Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

28.10.2009

UPDATE: ProSiebenSat.1 setzt neben Werbung auch auf Gebühren

(NEU: Details)

(NEU: Details)

Von Matthias Karpstein DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die ProSiebenSat.1 Media AG kann sich zur Finanzierung des Unternehmens künftig neben Werbeeinnahmen auch die Einführung von Gebühren vorstellen. "Man muss über einen graduellen Wechsel nachdenken", sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Ebeling am Mittwoch am Rande der Branchenveranstaltung "Medientage München".

Dieser Wechsel könne mit einem Hybridmodell aus Werbung und Gebühren für die Privatsender möglich werden, erläuterte Ebeling. "In Dänemark praktizieren wir das bereits erfolgreich", sagte der ProSiebenSat.1-CEO.

Ebeling will dabei zunächst bei seinen Spartenkanälen ansetzen. Mit Sat.1 Comedy und Kabel 1 Classics betreibt der Medienkonzern mit Sitz in Unterföhring bei München bereits heute zwei Bezahlsender. Ein baldiges Abschalten der Hauptprogramme Sat.1 und ProSieben für zahlungsunwillige Zuschauer sei hingegen nicht geplant, hieß es von Ebeling am Rande der "Medientage München".

Aus ProSieben und Sat.1 reine Bezahlsender zu machen "wäre der große Wurf, aber das muss man sich gut überlegen und gut durchrechnen", sagte der Vorstandsvorsitzende. In Deutschland hätten es reine Bezahlsender wie Sky Deutschland schwer, weil die öffentlich-rechtlichen Anbieter stark im Sportfernsehen engagiert sind. Gerade Sportübertragungen sind aber für viele Zuschauer ausschlaggebend, für Fernsehen Geld zu zahlen. "Ich wäre im Augenblick nicht bereit, einen solchen Schritt zu wagen", sagte Ebeling.

Bessere Chancen sprach er einem Hybridmodell zu, bei dem die Sender weiterhin Werbung zeigen, aber dennoch eine monatliche Gebühr erheben. "Ich persönlich wäre bereit, 9,99 EUR pro Monat zu zahlen", sagte Ebeling. Als Hinweis auf die mögliche Höhe einer künftigen Gebühr für seine Programme wollte es dies aber nicht verstanden wissen.

In Deutschland sei es "sehr schwierig, die richtige Konzeption zu finden", deshalb wolle er beim Bezahlfernsehen "kleine Schritte gehen". Diese würden sich "über mehrere Jahre" hinziehen, sagte Ebeling.

Ebeling bestätigte am Mittwoch das Ziel, 30% der Einnahmen im Jahr 2014 abseits des Werbemarktes zu generieren. Dies werde aber nicht allein über Bezahlfernsehen möglich, sondern auch über Radio, Events und Onlineangebote.

Für den deutschen TV-Werbemarkt rechnet der Vorstandsvorsitzende 2009 mit einem Rückgang um 14% bis 15%. "Wir erwarten aber eine Erholung im vierten Quartal", sagte Ebeling. Diese Erholung werde sich im kommenden Jahr fortsetzen. Für 2010 rechnet er mit einem TV-Werbemarkt, der sich im Bereich von 2% Wachstum bis 5% Rückgang bewegen wird. "Ein Minus von 2% ist als Planung nicht verkehrt", sagte Ebeling.

Das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) hatte zuvor berichtet, ProSiebenSat1 plane langfristig die Einführung einer Nutzungsgebühr für seine Sender, um vom Werbezeitenverkauf unabhängiger zu werden. Für die Zukunftsfähigkeit des Medienkonzerns sei der Aufbau von Beziehungen zu den Endkunden, etwa über Pay-TV oder Video-on-Demand, "enorm wichtig", hatte Ebeling dem "Handelsblatt" gesagt.

Webseite: www.prosiebensat1.de -Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49 89 55214030, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.