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16.04.2009

UPDATE: Nokia erleidet Umsatz- und Gewinneinbruch

(NEU: Aussagen CFO, Analystenstimmen)

Von Martin Rapp

DOW JONES NEWSWIRES

HELSINKI (Dow Jones)--Der weltgrößte Handyhersteller Nokia hat im ersten Quartal unter der sinkenden Nachfrage gelitten und einen Umsatz- und Gewinneinbruch verzeichnet. Die Unternehmensführung sieht jedoch Licht am Ende des Tunnels und rechnet mit einer Stabilisierung des Marktes, wie aus den Kommentaren zu den am Donnerstag vorgelegten Zahlen hervorgeht.

Der Umsatz des in Helsinki ansässigen Konzerns brach um über ein Viertel auf 9,27 Mrd EUR ein. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 12,66 Mrd EUR erlöst. Der Nettogewinn erreichte mit 122 Mio EUR gerade ein Zehntel des Vorjahreswertes. Mit den Zahlen unterbot Nokia die ohnehin niedrigen Markterwartungen. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit 9,8 Mrd EUR bzw 306 Mio EUR gerechnet.

Im Kerngeschäft, dem Verkauf von Handys und Dienstleistungen, ging der Umsatz um ein Drittel auf 6,2 Mrd EUR zurück. Die Zahl der verkauften Geräte lag mit 93,2 Mio um 19% unter dem Vorjahreswert, der Durchschnittspreis sank auf 65 von 71 EUR. In diesem Bereich erreichte der Konzern das selbst gesteckte Ertragsziel: Nokia strebt hier eine operative Marge vor Sonderposten von 10% an, tatsächlich wurden 10,4% erzielt. Nach Sondereffekten waren es 8,9%.

Beim Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks sank der Umsatz im Jahresvergleich um über 12% auf 2,99 Mrd EUR. Der operative Verlust vervierfachte sich nahezu auf 361 Mio EUR.

Nokia bekräftigte die Vorhersage, dass der Absatz von Mobiltelefonen weltweit allgemein in diesem Jahr um 10% zurückgehen werde. Dabei werde das größere Minus im ersten Halbjahr auftreten, so der Konzern. Für das zweite Quartal erwartet Nokia einen stagnierenden oder nur leicht zulegenden Absatz.

"Es gibt erste Hoffnungssignale relativer Stabilität im Markt", sagte Finanzvorstand Rick Simonson dem Fernsehsender Bloomberg TV. "Ich betone dabei: relativ", fügte er hinzu und wollte damit ein Anziehen der Nachfrage nicht vermelden. Den Marktanteil bei Handys will Nokia dieses Jahr steigern; im ersten Quartal stagnierte er bei 37%.

Für die Telekomausrüster-Sparte Nokia Siemens Networks sieht das Unternehmen einen schwächeren Markt in diesem Jahr. Der Umsatz in der Branche werde 2009 um rund 10% zurückgehen. Ursprünglich hatte das Unternehmen für dieses Branchensegment mit einem Minus von 5% gerechnet.

Nach Vorlage der Quartalszahlen hatten sich die Aktien von Nokia zunächst verbilligt, kurz darauf aber deutlich zugelegt. Im Nachmittagshandel notieren sie bei 10,83 EUR mit 7,5% im Plus. "Die schön gefärbten Zahlen vor Sondereffekten sind etwas besser als erwartet ausgefallen, die harsche Realität sieht hingegen düster aus", erklärt Nikolas von Stackelberg, Analyst bei Sal. Oppenheim, die Achterbahnfahrt.

Besonders negativ sei die für die Sparte Infrastruktur gesenkte Prognose des Unternehmens, positiv habe hingegen der Marktanteil bei Smart Phones überrascht. "Auch der Ausblick auf das zweite Quartal ist wenig erbaulich, derzeit will der Markt sich aber wohl einfach an den angehübschten Zahlen orientieren", sagt von Stackelberg.

Die Analysten von Cazenove heben positiv hervor, dass die Zielvorgabe für Margen und Handys unverändert seien. Dass der Ausblick 2009 der alte geblieben sei, sei eine erfreuliche Überraschung, heißt es dort.

Carolina Milanesi, Analystin bei Gartner, betrachtet die von Nokia angeführte relative Stabilisierung als vorteilhaft. Positiv sei ferner, dass das Unternehmen Hinweise auf eine Stabilisierung der Märkte sehe. Erfreulich sei auch, dass Nokia entgegen den Erwartungen einiger Analysten die Ziele nicht gekürzt habe. Gleichwohl zeige der Rückgang des durchschnittlichen Verkaufspreises, dass der Markt nach wie vor schwierig sei.

Webseite: http://www.nokia.com - Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 69 29725 104; unternehmen.de@dowjones.com (Adam Ewing und Jörg E. Jäger haben zu diesem Artikel beigetragen.) DJG/DJN/mmr/kla Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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