die Infineon-Aktie reagierte in einem schwachen Gesamtmarkt mit einem deutlichen Kursabschlag auf die vorgelegten Erstquartalszahlen und den revidierten Ausblick. Um 9.10 Uhr notierte das Papier mit 9,5% im Minus bei 6,07 EUR und war damit schwächster Wert im DAX. Der Markt sei offensichtlich "long" in die Zahlen gegangen, nun flögen Bestände heraus, heißt es. Sollte der Unterstützungsbereich um 6 EUR nicht halten, weite sich das Abwärtspotenzial aus.

Ein Analyst erkennt in einer ersten Einschätzung zwar insgesamt eine Verbesserung der Geschäftsentwicklung, aber kaum Aussicht auf ein Breakeven in der Kommunikationssparte (COM) noch in diesem Jahr. "Und auf ein Breakeven könnten viele Marktteilnehmer gesetzt haben", sagte der Analyst im Gespräch mit Dow Jones Newswires.

Im Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2007/08 verzeichnete Infineon im Kerngeschäft mit Logikchips ohne die Speicherchiptochter Qimonda einen operativen Gewinn von 65 Mio EUR. Im Vorquartal hatte das Unternehmen hier noch einen operativen Fehlbetrag von 25 Mio EUR und im Vorjahreszeitraum einen EBIT-Verlust von 9 Mio EUR erwirtschaftet. Der Umsatz belief sich ohne Qimonda auf 1,09 (Vorjahr 0,958) Mrd EUR.

Auf Konzernebene verhagelten die schwachen Zahlen der Tochter Qimonda wie erwartet die Ergebnisse. Der Speicherchiphersteller hatte bereits vor zwei Wochen in Folge eines größer als erwarteten Preisverfalls bei DRAM-Chips tiefrote Zahlen vorgelegt. Bei einem Umsatz von 513 Mio EUR fiel ein Verlust von 598 Mio EUR an.

Entsprechend fiel der Infineon-Konzernumsatz inklusive Qimonda auf 1,603 Mrd von 1,838 Mrd EUR im Vorquartal und 2,131 Mrd EUR im Vorjahreszeitraum. Auf der Ergebnisseite verzeichnete Infineon auf Konzernebene einen Verlust von 396 Mio EUR, was einem verwässerten Ergebnis je Aktie von minus 0,53 EUR entspricht. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel mit einem Konzernumsatz von 1,633 Mrd EUR und einem Nettoverlust von 445 Mio EUR gerechnet.

Im Kerngeschäft mit den Logikchips zeigte sich im Berichtszeitraum ein unterschiedliches Bild. Während der Umsatz bei Automotive, Industrial & Multimarkets (AIM) erwartungsgemäß im Vergleich zum Vorquartal zurückging, legten die Erlöse in der Kommunikationssparte (COM) deutlich zu. Vor Sondereffekten erreichte die COM-Sparte dabei wie angekündigt den Break-Even.

Nachhaltige Gewinne sind hier allerdings zumindest im laufenden Geschäftsjahr offenbar nicht zu erwarten. Infineon revidierte ihren Ausblick für die COM-Sparte und rechnet nun im Geschäftsjahr 2007/08 mit einem operativen Verlust. Zuvor hatte das Unternehmen hier noch ein positives EBIT in Aussicht gestellt.

Im laufenden zweiten Quartal soll der Umsatz im Segment Communication Solutions (COM) gegenüber dem Vorquartal um etwa 15% sinken und das EBIT für dieses Segment ohne Berücksichtigung von Sondereffekten bei etwa minus 30 Mio EUR liegen. Grund für den erwarteten Umsatzrückgang im laufenden Quartal seien "die saison-bedingte Schwäche im Mobilfunkgeschäft, aber auch durch geringer als erwartet ausfallende Volumina einiger Projekte im Bereich Mobilfunk-Plattformen".

Ab dem dritten Quartal soll der Umsatz der Kommunikationssparte dann wieder steigen. Für das Gesamtjahr bezifferte der Halbleiterhersteller das erwartete Umsatzplus auf 25% bis 30%. Das Segment-EBIT werde dabei aber voraussichtlich negativ ausfallen und "eine negative EBIT-Marge im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zur Folge haben". Dabei sind Netto-Sondereffekte und Abschreibungen von etwa 25 Mio EUR nicht enthalten. Auch die vorherige Prognose für ein positives EBIT verstand sich ohne Sondereffekte.

Der COM-Bereich und insbesondere das Geschäft mit drahtlosen Kommunikationslösungen steht besonders im Blickpunkt der Analysten. Hier hatte Infineon für das abgelaufene erste Quartal den Break-Even vor Sonderposten angekündigt und diesen nun sowohl im Wireless- als auch gesamten COM-Geschäft erreicht. Analysten hatten im Vorfeld wiederholt darauf verwiesen, dass ein entscheidendes Kriterium für Infineon sei, wie nachhaltig im Wireless- bzw. Com-Bereich Gewinne erwirtschaftet werden können.

Für den nach Umsatz deutlich größeren Bereich Automotive, Industrial & Multimarket (AIM) bekräftigte der Halbleiterhersteller am Berichtstag seine Prognosen. So wird im Gesamtjahr mit einem leichten Umsatz- und EBIT-Rückgang im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. Für Infineon ohne Qimonda stellte das Unternehmen für das Gesamtjahr beim Umsatz ein Plus im oberen einstelligen Prozentbereich und eine EBIT-Marge im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht.

Webseite: http://www.infineon.com -Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/brb

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