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26.02.2009

UPDATE: QSC setzt 2009 Hoffnungen auf Mittelstand

(NEU: Details, Aussagen CEO, Analystenstimmen, Kursentwicklung)

Von Martin Rapp

DOW JONES NEWSWIRES

KÖLN (Dow Jones)--Der Kölner Telekommunikationsanbieter QSC sieht sich gut gerüstet auch in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs und hofft auf weiteres Wachstum. Nach dem 2008 vorerst abgeschlossenen Netzausbau und mit einer Fokussierung auf den Mittelstand gehe man "verhalten optimistisch" ins Jahr 2009, sagte der Vorstandsvorsitzende der QSC AG, Bernd Schlobohm, am Donnerstag im Interview mit Dow Jones Newswires.

QSC hatte im abgelaufenen Jahr die eigenen Ziele und die Erwartungen des Finanzmarkts übertroffen. Das Unternehmen erlöste 413,3 Mio EUR und damit 23% mehr als 2007. Das EBITDA wuchs um 93% auf 67,3 Mio EUR. Unter dem Strich erwirtschaftete QSC ein positives Konzernergebnis von 0,8 Mio EUR nach einem Vorjahresverlust von 12,7 Mio EUR.

Vor allem das Wachstum im Geschäft mit schnellen Internetleitungen für Privatkunden hat 2008 die Ergebnisse des Unternehmens getrieben. QSC ist in diesem Bereich als Netzbetreiber aktiv und stellt anderen Unternehmen Netzkapazität zur Verfügung. Angewiesen ist das Unternehmen dabei auf die Kooperation der Telekom, die über den Zugang zu den Endkunden verfügt.

Nachdem QSC 2007 noch über Engpässe bei der Freischaltung von Teilnehmeranschlussleitungen, der sogenannten "letzten Meile", geklagt hatte, löste sich diese Schwierigkeit 2008 auf. Am Jahresende lag die Zahl der geschalteten DSL-Anschlüsse mit 555.700 Leitungen mehr als doppelt so hoch als zu Jahresbeginn. Der von QSC im Segment "Wholesale/Reseller" verbuchte Umsatz kletterte infolge um fast 90 Mio EUR auf über 236 Mio EUR.

Allerdings beobachtete das Unternehmen im Verlauf des Jahres erste Sättigungstendenzen im Massenmarkt. QSC möchte sich daher eher auf Geschäftskunden fokussieren und betrachtet sich als "Mittelständler für Mittelständler", sagte Schlobohm. Dazu soll der Mitte 2008 abgeschlossene Netzausbau beitragen. Dadurch sei die Reichweite auf 70% aller deutschen Geschäftskunden gesteigert worden, konkretisierte der Vorstandsvorsitzende.

Über das Netz bietet QSC Sprach- und Datendienste Unternehmen direkt an. Die Integration beider Bedürfnisse und das Angebot integrierter Netzorganisation soll laut Schlobohm gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise den Unternehmen höhere Produktivität liefern und für die nötige Attraktivität sorgen. Die Rezession sorgt ihn nur in einer Hinsicht: QSC müsse das Augenmerk auf mögliche Zahlungsausfälle legen. Vorbeugen will Schlobohm mit einem effizienten Forderungsmanagement.

Auch im Geschäft mit dem Mittelstand sieht Schlobohm sein Unternehmen, an dem er als Gründer noch mit 10% beteiligt ist, von Entwicklungen beim Ex-Monopolisten Telekom abhängig. Deren Neuordnung der Kundenzuteilung könnte für Unzufriedenheit bei Firmenkunden und infolge für den Wunsch nach einem neuen Anbieter sorgen, hofft Schlobohm: "Die Kunden mögen es nicht, wenn dauernd der Ansprechpartner wechselt."

QSC will 2009 den eingeschlagenen Wachstumskurs fortsetzen und dabei den Schwerpunkt auf die Steigerung der Profitabilität und Finanzkraft setzen. Der Umsatz soll auf 420 Mio bis 440 Mio EUR steigen, das EBITDA auf 68 Mio bis 78 Mio EUR.

Schlobohm bezeichnete diese Zielstellung als "konservative Schätzung". Auf der Ergebnisseite werde sich der Abschluss des Netzausbaus bemerkbar machen, prognostiziert Schlobohm. Über die nächsten zwei bis drei Jahre sei deshalb mit sinkenden Investitionen zu rechnen. QSC strebt 2009 ein "nachhaltig positives" Konzernergebnis an.

Das hoffen sicher auch die Aktionäre des Unternehmens. Im vergangenen Jahr hatte sich die Talfahrt des QSC-Papiers unvermindert fortgesetzt. Am Tag der Jahreszahlen reagiert die Aktie in einem festeren Markt negativ und notiert gegen 11.30 Uhr bei 1,03 EUR mit 3,7% im Minus. QSC war im April 2000 auf dem Höhepunkt der Internetblase an die Börse gegangen. Der Emissionspreis für einen Anteilsschein lag damals bei 13 EUR.

Die Analysten lassen sich von den vorgelegten Zahlen scheinbar nicht überzeugen. Heike Pauls von der Commerzbank rät angesichts struktureller Bedenken gegenüber ADSL-Netzbetreibern zum Verkauf der Aktie. Die Kritik von Dominik Klarmann, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, fällt harsch aus: Das Geschäftsmodell von QSC sei angesichts der geringen Größe, der Sättigung im DSL-Markt und des wahrscheinlich wegfallenden Schutzes kleiner Netzbetreiber durch die Regulierungsbehörde nicht nachhaltig.

Webseite: http://www.qsc.de -Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 69 29725 104; unternehmen.de@dowjones.com DJG/mmr/smh Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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