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18.06.2009

UPDATE: Pfleiderer-Aktie bricht nach Warnung vor Gewinnrückgang ein

(NEU: Kurs, Analyst, Stellenabbau, Werksschließung)

Von Matthias Karpstein

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aktie des Holzverarbeiters Pfleiderer AG ist nach der Warnung vor deutlich rückläufigen Ergebnissen am Donnerstag deutlich eingebrochen. Nachdem sie mit einem Abschlag von 18,5% im Vergleich zum Vortagsschlusskurs gestartet war lag sie um 12.05 Uhr mit 4,25 EUR im XETRA-Handel noch 13,4% unter Vortagsschluss.

Grund für den Kurseinbruch ist Pfleiderers Warnung von Mittwochabend: Auf Grundlage vorläufiger Zahlen für April und Mai 2009 rechnet der Konzern nun mit deutlich rückläufigen Ergebnissen im zweiten Quartal 2009. Sowohl das Absatzvolumen als auch das Preisniveau sind gegenüber dem Vorquartal rückläufig. Auch auf der Kostenseite ließen die Rohstoffpreise keine Entlastung mehr erwarten. Die EBITDA-Marge sieht der Vorstand im zweiten Quartal nur noch im einstelligen Prozentbereich.

Zudem hieß es von dem MDAX-Konzern, dass im Rahmen von bestehenden Kreditverträgen definierte Finanzkennzahlen zum Ende des laufenden Quartals verletzt werden könnten.

Die Warnung kam überraschend, weil Pfleiderer bei Bekanntgabe der 1Q-Zahlen noch mit einer Fortsetzung der Geschäftsbelebung gerechnet hat, die sich im Verlauf des ersten Quartals abgezeichnet hatte.

Die Analysten von equinet bekräftigen infogle dessen ihre Verkaufsempfehlung für die Aktie des Unternehmens. equinet hat nach eigenen Angaben eine Stabilisierung der Umsätze auf dem Niveau des ersten Quartals erwartet, sie sei aber ausgeblieben. Die Jahres-Schätzungen für Umsatz und Ertrag würden nun überprüft. Die EBITDA-Schätzung von bisher knapp 184 Mio EUR könnte um mindestens 15% sinken. Im Zusammenhang mit den Finanzierungsverhandlungen mit den Banken heißt es von den Analysten, dass die Gespräche für Pfleiderer nun schwieriger werden könnten. Ihr Kursziel liegt bei 3,50 EUR.

Ein Pfleiderer-Sprecher äußerte sich auf Anfrage von Dow Jones Newswires bezüglich der Finanzierungsverhandlungen zuversichtlich: "Wir haben mit unseren Banken gute, tragfähige Geschäftsbeziehungen". Allerdings erwartet der Holzverarbeiter als Ergebnis dieser Verhandlungen höhere Finanzierungskosten.

Als Reaktion auf das schwache Geschäft befindet sich Pfleiderer derzeit mit der IG Metall in Vorgesprächen über einen möglichen Personalabbau und mögliche Werksschließungen, sagte der Pfleiderer-Sprecher. Für das laufende Jahr hatte das Unternehmen bereits angekündigt, 80 Mio EUR einsparen zu wollen. Dieses Einsparziel sei bislang aber nicht erhöht worden. "Ich gehe auch nicht von größeren Anpassungen aus", sagte der Sprecher.

Ein Sprecher der IG Metall sagte auf Anfrage, es gebe möglicherweise "Gespräche hinter vorgehaltener Hand", eine offizielle Anfrage bei der IG Metall Bayern habe es aber noch nicht gegeben. Es gebe auch noch keine offiziellen Verhandlungen.

Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr hat der Holzverarbeiter bislang nicht abgegeben. Auch auf der Hauptversammlung am 23. Juni soll es keinen klaren Ausblick geben, sagte der Sprecher. "Das Bestellverhalten unserer Kunden ist extrem kurzfristig geworden", sagte er. Dies mache eine seriöse Prognose fast unmöglich.

Die Absatzprobleme treffen Pfleiderer derzeit vor allem im Ausland, der Heimatmarkt sei weniger stark betroffen. Belastend seien auch die hohen Rohstoffpreise. Mit einer baldigen Entlastung rechnet der Konzern hier nicht, man gehe weiterhin von stabilen Rohstoffpreisen aus. Im ersten Quartal konnte Pfleiderer noch von den damals niedrigeren Preisen profitieren.

Webseite: http://www.pfleiderer.de - Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49(0)69 29725-111, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/kla Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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