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07.03.2008

UPDATE: Möglicher Altana-Zukauf stimmt Analysten skeptisch

(NEU: Analysten, Aktienkurs Hintergrund)

(NEU: Analysten, Aktienkurs Hintergrund)

Von Heide Oberhauser-Aslan

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Altana AG, Wesel, plant nach Informationen des Wirtschaftsportals "manager-magazin.de" die Übernahme der ebenfalls auf Spezialchemie fokussierten Rockwood Holdings, Princeton in New Jersey. Der Preis solle bei 4 Mrd EUR liegen, berichtet das Wirtschaftsportal unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Kreise am Freitag. Haupteigner der amerikanischen Gruppe, die auch in Deutschland produziert, ist der Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR).

Analysten beurteilten in ersten Einschätzungen die angeblichen Pläne skeptisch. Der Aktienkurs von Altana notierte mit einem Minus von 2,8% um 16.03 Uhr bei 15,15 EUR und damit etwas schwächer als der gesamte MDAX.

Mehrheitsaktionär KKR, der rund 40% an der Gruppe hält, hat Rockwood aus einer Reihe zusammengekaufter Spezialchemieunternehmen geformt und 2005 an die Börse geführt. Dazu zählen auch vier ehemalige Sparten der Dynamit Nobel AG, die Rockwood im Frühjahr 2004 von der ehemaligen MG Technologies (heute GEA) erworben hatte. Rockwood zahlte dafür 2,3 Mrd EUR.

Nach Informationen von manager-magazin.de soll die Übernahme durch diverse Kapitalmaßnahmen finanziert werden. Im Ergebnis werde das Altana-Kapital dadurch um 50% erhöht, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person dem Wirtschaftsportal. Das Vorhaben werde bei Altana unter dem Namen "Projekt Ravel" geführt, die Verhandlungen sollen noch vor der am 5. Mai dieses Jahres anstehenden Altana-Hauptversammlung entscheidend vorangetrieben werden. Für den 7. April sei ein Treffen mit dem Rockwood-Vorstand geplant.

Altana wollte den Bericht nicht kommentieren. "Zu einzelnen Firmen äußern wir uns nicht", sagte Altana-Sprecher Achim Strucholz zu Dow Jones Newswires. "Wir analysieren ständig alle relevanten internationalen Märkte systematisch nach geeigneten Übernahmezielen. Dabei gelten strenge Akquisitionskriterien. Unser Geschäftsmodell basiert auf organischem und externem Wachstum", fügte er hinzu.

Analysten beurteilten in ersten Einschätzungen die angeblichen Pläne skeptisch. "Aus meiner Sicht macht eine komplette Übernahme von Rockwood keinen Sinn", sagte ein Analyst der nicht genannt werden wollte zu Dow Jones. Rockwood sei deutlich größer als Altana. Die genannten 4 Mrd EUR bezeichneten Analysten als "stolzen Preis".

Ein weiteres Problem sei die Struktur von Rockwood. Es handele sich hier nicht um ein gewachsenes Unternehmen sondern um ein Konglomerat, das aus verschiedenen Akquistionsrunden von KKR entstanden sei und daher nur schwer zu integrieren sein dürfte, sagte ein weiterer Analyst. Teile des Geschäfts von Rockwood könnten jedoch aus der Sicht des Analysten durchaus interessant für Altana sein.

Eine komplette Übernahme würde auch, so der Analyst, dem Geschäftsmodell von Altana widersprechen. Das Unternehmen habe stets betont, Ziel sei die Fokussierung auf profitable Geschäfte, sagte er weiter. Auch die Größenordnung des möglichen Zukaufs liege deutlich höher, als bisher vom Unternehmen angekündigt. Altana habe bisher signalisiert, es wolle Zukäufe tätigen, die man gut verdauen könne.

Dabei war von arondierenden Zukäufen in allen Geschäftsfeldern gesprochen worden aber auch von der Möglichkeit, ein neues Geschäftsfeld zu kaufen. Akquisitionen im Transaktionsvolumen von bis zu einer Mrd EUR seien ohne Kapitalmaßnahmen zu stemmen, hatte es geheißen.

In den vielen unterschiedlichen Geschäftsfeldern von Rockwood seien einige Bereiche enthalten, die als neues Arbeitsgebiet oder als passende Ergänzung der bestehenden Arbeitsgebiete von Altana Sinn machen würden, erklärten die Beobachter. Einige Dinge, wie zum Beispiel Titanoxyd-Geschäfte würden aber nicht zum Portfolio von Altana passen. Zudem bezweifeln einige Analysten, dass Altana die Managementkapazität hätte, ein solches Konglomerat erfolgreich in das Unternehmen zu integrieren.

Altana hatte 2007 angekündigt, in den kommenden fünf Jahren im Mittel 4% jährlich über Akquisitionen zu wachsen. Seit dem Verkauf der deutlich größeren Pharmasparte 2006 konzentriert sich Altana auf Spezialchemie und gilt als kleiner hochprofitabler Anbieter. An dem Unternehmen, das im vergangenen Jahr 1,38 Mrd EUR erlöste, ist die Quandt-Erbin Susanne Klatten mit 50,1% beteiligt, der Rest liegt im Streubesitz.

Webseite: http://www.altana.de http://www.rockwoodspecialties.co http://www.manager-magazin.de - Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/kla

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