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30.07.2009

UPDATE: MAN gibt keine konkrete Prognose für 2009

(NEU: Weitere Aussagen Samuelsson)

(NEU: Weitere Aussagen Samuelsson)

Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Der Nutzfahrzeug- und Motorenbauer MAN wagt weiterhin keine konkrete Prognose für das laufende Jahr. "Das Ziel sind selbstverständlich schwarze Zahlen", sagte Vorstandsvorsitzender Håkan Samuelsson am Donnerstag. MAN wolle 2009 mit der Rendite möglichst nah an der des ersten Halbjahres bleiben.

Zwischen Januar und Juni lag die Umsatzrendite bei 4,2%. Im Kerngeschäft, dem Nutzfahrzeugbereich, hält der Manager die Gewinnschwelle im zweiten Halbjahr angesichts der anhaltenden Nachfrage-Talfahrt für nur schwer erreichbar.

Auch werde es schwierig, die Auslastung im laufenden Drittel Quartal auf dem Niveau des ersten Halbjahres zu halten, sagte Samuelsson. Denn im Zeitraum zwischen Juli und September befänden sich viele Mitarbeiter im Urlaub, was die angespannte Situation weiter verschärfe. Dem stehe allerdings die erfreuliche Entwicklung von MAN Latin America, der übernommenen brasilianischen VW-Lkw-Sparte, gegenüber.

Angesichts des extrem schwierigen Umfelds liegt der Fokus der MAN SE nach Aussage Samuelssons auch im weiteren Jahresverlauf auf dem Cashflow. Die Schwierigkeiten sieht er noch nicht überwunden: Zwar gebe es Anzeichen, dass bei den Neuaufträgen in der Nutzfahrzeugsparte der Boden erreicht sei. Für den gesamten Lkw-Markt sieht der Manager aber nach wie vor kein Licht am Ende des Tunnels.

Zum Ende des ersten Halbjahres konnte MAN den Hofbestand um 1.500 Fahrzeuge reduzieren. Nach Aussage von Finanzvorstand Karlheinz Hornung stehen bei den Münchenern aktuell noch rund 9.000 Fahrzeuge auf Halde. Normal seien 7.000 bis 8.000. Zwar sein weitere Abbau geplant und nötig, erklärte Samuelsson, allerdings sei es wichtig, nicht in Preisdumping zu verfallen.

An dem eingeschlagenen Sparkurs hält MAN indes fest. "Die Strukturen sollen weiter verschlankt werden", so Samuelsson. Im ersten Halbjahr strich der DAX-Konzern über Fluktuation und den Abbau von Leiharbeitern rund 3.700 Stellen im Nutzfahrzeugbereich. Eine Verschärfung plant MAN laut Samuelsson aktuell aber nicht, die Stammbelegschaft soll nicht angetastet werden. Durch Fluktuation und den Abbau von Zeitarbeitern seien aber weitere Stellenkürzungen möglich.

Sollte sich die wirtschaftliche Situation im Jahresverlauf jedoch nicht verbessern oder sich gar noch verschärfen, seien weitere Sparmaßnahmen durchaus denkbar. "Wir werden die Situation natürlich ständig überprüfen".

Aufgrund der Branchenkrise hatte der Nutzfahrzeug- und Motorenbauer frühzeitig den Rotstift angesetzt. Durch Produktionskürzungen, Kurzarbeit, den Abbau von Leiharbeitern und deutlich reduzierte Investitionen sollen die Kosten im Kerngeschäft mit Nutzfahrzeugen im laufenden Jahr um eine 500 Mio EUR zurückgefahren werden. Alleine 300 Mio EUR sollen in der Produktion eingespart werden.

Dementsprechend will MAN in nächster Zukunft auf Zukäufe verzichten. "Wir setzen jetzt auf organisches Wachstum", sagte Samuelsson. Aus finanzieller Sicht seien Akquisitionen aktuell eher unrealitisch.

Den Einstieg bei dem chinesischen Konkurrenten Sinotruk bezeichnete der Vorstandsvorsitzende als "Schritt vorwärts". Dadurch eröffne sich MAN der Zugang zum Wachstumsmarkt China. Abgeschlossen werden soll die Transaktion, in deren Zuge sich MAN 25% plus eine Aktie an den Chinesen sichern will, gegen Jahresende. Zu möglichen Synergieeffekten dieses Einstiegs äußerte sich das MAN-Management nicht. Details kündigte Samuelsson für den Herbst an.

Webseite: www.man.de -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 114; automotive.de@dowjones.com DJG/ncs/brb Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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