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14.05.2009

UPDATE: Premiere will eigenen Namen zu Grabe tragen

(NEU: Hintergrund)

(NEU: Hintergrund)

Von Philipp Grontzki DOW JONES NEWSWIRES

UNTERFÖHRING (Dow Jones)--Der Bezahlfernsehsender Premiere AG will seinen Namen ändern und rückt damit noch enger mit seinem Großaktionär News Corp zusammen. Im Juli werde ein neues Angebot unter der Marke Sky auf den Markt gebracht, welches das bestehende Premiere-Angebot ablösen soll, teilte das Medienunternehmen am Donnerstag mit. Damit einher geht eine hohe Abschreibung auf die Marke Premiere. Der Firmenname des Konzerns aus Unterföhring bei München soll auf Sky Deutschland AG geändert werden.

Marktanalysen hätten ergeben, dass eine Namensänderung sinnvoll sei, sagte Vorstandsvorsitzender Mark Williams. Die Marke Sky sei eine starke Basis für das Wachstum des Geschäfts.

Die Umbenennung muss noch von der Hauptversammlung abgesegnet werden. Der Wechsel des Markennamens zieht einen Abschreibungsbedarf auf den Buchwert der Marke Premiere von 331,6 Mio EUR nach sich. Die Belastung für das Nettoergebnis, die latente Steuereffekte berücksichtigt, liegt laut Premiere bei 256,1 Mio EUR und wird im laufenden Quartal verbucht.

Die Entscheidung hat laut Premiere keinen Einfluss auf existierende Kundenverträge. Dennoch würden alle Premiere-Abonnenten die Möglichkeit haben, das neue Angebot ab dem Start von Sky im Juli zu übernehmen. Details zu der neuen Preis- und Angebotsstruktur sollen Anfang Juni mitgeteilt werden.

Im ersten Quartal verzeichnete Premiere laut weiteren Angaben vom Donnerstag einen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 29,8 Mio EUR, nach einem Gewinn von 2,9 Mio EUR im Vorjahr. Das Unternehmen verwies dabei auf höhere operative Aufwendungen, die auch daraus resultiert hätten, dass die Entwicklung im Vorjahresquartal von Sondereffekten positiv beeinflusst worden sei.

Der Umsatz kletterte in den ersten drei Monaten auf 232,7 (Vorjahr: 231) Mio EUR, während die Zahl der direkten Abonnenten per Ende März verglichen zum Jahresende 2008 um 28.000 zurückging.

Die Namensänderung ist ein weiterer Schritt im Rahmen der tiefgreifenden Umstrukturierung, die Premiere seit dem Einstieg von News Corp im Januar 2008 erfährt. Der New Yorker Medienkonzern hält aktuell 30,5% an Premiere und ist mit der Tochter Sky Italia und einem Anteil an dem britischen Unternehmen BSkyB in zwei weiteren europäischen Märkten mit Bezahlfernsehen präsent. Zu News Corp gehört auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur.

Williams saß ursprünglich für News Corp im Premiere-Aufsichtsrat, wurde aber nach dem Rücktritt von CEO Michael Börnicke im September neuer Vorstandsvorsitzender bei dem Unternehmen. Zuvor hatte Williams verschiedene Managementpositionen bei News Corp inne, unter anderem bei Sky Italia.

Anfang Oktober stellte Williams eine neue Klassifizierung der Abonnenten bei Premiere vor. Dabei wurden 940.000 Abonnenten, die nach der alten Zählweise enthalten waren, nicht mehr berücksichtigt. Daneben kündigte Premiere damals hohe operative Verluste für 2008 an und erklärte, als Konsequenz daraus Gespräche mit den Banken über die Restrukturierung von Kreditvereinbarungen aufgenommen zu haben.

Kurz vor Weihnachten wurde dann ein neues Finanzierungskonzept festgezurrt. Der Sender hat als Folge im laufenden Jahr 450 Mio EUR über Kapitalerhöhungen eingesammelt, um die neue Finanzierungsstruktur auf Schiene zu bringen und die Umsetzung eines neuen Geschäftsplanes zu ermöglichen. Hauptziele sind dabei die Steigerung der Zahl der Abonnenten mit Laufzeitverträgen und die Erhöhung des Umsatzes pro Kunde.

In diesem Rahmen hat Premiere erhebliche Investitionen etwa in Programmangebot und Marketing angekündigt, was ab dem zweiten Halbjahr 2009 wieder für Wachstum bei den direkten Abonnements sorgen soll. Stattfinden soll dieses Wachstum nun unter der Marke Sky.

Webseite: http://www.info.premiere.de -Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107, philipp.grontzki@dowjones.com DJG/phg/smh Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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