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05.11.2009

UPDATE: ProSiebenSat.1 im 3Q erneut in der Verlustzone

(Neu: Weitere Details)

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Von Matthias Karpstein DOW JONES NEWSWIRES

UNTERFÖHRING (Dow Jones)--Die anhaltende Krise am Werbemarkt und der Schuldendienst haben ProSiebenSat.1 im dritten Quartal erneut einen Nettoverlust beschert. Mit 12,7 Mio EUR fiel der Fehlbetrag nach Minderheitsanteilen noch deutlicher aus als im Vorjahr, wie der MDAX-Konzern aus Unterföhring am Donnerstag mitteilte. Von Juli bis September 2008 war ein Minus von 10,7 Mio EUR angefallen. Das zweite Quartal hatte die Senderkette noch mit einem Überschuss abgeschlossen. Während der Schuldenberg der Sendergruppe im dritten Quartal wuchs, nahm die Zahl der Mitarbeiter weiter ab.

Auf der ProSiebenSat.1 Media AG, mehrheitlich im Besitz der Investmentgesellschaften Permira und KKR, lasten immense Verbindlichkeiten: Zum Ende der Periode belief sich die Nettofinanzverschuldung auf 3,53 Mrd EUR, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Damit haben sich die Schulden im Quartal um 107 Mio EUR erhöht.

Um den Schuldenberg abzubauen, hat der Konzern ein Sparprogramm in Höhe von 200 Mio EUR gestartet. 193,2 Mio EUR hat die Sendergruppe bereits in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres gespart. Allein im dritten Quartal wurden die operativen Kosten abermals um 49,6 Mio EUR gedrückt. Ein neues Sparziel nannte Vorstandsvorsitzender Thomas Ebeling zur Vorlage der Quartalszahlen allerdings nicht.

Gespart wird auch weiterhin beim Personal. Mit 5.026 sorgten zum Ende des dritten Quartals fast 1.000 Mitarbeiter weniger für das Programm als noch zum Ende des Vorjahresquartals.

Die Sendergruppe hat von Juli bis September bei wesentlichen Kennzahlen deutliche Rückgänge verzeichnet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging auf 94,4 (Vorjahr: 103,1) Mio EUR zurück. Der Umsatz schrumpfte im dritten Quartal auf 559,4 (646,5) Mio EUR. Bereinigt um den Verkauf der nordeuropäischen Bezahlsender-Sparte CMore ging der Umsatz noch um 7,9% oder 48,2 Mio EUR zurück.

Mit den Drittquartalszahlen konnte ProSiebenSat.1 die Erwartung der Analysten dennoch weitgehend erfüllen. Sie hatten mit einem Umsatz von 560 Mio EUR und einem Verlust nach Steuern und Anteilen Dritter von 12 Mio EUR gerechnet.

Einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr blieb ProSiebenSat.1 am Donnerstag erneut schuldig. "Unsere Planung bleibt konservativ, eine angemessene Investitionspolitik und konsequente Kostenkontrolle haben auch künftig Priorität", hieß es lediglich von Thomas Ebeling, seit März Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG.

Auf den Werbemärkten hat die Sendergruppe weiter zu kämpfen. Der Umsatz im deutschsprachigen Raum lag im dritten Quartal 2% oder 6,9 Mio EUR unter Vorjahresniveau, international ging es gar 14,4% oder 25,2 Mio EUR nach unten.

Ebeling bekräftigte daher seine Pläne, mit zusätzlichen Modellen für Bezahlfernsehen, Video-on-Demand oder mobile Dienste unabhängiger vom Kerngeschäft des kostenlosen Privatfernsehens zu werden. Er wolle das "Programmvermögen auf allen Plattformen noch besser auswerten", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Zudem will er die Werbezeiten seiner Sender besser vermarkten. Einen ersten Schritt geht der Konzern derzeit mit einem neuen Projekt. An zehn kleinere Unternehmen vergibt ProSiebenSat.1 Werbezeit gegen Umsatzbeteiligung.

Webseite: www.prosiebensat1.de -Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires; +49 89 55214030, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/smh

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