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23.12.2008

UPDATE: Premiere sichert sich mit News-Corp-Hilfe Finanzierung

(NEU: Aktienkurs, Aussagen Premiere-CEO, Analystenaussage)

(NEU: Aktienkurs, Aussagen Premiere-CEO, Analystenaussage)

MÜNCHEN (Dow Jones)--Der Fortbestand des Bezahlfernsehsenders Premiere ist vorerst gewährleistet: Die Premiere AG hat sich mit ihrem Großaktionär News Corp und einem Bankenkonsortium auf eine neue, langfristige Finanzierungsstruktur geeinigt, um damit den Kapitalbedarf des Unternehmens zu sichern. Zudem kündigte der MDAX-Konzern aus Unterföhring am Dienstag Verbesserungen beim Programmangebot und Kundenservice an.

Die neue Finanzierungsstruktur soll Premiere die Umsetzung eines Geschäftsplans ermöglichen, der auf Grundlage einer strategischen Neuausrichtung erstellt wurde. Ziel ist die Steigerung der Anzahl der Abonnenten mit Laufzeitverträgen und die Erhöhung des Umsatzes pro Kunde. Die Sanierung werde von News Corp und dem Bankenkonsortium "voll unterstützt", heißt es.

"Die mit News Corp und unserem Bankenkonsortium vereinbarte Finanzierungsstruktur ist die Voraussetzung für den Fortbestand von Premiere", wird Premiere-CEO Mark Williams in der Mitteilung zitiert.

Die neue Finanzierungsstruktur sieht vor, dass die bestehenden Kreditlinien durch neue, langfristige Kreditzusagen über 525 Mio EUR ersetzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass Premiere durch zwei Kapitalerhöhungen zunächst neues Eigenkapital über insgesamt 450 Mio EUR zugeführt wird.

Die Kapitalaufstockungen sollen den kurzfristigen Finanzierungsbedarf decken. Die erste, die als Bezugsrechtsemission platziert werden soll, umfasst die Ausgabe von bis zu rund 10,2 Mio neuen Aktien aus dem genehmigten Kapital, wodurch Premiere mindestens 25 Mio EUR zufließen sollen.

Die News Corp Ltd hat laut Mitteilung zugesichert, so viele Aktien zu einem Mindestpreis von 3,19 EUR zu übernehmen, dass der Bruttoerlös aus der Kapitalerhöhung nicht unter 25 Mio EUR ausfällt und gleichzeitig der Anteil von News Corp an Premiere nach der Kapitalerhöhung nicht mehr als 29,9% beträgt.

News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, ist derzeit mit 25,01% an Premiere beteiligt.

Das Bankenkonsortium hat zusätzlich ein kurzfristiges Darlehen im Januar 2009 über 25 Mio EUR zugesagt. Sollten die Erlöse aus der ersten Kapitalerhöhung 25 Mio EUR übersteigen, reduziere sich das Bankendarlehen um diese Differenz. Diese beiden Finanzierungsmaßnahmen über insgesamt 50 Mio EUR sollen den kurzfristigen Kapitalbedarf bis zum Abschluss der zweiten Kapitalerhöhung decken.

Die Mittel aus der zweiten ebenfalls als Bezugsrechtsemission geplanten Kapitalerhöhung sollen Premiere im zweiten Quartal zufließen. Zuvor müssen die Aktionäre der Kapitalerhöhung in einer für das erste Quartal vorgesehenen außerordentlichen Hauptversammlung noch zustimmen. News Corp hat den Angaben zufolge auch für die zweite Kapitalerhöhung ihre Unterstützung durch eine Festbezugserklärung und einer Übernahmegarantie zugesichert.

Die Unterstützung durch den US-Medienkonzern ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die beiden wichtigsten Bedingungen sind laut Premiere die Verfügbarkeit der neuen Kreditlinien von den Banken und eine Befreiung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) von der Verpflichtung zur Abgabe eines Pflichtangebots an die übrigen Aktionäre, sollte News Corp im Rahmen der zweiten Kapitalerhöhung einen 30-Prozent-Anteil erreichen oder überschreiten.

