Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.07.2008

UPDATE: Infineon kündigt umfassenden Stellenabbau an

(NEU: Details, Hintergründe)

(NEU: Details, Hintergründe)

Von Alexander Becker

DOW JONES NEWSWIRES

NEUBIBERG (Dow Jones)--Die Infineon Technologies AG hat angesichts der anhaltend schwierigen Marktbedingungen einen umfassenden Stellenabbau angekündigt. Der Abbau von rund 10% der Infineon-Stellen soll helfen, die zuletzt enttäuschenden Margen zu verbessern. Im abgelaufenen dritten Quartal zeigte sich das Geschäft des Halbleiterkonzerns zwar operativ besser als von Analysten erwartet, allerdings sorgte die Speicherchiptochter Qimonda erneut für einen hohen Konzernverlust.

Infineon konkretisierte am Freitag mit der Vorlage der Drittquartalszahlen ihre Pläne für das Sparprogramm IFX 10+. "Ausgehend vom dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 bis zum vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 erwartet Infineon aus der Umsetzung IFX10+ jährliche Einsparungen in Höhe von mehr als 200 Mio EUR". Bislang hatte das Unternehmen nur einen dreistelligen Mio-EUR-Betrag als Größenordnung genannt.

Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen will Infineon auch Arbeitsplätze abbauen. Insgesamt sollen rund 3.000 der 30.000 Infineon-Stellen wegfallen. "Die Risiken der aktuellen Marktbedingungen, die nachteilige Wechselkursentwicklung und die Anforderungen der Reorganisation an das Unternehmen machen einen Personalabbau unvermeidlich", so das Unternehmen. Infineon müsse ihre Größe den heutigen Marktbedingungen anpassen.

Der Stellenabbau betreffe "alle Standorte, Funktionen und Hierarchieebenen". In dem nun angekündigten Stellenabbau seien die rund 650 Stellen in Dresden enthalten, deren Streichung das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr angekündigt hatte, sagte ein Infineon-Sprecher auf Nachfrage. Infineon hatte IFX 10+ im Mai angekündigt, als der Halbleiterhersteller mit einer Gewinnwarnung für das COM-Geschäft die Anleger zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate enttäuscht hatte.

Das Programm setzt auf drei Kernpunkte. Die angestrebte Margenverbesserung soll durch ein "konsequentes Portfoliomanagement", "eine stärkere Senkung der Herstellkosten" sowie "eine Effizienzsteigerung der Organisation" erreicht werden.

Im abgelaufenen dritten Quartal zeigte sich zumindest das operative Geschäft stärker als von Analysten erwartet. Bei einem Umsatz von 1,029 Mrd EUR sei ein EBIT von 71 Mio EUR erwirtschaftet worden. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten bei einem Umsatz von 1,011 Mrd EUR mit einem EBIT von 47 Mio EUR gerechnet.

Im dritten Quartal nahm das Unternehmen erneut eine Abschreibung auf ihren 77,5-prozentigen Anteil an Qimonda über 411 Mio EUR vor. Im Vorquartal hatte Infineon den Buchwert ihrer Qimonda-Abschreibung bereits um 1 Mrd EUR mindern müssen.

Zusammen mit dem Quartalsverlust von Qimonda ergibt die Abschreibung im dritten Quartal ein negatives Ergebnis aus dem nicht geführten Geschäft von minus 637 Mio EUR. Das Infineon-Konzernergebnis lag entsprechend bei minus 592 Mio EUR. Analysten hatten hier mit lediglich minus 271 Mio EUR gerechnet.

Im laufenden vierten Quartal rechnet Infineon zwar mit einem Umsatzplus, sieht aber keine Ergebnisverbesserung. Während der Umsatz zum Vorquartal im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen soll, werde das EBIT vor Sondereffekten "gleich bleiben oder leicht sinken". Zudem erwartet das Unternehmen im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm IFX-10+ "wesentliche Netto-Sonderaufwendungen", ohne diese jedoch näher zu beziffern.

Analysten hatten im Vorfeld der Zahlen vor allem den Ausblick von Infineon in den Blickpunkt gerückt. Nachdem das DAX-Unternehmen Ende Mai eine Gewinnwarnung für die Com-Sparte ausgegeben hatte, wollte es sich bislang nicht konkret zu einer Prognose für das Schlussquartal im Geschäftsjahr 2007/08 äußern.

Im laufenden vierten Quartal werde der Umsatz im Segment Automotive, Industrial & Multimarket (AIM) gegenüber dem Vorquartal "voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen", hieß es nun. Die EBIT-Marge werde hier ohne Berücksichtigung von Sondereffekten bei 9% bis 10% gesehen.

Im Segment Communication Solutions (Com) rechnet Infineon im Vergleich zum Vorquartal mit einem steigenden Umsatz, der im Bereich zwischen 330 Mio und 350 Mio EUR liegen werde. Infolge des Umsatzanstiegs werde sich "voraussichtlich auch das negative EBIT des Segments ohne Berücksichtigung von Sondereffekten verbessern". Eine konkrete Zahl nannte Infineon nicht.

Webseite: http://www.infineon.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/brb

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.