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05.05.2009

UPDATE: Linde beurteilt Gesamtjahr zunehmend pessimistisch

(NEU: Weitere Aussagen des Unternehmen, Händlerstimme, Aktienkurs)

(NEU: Weitere Aussagen des Unternehmen, Händlerstimme, Aktienkurs)

Von Heide Oberhauser-Aslan Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Gase- und Anlagenbaukonzern Linde beurteilt die Geschäftsentwicklung für 2009 nach Umsatz- und Ergebnisrückgängen im ersten Quartal pessimistischer als bisher. Ein Umsatz- und Ergebnisrückgang werde auch im Gesamtjahr immer wahrscheinlicher, erklärte der Münchener Konzern am Dienstag.

Linde plane angesichts der Unwägbarkeiten unverändert in Szenarien. "Der Umsatz- und Ergebnistrend wird sich erst in der zweiten Jahreshälfte entscheiden", erklärte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Reitzle.

"Aus heutiger Sicht müssen wir einen Rückgang einkalkulieren", sagte der Manager: "Unser Positiv-Szenario, einen Konzernumsatz und ein Konzernergebnis auf dem Niveau von 2008 zu erzielen, ist nach den jüngsten, nochmals nach unten korrigierten Konjunkturprognosen weniger wahrscheinlich geworden."

Nur wenn sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld im weiteren Jahresverlauf erheblich verbessern sollte, könnten Konzernumsatz und Konzernergebnis - bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen - das Niveau von 2008 erreichen, heißt es im Quartalsbericht.

Im ersten Quartal gingen Umsatz, operatives Ergebnis sowie das Nettoergebnis erwartungsgemäß zurück. Der Umsatz rutschte im Berichtsquartal um 7,6% auf 2,695 Mrd EUR ab und damit stärker als von Dow Jones Newswires befragte Analysten erwartet hatten. Sie hatten im Mittel mit einem Rückgang um 6,1% auf 2,739 Mrd EUR gerechnet.

Das operative Ergebnis EBITDA sank um 10,6% auf 538 Mio EUR. Hier hatten die Befragten im Mittel einen Rückgang um 8,2% auf 602 Mio EUR prognostiziert. Restrukturierungsaufwendungen von 20 Mio EUR hätten das operative Ergebnis im Quartal geschmälert, erklärte ein Unternehmenssprecher. Ohne diesen einmaligen Sondereffekt hätte das EBITDA 558 Mio EUR betragen.

Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter verdiente der Konzern 115 Mio EUR, gegenüber 160 Mio EUR im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Konsensprognose von Dow Jones Newswires hatte hier auf 99 Mio EUR gelautet.

"Wir halten uns noch vergleichsweise ordentlich, wenngleich auch wir deutliche Nachfragerückgänge spüren", sagte Reitzle. Eine rasche Erholung sei derzeit nicht in Sicht. Linde werde alles tun, um auch diese schwierige gesamtwirtschaftliche Phase weiterhin relativ robust zu durchlaufen.

Der Konzern habe unverändert das Ziel, einen möglichen Rückgang beim Konzernergebnis weitestgehend zu begrenzen, erklärte das Unternehmen. Das Programm zur Prozessoptimierung und Produktivitätssteigerung werde Linde beschleunigt umsetzen, bekräftigte der Manager.

In einigen Bereichen und Regionen sei dies auch mit Kapazitätsanpassungen verbunden, erklärte Linde. Im ersten Quartal habe der Konzern dafür 20 Mio EUR aufgewendet. "Wir werden weitere Vorsorge treffen und in den kommenden Monaten für die nachhaltige Erhöhung unserer Effizienz zusätzlich rund 50 Mio EUR einsetzen", kündigte Reitzle an. Insgesamt strebt Linde mit dem Optimierungsprogramm über die kommenden vier Jahre eine Kostenreduktion von 650 Mio bis 800 Mio EUR an.

Für die Gase Division hält Linde an ihrer grundsätzliche Zielsetzung fest, sich besser zu entwickeln als der Markt und die Produktivität weiter zu steigern. Die Szenarienplanung für Umsatz und Ergebnis reiche wie bisher von einem leichten Umsatz- und Ergebnisanstieg bis zu einem Umsatz- und Ergebnisrückgang. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für das schwächere Szenario sei jedoch größer geworden, erklärte Linde.

In der Gasesparte ging der Umsatz im Quartal um 6,3% auf 2,157 Mrd EUR zurück. Das operative Ergebnis lag mit 546 Mio EUR um 6,8% unter dem Vorjahreswert. Die operative Marge ist mit 25,3% (Vorjahr 25,5%) noch annähernd stabil geblieben.

Schwach verlief nach Linde-Angaben die Entwicklung der Gase Division in Westeuropa. Hier sank der Umsatz den Angaben zufolge hauptsächlich währungsbedingt um 9,2% auf 935 Mio EUR, das operative Ergebnis fiel um 12,7% auf 247 Mio EUR. Im Zuge der Abschwächung der Industrieproduktion hätten die Märkte der Region Westeuropa einen deutlichen Volumenrückgang verzeichnet. Davon betroffen waren auch die großen Absatzmärkte von Linde - Deutschland, Großbritannien und Skandinavien.

Volumenrückgänge verzeichnete Linde in Endkundensegmenten wie dem Stahl- und Chemiesektor sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Automobilindustrie.

Eine moderate Geschäftsentwicklung, aber möglicherweise schwächere Auftragseingänge und Umsätze, sagt Linde weiter für ihre Engineering-Sparte im Gesamtjahr voraus. Der nach wie vor hohe Auftragsbestand sei eine gute Grundlage für eine vergleichsweise stabile Geschäftsentwicklung in den kommenden beiden Jahren, bekräftigte Linde. Im internationalen Großanlagenbau rechnet Linde jedoch weiter mit Verschiebungen bei der Vergabe von Neuprojekten.

In ihrem schwächeren Szenario müsse Linde daher weiter davon ausgehen, dass die neuen Auftragseingänge nicht ausreichen werden, das sehr hohe Umsatzniveau des Vorjahres zu halten, hieß es. Bei der operativen Marge bleibe die Zielgröße unverändert 8%. Im Auftaktquartal steigerte die Sparte ihren Umsatz noch um 1,3% auf 549 Mio EUR. Das operative Ergebnis verringerte sich auf 45 (47) Mio EUR.

Die Linde-Aktie reagierte am Morgen kaum auf die Aussagen. Das Papier lag um 9:21 Uhr mit 0,1% im Minus und notierte bei 62,72 EUR, während der DAX 0,6% im Minus lag.

Händler bezeichneten in einer ersten Einschätzung die Zahlen mit "In line", der Ausblick dürfte jedoch belasten, hieß es. Ein schwacher Start in das laufende Jahr sei zwar erwartet worden, "dass Linde jetzt aber für das Gesamtjahr einen Umsatz- und Ergebnisrückgang für immer wahrscheinlicher hält, dürfte die Aktie unter Druck setzen", erklärte ein Händler.

Webseite: http://www.linde.com -Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/smh Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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