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UPDATE: Infineon trennt sich von französischem JV Altis

30.08.2007
(NEU: Aktienkursentwicklung, Analysteneinschätzung, Details und Hintergrund)

(NEU: Aktienkursentwicklung, Analysteneinschätzung, Details und Hintergrund)

Von Alexander Becker

Dow Jones Newswires

NEUBIBERG (Dow Jones)--Die Infineon Technologies AG und die IBM Corp geben ihre Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen Altis Semiconductor an die Advanced Electronic Systems AG (AES) ab. Darüber sei ein grundsätzliches Übereinkommen unterzeichnet worden, teilte der in Neubiberg ansässige DAX-Konzern am Donnerstag mit. Einzelheiten der Vereinbarung, die noch der Zustimmung durch staatliche Aufsichts- und Kontrollbehörden bedarf und dem Betriebsrat vorgelegt werden muss, wurden nicht bekannt gegeben. Altis Semiconductor hat seinen Sitz im französischen Corbeil-Essonnes.

Zuvor hatte Dow Jones Newswires bereits von einer mit der Situation vertrauten Person erfahren, dass Infineon die Trennung von dem gemeinsam mit dem US-Computerkonzern IBM betriebene Joint Venture vorantreibt und diese noch im laufenden Jahr erfolgen soll. Wie das Unternehmen später bestätigte, soll der Verkauf im vierten Quartal des laufenden Kalenderjahres abgeschlossen werden.

Altis Semiconductors ist seit 1999 ein 50:50 Joint Venture zwischen Infineon und IBM, dass von Infineon operativ betrieben wird. Altis fertigt in erster Linie Halbleiterkomponenten für Kommunikations-, Automobil- und Sicherheitsapplikationen auf der Basis von 250- bis 130-Nanometer-Technologien.

Am Finanzmarkt stieß die geplante Trennung auf positive Reaktionen. Nach Bekanntwerden der bevorstehenden Trennung von Altis legte die Infineon-Aktie in der Spitze um mehr als 2% zu. Das Papier beendete den Handel mit einem Plus von 2,9% bei 11,01 EUR und war damit zweitgrößter Gewinner im DAX der 1,1% höher schloss.

"Eine baldige Lösung für Altis Semiconductor wäre positiv für Infineon", sagt ein Analyst. Altis sei durch fortlaufende Restrukturierungen gekennzeichnet gewesen und habe eher eine Belastung für Infineon dargestellt, so der Analyst. Allerdings sei die Bedeutung der Transaktion begrenzt.

Der Verkauf sei ein weiterer Schritt der Strategie, sich auf die zwei Kernbereiche Com und AIM zu konzentrieren. Zudem folge dies auch der Strategie ("Fab light"), nach der in bestimmten Technologien keine eigenen Fertigungen genutzt werden sollen, sagte ein Infineon-Sprecher auf Nachfrage. So will das Unternehmen vor allem im 90 Nanometer-Bereich und kleiner, keine neuen Fertigungen bauen.

Die Advanced Electronic Systems AG mit Sitz in Zürich ist eine Tochtergesellschaft der russischen Holding Global Information Services (GIS). Es sei vereinbart worden, dass AES von Infineon und IBM das Anteilskapital inklusive des Immobilienbesitzes und technologischer Vermögensgegenstände übernimmt. AES habe zudem zugestimmt das Niveau der industriellen Aktivitäten beizubehalten.

Infineon und IBM haben sich Wiederrum dazu bereit erklärt, Kernproduktionsprozesse für die Nutzung in dem Altis-Werk in Essones zu lizenzieren. AES will in dem Werk europäische und russische Produkte herstellen. Zudem will AES in Essones ein Halbleiter-Design-Center eröffnen. Wie der Infineon-Sprecher weiter sagte, sollen Liefervereinbarungen mit AES geschlossen werden, nach denen AES Infineon künftig mit Chips beliefern wird.

Angesichts der schwachen Wettbewerbsfähigkeit und geringen Auslastung des Werks müsste Infineon spätestens 2009 entscheiden, ob es den Anteil von IBM übernimmt oder das Werk in Essones schließt, hatte Dow Jones Newswires zuvor von der Person erfahren. Infineon hatte in der Vergangenheit wiederholt mitgeteilt, bis 2009 eine Lösung für Essonnes finden zu wollen.

Altis hatte zuletzt wiederholt Stellen abgebaut, um die Effizienz des Werkes zu erhöhen. Im Juli 2006 hatte Altis einen Restrukturierungsplan angekündigt, der unter andrem die Streichung von 323 Stellen oder 16% der damaligen Belegschaft umfasste. Im Dezember 2006 kündigte Infineon dann an, dass im laufenden Geschäftsjahr 2006/07 rund 450 Jobs in der Chip-Produktion in Essonnes abzubauen. Derzeit arbeiten laut Infineon rund 1.700 Mitarbeiter in Essonnes.

Webseite: http://www.infineon.com

http://www.altissemiconductor.com

- Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 - 5521 4030

industry.de@dowjones.com

DJG/abe/cbr

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