Wie Premiere-CEO Williams während einer Telefonkonferenz erläuterte, könnte der Anteil von News Corp an Premiere "theoretisch" die 50-Prozent-Schwelle überschreiten.

Aufgrund der operativen Verluste und des negativen Cash-Flows hätte Premiere nach eigenen Angaben vom Morgen ihre Kreditauflagen (Covenants) nicht einhalten können. In der Folge sei eine Aussetzung der Überprüfung der Kreditauflagen seitens der Kreditgeber vereinbart worden.

Ohne eine neue Finanzierungsstruktur hätte das Bankenkonsortium nach Ablauf der Aussetzung der Überprüfung die sofortige Zurückzahlung der bestehenden Verbindlichkeiten einfordern können. Laut Premiere könnte dieser Fall auch dann eintreten, wenn die neue Finanzierungsstruktur nicht umgesetzt werden kann, weil die Bedingungen nicht erfüllt werden.

Eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft habe die Sanierungsbedürftigkeit von Premiere bestätigt, heißt es weiter. Die Gesellschaft habe zudem den neuen Businessplan von Premiere bewertet und bestätigt, dass Premiere auf Grundlage der neuen Finanzierung sanierungsfähig sei.

Premiere will in diesem Zusammenhang "erhebliche" Investitionen in das Programmangebot, kundenfreundlichere Technologien, Marketing und Kundenservice tätigen. Unter anderem sollen Zahl und Vielfalt der Sender erhöht, das HDTV-Angebot ausgebaut, eine klare und einfache Preis- und Angebotsstruktur geschaffen und Marketing und Vertrieb intensiviert werden.

Laut Premiere sind im kommenden Jahr umfangreiche Mittel notwendig, um die operativen Verluste aufzufangen und die erforderlichen Investitionen zu tätigen. Premiere erwartet daher für 2009 einen negativen Cash-Flow zwischen 250 Mio und 275 Mio EUR und einen "signifikanten" EBITDA-Verlust.

Zudem rechnet Premiere 2009 mit einem moderaten Umsatzwachstum von rund 50 Mio EUR - den Effekt des Verkaufs von Home of Hardware nicht eingerechnet. Im laufenden Jahr sieht der Pay-TV-Sender den EBITDA-Verlust zwischen 40 Mio und 60 Mio EUR.

Premiere plant für 2009 zudem mit zusätzlichen Ausgaben. Diese umfassen den Angaben zufolge 35 Mio EUR zusätzliche Kosten für die Bundesliga und Sportprogramme, einen Anstieg weiterer Programmkosten von rund 40 Mio EUR, zusätzliche Kosten für Marketing und Vertrieb von circa 65 Mio EUR sowie höhere Übertragungskosten und sonstige Kosten von rund 10 Mio EUR.

Für 2010 strebt Premiere schließlich den Breakeven beim EBITDA und Cash-Flow an und will ab dem Jahr 2011 profitabel sein. Das Unternehmen geht nach den Worten ihres CEO Williams davon aus, die Gewinnschwelle beim EBITDA mit 3 Millionen bis 3,4 Millionen Abonnenten zu erreichen. Per Ende September lag die Abonnentenzahl bei 2,4 Millionen.

UniCredit bezeichnete die angekündigte Kapitalerhöhungen von Premiere als notwendig für das Überleben des Bezahlfernsehsenders. Diese dienten der Finanzierung der für die kommenden Jahre erwarteten hohen operativen Verluste. Die operativen Ziele des neuen Geschäftsplans seien herausfordernd, aber erreichbar, "wenn Murdochs Art des Bezahlfernsehens in Deutschland funktioniert", so die Analysten.

Der Kurs der Premiere-Aktie konnte von diesen Ankündigungen bislang nicht profitieren: Um 12.00 Uhr notierte das Papier mit 6,1% im Minus bei 4,00 EUR, während sich der MDAX mit plus 1,0% etwas fester zeigte.

Webseite: http://www.info.premiere.de DJG/brb/smh

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