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08.07.2009

UPDATE: Infineon verkauft Wireline Communications an US-Investor

(NEU: Details, Analyst)

(NEU: Details, Analyst)

Von Matthias Karpstein DOW JONES NEWSWIRES

NEUBIBERG (Dow Jones)--Der Chiphersteller Infineon verkauft sein Segment Wireline Communications (WLC) für 250 Mio EUR an den US-Investor Golden Gate Capital. Wie das TecDAX-Unternehmen am späten Dienstag mitteilte, wird die Transaktion über eine Tochtergesellschaft von Golden Gate Capital realisiert. Die Verträge sind am Dienstag unterzeichnet worden. Im Herbst 2009 soll die Ausgliederung vollzogen werden.

Der Abschluss der Transaktion werde zu einer deutlichen Verbesserung der Finanzsituation führen, hieß es von der Infineon Technologies A, Neubiberg. Künftig will sich der Konzern auf vier Segmente konzentrieren: Automotive (ATV), Industrial & Multimarket (IMM), Chipcard & Security (CCS) und Wireless Solutions (WLS).

Damit könne Infineon ihre Ressourcen stärker auf weiteres Wachstum und ihre Führungsrolle in diesen vier Marktsegmenten konzentrieren, erklärte das Unternehmen.

Mit seiner Sparte Wireline Communications machte der Halbleiterhersteller im zweiten Quartal 79 Mio EUR Umsatz, nach 105 Mio EUR im Vorjahresquartal. Damit erzielte Infineon in der nun verkauften Sparte rund 10,6% ihres Gesamtumsatzes von 747 Mio EUR.

Das Segmentergebnis der Wireline Communications belief sich im zweiten Quartal 2009 auf 1 Mio EUR, im ersten Halbjahr des gebrochenen Geschäftsjahres (30.9.) auf 3 Mio EUR. Die restlichen Segmente schrieben jeweils Verluste.

Allerdings leidet der Geschäftsbereich Wireline Communications derzeit unter den schwierigen Marktbedingungen bei Chips für DSL-Modems und andere Technologien für das drahtlose Internet. Daher zählt das Segment nicht zu den Wachstumstreibern bei Infineon.

Analyst Peter Middleton beim Marktforschungsunternehmen Gartner sagte, die Wachstumsraten im Bereich Breitbandtechnologie verlangsamten sich. Dennoch bleibe es ein solides Geschäft mit Wachstumsmöglichkeiten etwa in China und Indien. Middleton wies darauf hin, dass Infineon mit seinem Wireline-Geschäft mehrere Jahre der Konsolidierung überlebt hat.

"Die Tatsache, dass sie einer der Überlebenden des DSL-Marktes sind, bezeugt ihren Erfolg", sagte Middleton. Der Markt sei schwierig gewesen, und Infineon habe dennoch durchgehalten.

Nach dem Verkauf an Golden Gate Capital sollen alle Produkte, Standorte und Entwicklungsprojekte durch die neue Gesellschaft fortgeführt werden, hieß es von Infineon. Rund 800 Patentfamilien werden übertragen.

Die Arbeitsverhältnisse der rund 600 WLC-Mitarbeiter werden in die neue Gesellschaft überführt. Darüber hinaus sollen rund 300 Mitarbeiter aus den zentralen Fachabteilungen bei Infineon, die bereits heute für das Segment WLC tätig sind, in die neue Gesellschaft wechseln.

Als designierter Geschäftsführer der neuen Gesellschaft wurde Christian Wolff benannt. Er ist seit 14 Jahren in verantwortlicher Position im Bereich Wireline tätig, zuletzt als Leiter des Segments.

Ende Juni hatte Infineon seinen Ausblick für die Umsatzentwicklung im dritten Quartal leicht angehoben. Der Halbleiterhersteller erwartet demnach eine Umsatzsteigerung, die im Vergleich zum Vorquartal knapp oberhalb von 10% liegen soll. Zuvor war Infineon von einer Umsatzsteigerung von rund 10% gegenüber dem Vorquartal ausgegangen.

Für das laufende dritte Quartal erwartet Infineon nach eigenen Angaben einen deutlich positiven freien Cash-Flow sowie eine Brutto-Barmittel-Position von annähernd 850 Mio EUR zum Ende des Quartals. Das Segmentergebnis in Summe werde sich im laufenden Quartal "voraussichtlich in Richtung Gewinnschwelle bewegen", hieß es Ende Juni.

Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sahen nach der leichten Anhebung des Ausblicks allerdings bei Infineon weiterhin bis Mitte 2010 eine Finanzierungslücke von rund 300 bis 400 Mio EUR. Die Verbesserung der Cash-Position auf aktuell rund 850 Mio von 665 Mio EUR Ende März sei vor allem auf die Begebung einer Wandelanleihe im Volumen von 190 Mio EUR zurückzuführen.

Da Infineon allerdings rund 300 Mio EUR für das operative Geschäft sowie 590 Mio EUR für die Rückzahlung zweier Anleihen im Jahr 2010 benötige und rund 100 Mio EUR im laufenden Jahr für kurzfristige Verbindlichkeiten nötig seien, dürfte die Refinanzierung noch nicht ausreichend sein, hatte es Mitte Juni von der LBBW geheißen.

Am Aktienmarkt wurde der Verkauf der Infineon-Sparte positiv aufgenommen. Infineon-Aktien dürften Händlern zufolge mit Kursgewinnen darauf reagieren. "Eine Einschätzung des Verkaufspreises ist schwierig. Die Sparte hat im zweiten Quartal nicht so schwach abgeschnitten wie die Sparten Automotive, Industrial Multimarket und Chip Card", sagt ein Händler. Insofern habe das Unternehmen möglicherweise einen "ordentlichen" Preis erzielen können.

Ganz unerwartet komme der Verkauf nicht angesichts der nach wie vor schwierigen Refinanzierung. "Die Turnaround-Story könnte damit weiter gespielt werden", sagte der Broker. Der Schritt sei "klar und konsequent".

Webseite: http://www.infineon.com -Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49(0)69 29725-106, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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