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UPDATE: Qimonda plant nach schwachem 1Q weitere Kostenkürzungen

22.01.2008
(NEU: Details, Hintergrund)

(NEU: Details, Hintergrund)

Von Alexander Becker

DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Qimonda AG hat nach einem deutlich schwächer als von Analysten erwarteten Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2007/08 weitere wesentliche Kostensparmaßnahmen angekündigt. So will der Speicherchiphersteller seine Investitionen im laufenden Geschäftsjahr um 250 Mio EUR auf 400 Mio bis 500 Mio EUR senken. Mit der Vorlage der Erstquartalszahlen berichtete Qimonda am Dienstag nach US-Börsenschluss auch einen deutlichen Rückgang seiner Netto-Cash-Position.

Im Rahmen der nun angekündigten Sparmaßnahmen "wurde der Bau einer neuen 300-mm-Produktionsstätte in Singapur verschoben, bis sich die Marktbedingungen verbessern", so Qimonda. Zudem kassierte das Unternehmen seine ursprünglichen Jahresziele zur Produktivitätssteigerung. Demnach erwartet das Unternehmen nun nur noch eine Steigerung von 30% bis 40%. Ursprünglich war das Unternehmen von 50% mehr Bit-Lieferungen ausgegangen.

Im ersten Quartal 2007/08 war Qimonda belastet von einem schwachem Preisumfeld im Speicherchipmarkt deutlich tiefer in die Verlustzone gerutscht als von Analysten erwartet. Bei einem Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr von 56% auf 513 Mio EUR fiel ein EBIT-Verlust von 590 Mio EUR an. Im Vorjahr hatte Qimonda hier noch ein positives EBIT von 250 Mio EUR erwirtschaftet.

Der Qimonda-Vorstandsvorsitzende Kin Wah Loh verwies angesichts der Ergebnisse darauf, dass die Preise für Standard-DRAMs während des abgelaufenen Quartals weiter um über 40% gefallen seien. "Unsere zuvor angekündigten Maßnahmen wurden erfolgreich umgesetzt,konnten jedoch die schwierigen Marktbedingungen nicht ausgleichen", wird Kin Wah Loh zitiert.

Zusätzlich auf dem Ergebnis lasteten im Berichtszeitraum noch preisliche Abschreibungen auf die Lagerbestände von 122 Mio EUR und Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit der Schließung der 200-mm-Fertigung in Dresden von 33 Mio EUR. Unter dem Strich fiel ein Nettoverlust von 598 Mio EUR nach plus 177 Mio EUR im Vorjahr und minus 265 Mio EUR im Vorquartal an.

Damit verfehlte Qimonda im ersten Quartal die Analystenerwartungen bei Umsatz und Ergebnis deutlich. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten bei einem Umsatz von 648 Mio EUR mit einem EBIT-Fehlbetrag von 292 Mio EUR gerechnet. In den Schätzungen der Analysten sind Abschreibungen auf Lagerbestände ebenso wie die Restrukturierungskosten in der Regel nicht enthalten.

Das Auftaktquartal 2007/08 ist damit das dritte verlustreiche Quartal in Folge. Zuletzt hatte Qimonda hier bei einem Umsatz 711 Mio EUR ein EBIT von minus 258 Mio EUR ausgewiesen.

Das schwächer als erwartete Geschäftsfeld wirkte sich auch auf die Finanzausstattung des Unternehmens aus. So verfügte Qimonda zum Ende des ersten Quartals über eine deutlich unter dem Vorquartal liegende Netto-Cash-Position von 374 Mio EUR. Zum Ende des Vorquartals hatte Qimonda hier noch 707 Mio EUR verbucht.

Die Netto-Cash-Position steht angesichts der anhaltenden operativen Verluste als Kennziffer für die finanzielle Ausstattung im Blickpunkt von Anlegern und Analysten. In der nun ausgewiesenen Netto-Cash-Position seien 131 Mio EUR enthalten, die das Unternehmen aus einem Sale-Leaseback-Geschäft im Zusammenhang mit den 200-mm- und 300-mm-Anlagen in Richmond im ersten Quartal erhalten habe.

Wir haben weiterhin eine solide Cash-Position und konnten die Einflüsse der Marktentwicklung, die schlechter als erwartet war, auf unsere Bilanz abschwächen", wird Qimonda-Finanzvorstand Michael Majerus in der Mitteilung zitiert. Im Berichtszeitraum lag der Free Cash-Flow lag bei minus 217 Mio EUR, nachdem im Vorquartal noch Mittelzuflüsse von 90 Mio EUR verzeichnet wurden.

Qimonda ist eine Tochter der Infineon Technologies AG. Infineon hatte im September mit einer Zweitplatzierung ihren Anteil an Qimonda von 86% auf rund 77,5% reduziert. Seit August 2006 ist Qimonda an der New York Stock Exchange gelistet.

Infineon will die Beteiligung bis zur Hauptversammlung 2009 unter 50% zurückfahren. Dazu will das Unternehmen Qimonda-Aktien neben "Abverkäufen und anderen Kapitalmarktmaßnahmen" möglicherweise auch als Sachdividende an ihre Aktionäre ausgeben. Die Hauptversammlung 2008 soll dafür die Voraussetzungen schaffen.

Webseite: http://www.qimonda.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/reh

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