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22.01.2010

UPDATE: Internetkonzern Google steht zu seinem China-Geschäft

(NEU: Weitere Details, nachbörslicher Aktienkurs, Aussagen von Google-CEO)

(NEU: Weitere Details, nachbörslicher Aktienkurs, Aussagen von Google-CEO)

MOUNTAIN VIEW (Dow Jones)--Die Internetsuchmaschine Google hat im vierten Quartal 2009 dank einer Erholung im Werbegeschäft ihren Gewinn verfünffacht und damit die Erwartungen übertroffen. Bei der Präsentation der Zahlen stand am Donnerstagabend aber weniger die Bilanz im Mittelpunkt, sondern die Aussagen von Google-CEO Eric Schmidt zum China-Geschäft des Konzerns.

Diese Aussagen wurden von Beobachtern mit Spannung erwartet, denn vor neun Tagen gab Google bekannt, dass chinesische Menschenrechtsaktivisten Ziel von Cyber-Angriffen geworden seien, die aus der Volksrepublik selbst gekommen sein sollen. Google drohte als Konsequenz damit, die Aktivitäten in der Volksrepublik einzustellen.

Auf jeden Fall stellte Google in Aussicht die Ergebnisse der Internet-Suchmaschine in China künftig nicht mehr filtern zu wollen. Dies war von den Behörden der Volksrepublik bisher verlangt worden. Erst am Mittwoch hatte Google dann weitere Konsequenzen aus seinem Streit mit der chinesischen Regierung gezogen und die Markteinführung von zwei Android-Smartphones in China verschoben. Die Handys von Motorola und Samsung sollten eigentlich ab Wochenmitte über China Unicom angeboten werden. Einen neuen Termin für die Markteinführung nannte Google nicht. Eine informierte Person sagte, Google sehe es als "unverantwortlich" an, zu diesem Zeitpunkt und in Anbetracht der schwierigen Lage diese Telefone in China vorzustellen.

Schmidt machte während einer Telefonkonferenz mit Analysten am Donnerstagabend deutlich, dass Google auch weiter Geschäfte in China - einem der größten Märkte weltweit - machen will. "Wir stehen zu unserem China-Geschäft", so Schmidt. Er fügte hinzu, man habe mit der Regierung gesprochen und das Geschäft in dem Land laufe bislang unverändert weiter. "Wir folgen ihren Gesetzen, wir zensieren weiter Ergebnisse, aber in einem vernünftigen Zeitraum werden wir hier was ändern", sagte Schmidt.

Nähere Angaben machte Schmidt dazu nicht. "Wir mögen die Chinesen, unsere chinesischen Mitarbeiter und die Geschäftsaussichten in dem Land...( )", sagte er. Der US-Konzern betreibt seit 2006 eine chinesische Version seiner Dienste und beschäftigt 700 Menschen in dem Land.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte erst in dieser Woche die Internetunternehmen in den USA aufgefordert, sich den Zensurbestimmungen autoritärer Regierungen im Ausland zu widersetzen. In einer Rede in Washington drohte die Ministerin zudem den Urhebern von Hackerangriffen auf Internetfirmen oder -kunden mit Konsequenzen. Clintons Äußerungen wurden als Rückendeckung für Google bei dessen Streit mit China verstanden.

Clinton nannte China neben Staaten wie etwa Nordkorea als Beispiel für ein Land, das den freien Informationsfluss im Internet gezielt behindere. US-Internetunternehmen, die in solchen Ländern aktiv seien, dürften sich nicht länger den dortigen Zensuranforderungen unterwerfen, forderte sie. Die Ministerin kündigte an, im kommenden Monat ein hochrangiges Treffen mit US-Internetkonzernen im Außenministerium abzuhalten.

Am Donnerstag sagte Microsoft-CEO Steve Ballmer, sein Konzern müsse sich den chinesischen Zensurbedingungen und auch dem gültigen Recht in dem Land fügen. Microsoft Corp, einer der großen Suchmaschinenanbieter, werde auch weiterhin am chinesischen Markt die Suche samt Zensur anbieten.

Die Geschäftsentwicklung von Google im vierten Quartal 2009 kann sich nach Einschätzung von Beobachtern sehen lassen. In dem Dreimonatszeitraum wies das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Mountain View einen Nettogewinn von 1,97 Mrd USD bzw 6,13 USD je Aktie aus. In dem Vorjahreszeitraum bilanzierte die Google Inc einen Nettogewinn von 382 Mio USD oder 1,21 USD je Anteilsschein. Allerdings wurde das Vorjahresergebnis durch Abschreibungen auf Beteiligungen an anderen Internetkonzernen wie etwa auf AOL und Clearwire geschmälert.

Beim Bruttoumsatz inklusive Traffic Acquisition Costs (TAC) berichtete der Konzern im Schlussquartal 2009 ein Wachstum um 17% auf 6,67 Mrd USD. Bei TAC handelt es sich um Werbeeinnahmen, die sich das Unternehmen mit seinen Vertriebspartnern teilt. Google hat damit im vierten Quartal das stärkste Umsatzwachstum in dem Jahr 2009 berichtet. Im dritten Quartal wuchs der Erlös nur um 7% und im zweiten Quartal lediglich um 3%. Der Nettokonzernumsatz kletterte im vierten Quartal 2009 auf 4,95 Mrd USD. Der Nettoumsatz ist bei Google der Erlös, der mit eigenen Google-Seiten gemacht wird.

Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten mit einem Ergebnis je Aktie (bereinigt) von 6,48 USD bei einem Umsatz von 4,92 Mrd USD gerechnet. Die Google-Aktie zeigte sich bis um 20.01 Uhr Ortszeit am Donnerstagabend im nachbörslichen Handel einem Minus von 0,1% bei 582,58 USD.

Eric Schmidt erklärte in der Pressemitteilung zu den Quartalszahlen, angesichts der sich nur leicht bessernden Wirtschaftsentwicklung sei dies vierte Quartal ein außerordentliches Jahresende gewesen. Besonders vom Weihnachtsgeschäft im Internet habe Google profitieren können. Für 2010 sei er sehr optimistisch und Google werde weiter in Technologieinvestitionen investieren.

Webseite: www.google.com - von Jessica E. Vascellaro, Wall Street Journal, und Carla Mozee, Dow Jones Newswires, +49 (0) 69 29 725 108, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/cbr/kla Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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