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26.04.2007

UPDATE: Personalkonflikt bei Telekom eskaliert

(NEU: Details)

Von Stefan Paul Mechnig

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Konflikt um den Personalumbau bei der Deutschen Telekom AG eskaliert. Die Gewerkschaft brach am Donnerstag nach eigenen Angaben die Verhandlungen über die Auslagerung von 50.000 Beschäftigten in Subunternehmen ab und will nun über einen möglichen Streik beraten. Auch das jüngste Angebot der Telekom sei nicht verhandlungsfähig, sagte ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder im rheinland-pfälzischen Mayschoß.

Dort waren die Verhandlungen am Dienstag in die fünfte Runde gegangen. Die Telekom will erreichen, dass die betroffenen Mitarbeiter für weniger Geld länger arbeiten. Schröder sagte, die Gewerkschaft werde für Freitag nächster Woche die Große Tarifkommission einberufen, um über eine Urabstimmung und Arbeitskampf zu beraten.

In den vergangenen Wochen hatte ver.di bereits zahlreiche Warnstreiks unternommen, um die Telekom zum Einlenken zu bewegen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem ein tarifliches Abkommen, um die Beschäftigten vor Nachteilen aus der geplanten Ausgliederung zu schützen.

Die Telekom will - notfalls im Alleingang ohne Zustimmung von ver.di - zum 1. Juli drei Gesellschaften innerhalb des Konzerns für Call-Center und Technik gründen. In der laufenden Runde unterbreitete sie jetzt abermals ein neues Angebot. Demnach sollen die Gehälter der "T-Service"-Mitarbeiter nur noch um 9% statt um 12% innerhalb von zweieinhalb Jahren sinken.

Außerdem erklärte sich die Geschäftsleitung bereit, den Kündigungsschutz um drei statt zwei Jahre zu verlängern. Damit soll auf betriebsbedingte Entlassungen bis Ende 2011 verzichtet werden. Ferner sollen in den neuen Gesellschaften 3.000 Arbeitsplätze entstehen.

Bereits zum Auftakt der neuen Runde hatte die Telekom Abstriche bei der Arbeitszeit gemacht und auf die Forderung nach einer Reserve von 100 Stunden im Jahr für Spitzenlastzeiten verzichtet. Die Beschäftigten sollen aber nach dem Willen des Managements vier Stunden länger und damit 38 Stunden pro Woche arbeiten.

Der Vorstandsvorsitzende Rene Obermann hatte am Mittwochabend noch einmal betont, dass Kostensenkungen in den Service-Bereichen unumgänglich seien. Wenn es in den nächsten Jahren nicht gelinge, die Unternehmensbewertung zu steigern, könnte die Telekom sogar zum Übernahmeziel von Finanzinvestoren werden. Er halte dann eine Zerschlagung des Konzerns für denkbar, sagte Obermann auf einer Veranstaltung in Berlin.

Der US-Finanzinvestor Blackstone ist seit einem Jahr mit 4,5% an dem DAX-Unternehmen beteiligt.

Webseiten: http://www.telekom.de

http://www.verdi.de

-Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213,

TMT.de@dowjones.com

DJG/stm/brb

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