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06.02.2009

UPDATE: Infineon schreibt im 1. Quartal wie erwartet Verlust

(NEU: Weitere Details, Analystenkommentare, Aktienkurs)

Von Markus Klausen

DOW JONES NEWSWIRES

NEUBIBERG (Dow Jones)--Belastet vom weltweiten Wirtschaftsabschwung hat der Halbleiterkonzern Infineon im ersten Quartal wie erwartet einen operativen Verlust geschrieben. Die Schwäche des Geschäfts zog sich dabei durch alle operativen Segmente des DAX-Konzerns. Anzeichen einer Besserung sieht Infineon nicht. Im Gegenteil: Im zweiten Quartal dürften sich die Marktbedingungen noch verschlechtern. Großer Unsicherheitsfaktor ist zusätzlich die Tochter Qimonda.

Am Aktienmarkt wurde der Quartalsausweis jedoch trotz der bestehenden Unsicherheiten positiv bewertet. Das Ergebnis habe über den Erwartungen gelegen, und der Ausblick sei wie erwartet, sagten Beobachter. Zudem dürfte der Tiefpunkt beim Umsatz und Ergebnis bis März erreicht sein. Die Infineon-Aktie verteuerte sich im Mittagshandel entsprechend deutlich um knapp 9% auf 0,79 EUR EUR.

Wie das in Neubiberg bei München ansässige Unternehmen am Freitag weiter mitteilte, lag das Segmentergebnis der drei Monate Oktober bis Dezember bei minus 102 Mio EUR, nachdem Infineon im Vorquartal auf dieser Basis noch einen Gewinn von 59 Mio EUR und im Vorjahresquartal von 80 Mio EUR erzielt hatte. Der Umsatz sank auf 0,830 (Vj 1,09) Mrd EUR, nach 1,153 Mrd EUR im Vorquartal.

Von Dow Jones befragte Analysten hatten im Schnitt ein Segmentergebnis von minus 138 Mio EUR und Erlöse von 802 Mio EUR erwartet. Die Infineon Technologies AG definiert das Segmentergebnis als operatives Ergebnis exklusive außerordentlicher Posten.

Wie der DAX-Konzern weiter mitteilte, lag der Konzernfehlbetrag im ersten Quartal bei 404 Mio EUR und der Fehlbetrag je Aktie entsprechend bei 0,50 EUR. Auch beim Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten rutschte der Konzern mit einem Minus von 116 Mio EUR oder minus 0,16 EUR je Aktie tief in die Verlustzone. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte Infineon noch einen Gewinn von 48 Mio EUR erzielt.

Den Verlust aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern, grenzte der Konzern hingegen auf 288 Mio EUR von 577 Mio EUR im Vorjahreszeitraum ein. Hier buchte Infineon zum einen 93 Mio EUR für unrealisierte Währungsverluste - im Wesentlichen aus dem Verkauf des Inotera-Anteils durch Qimonda an Micron.

Zum anderen schlugen jetzt 195 Mio EUR für Rückstellungen und Wertberichtigungen nach dem Insolvenzantrag der Tochter Qimonda negativ zu Buche. Infolge des Insolvenzantrags von Qimonda könne Infineon "einer Reihe von erheblichen Verbindlichkeiten" im Zusammenhang mit dem Qimonda-Geschäft ausgesetzt sein, hieß es zur Begründung. Es gebe keine Sicherheit, dass diese Summe ausreicht, um allen Verpflichtungen nachzukommen. Möglichen Zahlungsverpflichtungen, die dem Unternehmen gegebenenfalls entstehen könnten, würden - wenn überhaupt - zum größten Teil in Zeiträumen nach dem Geschäftsjahr fällig.

"Trotz der extrem schwierigen Marktlage sind die Ergebnisse unseres ersten Quartals relativ stabil, was in erster Linie auf die sehr guten Fortschritte zurückzuführen ist, die wir mit unserem IFX10+ Programm erzielen", sagte Vorstandssprecher Peter Bauer. So seien mit dem Kostensenkungsprogramms im ersten Quartal bei den Betriebskosten im Vergleich zum Vorquartal rund 45 Mio EUR eingespart worden.

Infineon will die Kosten nun aber mit jährlich 600 Mio EUR noch stärker drücken als bislang angekündigt. Die Einsparungen sollen mit 200 Mio EUR bei den Betriebskosten und mit 400 Mio EUR bei den Fertigungskosten entstehen. Mit dem Schritt sollen unter anderem die Auswirkungen des geringeren Produktionsniveaus auf die Kosten teilweise ausgeglichen werden. Erst im Dezember hatte das Unternehmen mitgeteilt, insgesamt mindestens 250 Mio EUR jährlich einsparen zu wollen.

Für den weiteren Jahresverlauf äußerte sich Infineon zurückhaltend. Im laufenden Quartal dürften sich die Marktbedingungen laut Vorstandssprecher Bauer noch verschlechtern. Der Manager sagte: "Wir werden daher unsere Kosten und Investitionsausgaben weiter reduzieren. Wir konzentrieren uns auch weiterhin auf den Cash-Flow, unter anderem durch eine weitere Reduzierung der Lagerbestände und der Drosselung der Produktion sowie durch ein straffes Management unseres Umlaufvermögens."

Konkret erwartet Infineon im laufenden Quartal einen Rückgang des Umsatzes aus fortgeführten Aktivitäten um etwa 10% gegenüber dem ersten Quartal. Zudem rechnet der DAX-Konzern im zweiten Quartal mit einer negativen Marge, bezogen auf das Segmentergebnis in Summe, die im Rahmen eines mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereichs liegt.

Ihren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wird Infineon nicht wiederholen. Dazu sei die Visibilität des Geschäfts zu gering, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Im Dezember hatte der Chiphersteller für 2008/09 noch einen Umsatzrückgang von wenigstens 15% in Aussicht gestellt.

Am Aktienmarkt wurden die Informationen positiv gewertet. Analysten zufolge liegen die Zahlen über den Erwartungen. Infineon habe besser abgeschnitten als erwartet, kommentiert Commerzbank Corporates & Markets (CBCM) die Zahlen. Die Gesellschaft habe dabei von dem stärkeren Dollar profitiert. Die Umsatzprognose für das zweite Quartal gehe von einem Rückgang um nur 10% zum Vorquartal aus, was ebenfalls besser als erwartet sei. Zudem forciere Infineon ihre Kostensenkungen.

Auch die Analysten der LBBW hoben den positiven Effekt der starken US-Währung für den Konzern hervor. Deshalb habe Infineon einen geringeren Umsatzrückgang verzeichnet als vom Konsens erwartet. Das Segmentergebnis habe deutlich über den Erwartungen der LBBW und des Konsens gelegen. Der Ausblick sei wie von den Analsten prognostiziert sehr schwach gewesen und impliziere im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang von ca 28% gegenüber dem Vorjahr. Ein verschärfter Sparkurs dürfte helfen den Barmittelabfluss in 2009 zu begrenzen.

Günther Hollfelder, Analyst bei UniCredit, pflichtete den Kollegen bei und wertete die Quartalszahlen positiv. Umsatz und Gewinn seien besser als erwartet ausgefallen, der Abfluss von Barmitteln sei begrenzt worden und der Ausblick für das laufende Quartal mit einem Umsatzminus von 10% besser als der von Wettbewerbern. Bis März dürfte der Tiefpunkt bei Umsatz und Gewinn erreicht sein, schätzt Hollfelder.

Webseite: http://www.infineon.de - Von Markus Klausen, Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 111; markus.klausen@dowjones.com (Archibald Preuschat hat zu diesem Update

beigetragen)

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