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24.03.2010

UPDATE: Leoni übt sich nach Krisenjahr in Zuversicht

(Zusammenfassende Berichterstattung)

(Zusammenfassende Berichterstattung)

Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

NÜRNBERG (Dow Jones)--Der Automobilzulieferer Leoni blickt nach dem schwierigsten Jahr der Unternehmensgeschichte zuversichtlich in die Zukunft. Sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr rechnen die Nürnberger mit zweistelligem Umsatzwachstum. Auch die tiefroten Zahlen von 2009 sollen wieder schnell vergessen gemacht werden. Da das erste Quartal viel versprechend verläuft, soll schon in diesem Jahr die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft werden.

"Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wird 2010 mindestens 50 Mio EUR betragen", sagte Vorstandsvorsitzender Klaus Probst am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Nürnberg. Auch netto soll wieder ein Gewinn her: "Unter dem Strich werden wir einen Jahresüberschuss erreichen", so der Manager. Die Einnahmen sollen dank einer Erholung in der Automobilindustrie um etwa 10% auf rund 2,4 Mrd EUR zulegen.

2011 hofft Leoni auf eine Fortsetzung des Wachstumskurses: "Sofern sich die Erholung der Märkte fortsetzt, sollte für das Jahr 2011 ebenfalls eine Umsatzsteigerung von rund 10% bei einer erheblichen Verbesserung der Ertragslage möglich sein", so Probst.

Helfen sollen nicht nur eine Erholung der Wirtschaft und der für Leoni besonders wichtigen Automobilindustrie sondern auch Zukäufe: "Leoni hält an seiner langfristigen, ertragsorientierten Expansionsstrategie fest, die organisches Wachstum und Akquisitionen vorsieht", erklärte Probst.

Übernahmen - vor allem auf Wachstumsmärkten in Indien sowie den USA und im Segment Wire & Cable Solutions - stellte der Manager für die zweite Jahreshälfte in Aussicht. Für 2012 beziehungsweise 2013 wird angesichts der bevorstehenden Expansion eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von 18% und operative Marge (EBIT) von 7% angepeilt.

Organisch will Leoni nicht nur im Geschäft mit der Autoindustrie wachsen sondern auch in anderen Branchen wie der Medizintechnik. "Mittelfristig soll der Non-Automotive-Anteil am Konzernumsatz von derzeit 30% auf 40% steigen", sagte Probst. Einen Rückschlag gab es allerdings beim Ausbau des Geschäfts mit der Luftfahrtindustrie zu vermelden. Ein bestehender Vertrag mit dem Hersteller Airbus wurde unlängst aufgelöst, weil Leoni kein Geld damit verdiente und eine Preiserhöhung trotz monatelanger Verhandlungen nicht durchsetzbar war.

Das Jahr 2009 stand für den Kabel- und Bordnetzspezialisten unter keinem guten Stern: Vor allem aufgrund der schwachen Entwicklung der Autoindustrie waren die Einnahmen um gut ein Viertel auf 2,16 Mrd EUR geschrumpft. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) verlor Leoni 116,3 (Vorjahr: +55,7) Mio EUR, netto schlug ein Verlust von 138,1 Mio EUR zu Buche. 2008 hatte der MDAX-Konzern bei Erlösen von gut 2,9 Mrd EUR unter dem Strich noch etwas mehr als 5 Mio EUR verdient.

Damit schrieb Leoni erst zum zweiten Mal seit der Gründung 1917 rote Zahlen. "Leoni ist von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass wir trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen das schlechteste Ergebnis der Firmengeschichte verzeichnet haben", sagte Probst.

Der MDAX-Konzern hatte bereits Ende 2008 ein umfassendes Sparprogramm eingeleitet und dieses später noch deutlich ausgeweitet. Unter anderem bauten die Nürnberger in der Spitze weltweit fast 9.000 Stellen ab und sparten bei Investitionen und Sachkosten. Zuvor extern vergebene Leistungen werden von Leoni nun selbst erbracht, geplante Zukäufe wurden nicht realisiert. Insgesamt wurden 2009 so mehr als 200 Mio EUR eingespart, das ursprünglich ausgegebene Kostensenkungsziel damit deutlich übertroffen. Die Gewinnschwelle kann nach Aussage von Probst nun schon bei Einnahmen von 2,1 Mrd EUR erreicht werden.

Dank des strikten Sparkurses und zahlreicher Neuanläufe in der Autoindustrie erholte sich das Geschäft des MDAX-Konzerns im Schlussquartal merklich. Das vierte Quartal war das einzige im Jahr 2009, in dem die Einnahmen über denen im Vorjahreszeitraum lagen. Allerdings hatte sich das Geschäft von Leoni seinerzeit bereits abgeschwächt, als die Finanzkrise erste Spuren in der Realwirtschaft hinterließ.

Im ersten Quartal dieses Jahres beschleunigte sich die Erholung vom Jahresende deutlich: Probst sagte, für die Monate von Januar bis März sei mit einem Umsatzplus von 25% bis 30% und einem deutlichen operativen Gewinn zu rechnen. Das erste Quartal 2009 war aufgrund der Wirtschaftskrise das umsatzschwächste der Nürnberger gewesen. Seinerzeit nahm Leoni nur gut 492 Mio EUR ein. Das entsprach einem Einbruch um rund 36%. Vor Zinsen und Steuern fiel ein Verlust von 46,8 Mio EUR an.

Auch die Aktionäre des Autozulieferers bekommen zu spüren, dass 2009 ein Krisenjahr war: Der MDAX-Konzern will in Anbetracht der tiefroten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividende zahlen. Für 2008 hatte Leoni eine Dividende von 0,20 EUR je Aktie ausgeschüttet. Dem Dividendenausfall muss noch die Hauptversammlung am 6. Mai zustimmen. Nach Aussage von Finanzvorstand Belle will der Kabelspezialist schnellstmöglich die kontinuierliche Dividendenpolitik der vergangenen Jahre fortsetzen und ein Drittel des Nettogewinns ausschütten.

Webseite: www.leoni.com -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 114, nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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