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21.07.2009

UPDATE: Kuka erwartet nach schwachem 2. Quartal für 2009 Verlust

(NEU: Details, Hintergrund)

(NEU: Details, Hintergrund)

Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Flaute in der Automobilindustrie und die Kosten des umfassenden Konzernumbaus haben den Anlagen- und Roboterbauer Kuka im zweiten Quartal tief in die Verlustzone gezogen. Angesichts hoher Belastungen aus der erneut verschärften Restrukturierung kappten die Augsburger am Montagabend ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr und verabschiedeten sich von dem Ziel, die operative Gewinnschwelle zu erreichen.

Im zweiten Quartal schnitt der MDAX-Konzern schwächer ab als selbst erwartet: Auf vorläufiger Basis sank der Umsatz von April bis Juni auf 211 (Vorjahr: 301) Mio EUR und der Auftragseingang auf 253 (332) Mio EUR. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) rutschte Kuka in die roten Zahlen und verbuchte ein Minus von 23 (plus 16) Mio EUR. Auch unter dem Strich stand für den Zeitraum von April bis Juni ein Verlust von 34 (plus 9) Mio EUR zu Buche. Neben Belastungen aus der Restrukturierung machte Kuka die schwache Nachfrage in der wichtigsten Abnehmerbranche, der Automobilindustrie, für die Ergebnisrückgänge verantwortlich.

Für 2009 gehen die Augsburger nun nicht mehr davon aus, operativ schwarze Zahlen zu schreiben. Zwar soll vor außerordentlichen Restrukturierungsaufwendungen ein ausgeglichenes operatives Betriebsergebnis und ein ausgeglichener Free Cashflow erreicht werden. Unter Berücksichtigung der außerordentlichen Restrukturierungsaufwendungen geht der Konzern nun allerdings von einem deutlich negativen EBIT und freien Cashflow aus.

Angesichts der sich immer stärker zuspitzenden Situation verschärfte Kuka erneut den bereits Ende 2008 eingeschlagenen Sparkurs. Diesmal ist das Frankreich-Geschäft betroffen, das nun neu geordnet wird. Im Zuge des dortigen Umbaus sollen zwei Standorte geschlossen werden, wovon 144 Mitarbeiter betroffen sind. Wegen der anhaltenden Flaute in der Autoindustrie will das Unternehmen in Frankreich künftig verstärkt auf das Geschäft mit anderen Abnehmerbranchen (General Industry) setzen.

Im Schlussquartal 2008 hatte Kuka auf die Krise in der Automobilindustrie reagiert und ein umfassendes Sparprogramm gestartet. Erst im April forcierte Kuka den Sparkurs, wobei Vorstandsvorsitzender Horst J. Kayser seinerzeit bereits ankündigte, dass sie ergriffenen Maßnahmen wohl nicht ausreichten, um die Auswirkungen der Wirtschaftsflaute abzufedern. Eine Nachfrageerholung sieht der Manager nach jüngsten Aussagen nicht vor dem zweiten Halbjahr 2010 kommen. Kayser betonte aber stets, bei allen Sparbemühungen seien Kündigungen und Standortschließungen das letzte aller Mittel.

Insgesamt will Kuka nun mehr als 70 Mio EUR einsparen. Bei dem Kostensenkungsprogramm sieht sich Kuka zum Ende des ersten Halbjahres 2009 im Plan.

Trotz der erneuten Verschärfung der Situation hält das Unternehmen an seinem Management fest; den seit Wochen hinter den Kulissen schwelenden Machtkampf mit den Großaktionären Grenzebach und Guy Wyser-Pratte haben Kayser und Finanzvorstand Matthias J. Rapp am Montag vorerst gewonnen.

Die Kuka AG wird weiterhin von dem Vorstandsvorsitzenden Kayser geführt, und auch Rapp bleibt im Amt, wie der Roboterhersteller nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Montagabend mitteilte. Der Vorstand wird sich nach Unternehmensangaben nun verstärkt darauf konzentrieren, in einem schwierigen Umfeld das Automotive-Geschäft abzusichern und das Geschäft mit der General Industry auszubauen.

Der Aufsichtsratssitzung waren Differenzen zwischen dem Kuka-Management und den Großaktionären Grenzebach und Wyser-Pratte vorausgegangen. Dem schwäbischen Maschinenbauer und dem US-Investor, die gemeinsam rund 40% an der Kuka AG halten, kam zuletzt der Strategiewechsel bei den Augsburgern zu langsam voran. Wie Dow Jones Newswires am Montag aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hatte, standen einige Aufsichtsratsvertreter aus diesem Grund Kayser und Rapp zuletzt sehr kritisch gegenüber.

Kuka will durch ein verstärktes Engagement in den Geschäftsbereichen Energie, Medizintechnik und Luftfahrt die Abhängigkeit von der kriselnden Autoindustrie senken. Der im Geschäft mit der Autobranche erwirtschaftete Umsatzanteil soll durch den Ausbau alternativer Kundenkreise von aktuell rund 70% langfristig auf etwa 50% zurückgefahren werden.

Kuka wies die Vorwürfe fehlender Fortschritte bei diesem Strategiewandel stets als "nicht fundiert" zurück. Schließlich seien unter dem aktuellen Management seit Ende vergangenen Jahres wichtige Aufträge in neuen Geschäftsfeldern gewonnen worden, so etwa im Solarbereich sowie für Airbus und Northrop Grumman im Flugzeugbau.

Grenzebach ist mit einer Beteiligung von knapp 30% größter Anteilseigner von Kuka, gefolgt von dem Investor Guy Wyser-Pratte, der etwa 10% an dem MDAX-Konzern hält.

Webseite: www.kuka.com -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 114; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/brb Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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