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05.06.2007

UPDATE: RAG-Aufsichtsrat erteilt Müller öffentlich eine Rüge

(NEU: Stellungnahmen, Details, Hintergrund, Focus-Bericht)

(NEU: Stellungnahmen, Details, Hintergrund, Focus-Bericht)

Von Andreas Heitker

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Aufsichtsrat der RAG AG hat dem Vorstandsvorsitzenden des Konzerns, Werner Müller, für sein eigenmächtiges Verhalten im Saar-Ferngas-Verkauf öffentlich gerügt. Nach einer mit Spannung erwarteten außerordentlichen Sitzung erklärte das Kontrollgremium am Dienstag, die umstrittene Vereinbarung Müllers mit Arcelor Mittal sei nicht in erforderlicher Weise abgestimmt gewesen.

Der Aufsichtsrat (AR) billigte den Saar-Ferngas-Vertrag mit Arcelor am Dienstag zwar nachträglich. Das Gremium verwies aber zugleich deutlich darauf, dass es bei Zweifelsfragen "künftig eine vorherige Klärung zwischen Vorstand und Präsidium des Aufsichtsrates" geben werde.

Hintergrund ist der von der RAG geplante Verkauf des 77-Prozent-Paketes an der Saar Ferngas, das eigentlich an die RWE AG gehen sollte. Das Bundeskartellamt hatte die Akquisition im März aber untersagt. Dagegen geht RWE derzeit gerichtlich vor. Müller hatte daraufhin mit Arcelor Mittal vereinbart, dass der Konzern bei einem endgültigen Scheitern der Transaktion Saar Ferngas zu gleichen Bedingungen kaufen kann.

RAG-Großaktionär RWE hatte sich daraufhin beim AR-Vorsitzenden Wulf Bernotat beschwert, der die außerordentliche Sitzung anberaumt hatte. Auf dieser wurden den Angaben zufolge nun verschiedene Rechtsgutachten vorgelegt. Die von Bernotat in Auftrag gegebene Studie kam dabei zu dem Ergebnis, dass die erforderliche Zustimmung des AR zu der Arcelor-Vereinbarung bis dahin nicht eingeholt worden sei.

Ein Gutachten vom RAG-Vorstand kam erwartungsgemäß zu einem anderen Ergebnis. Es gebe in dem Fall "unterschiedliche Rechtsauffassungen", räumte der AR ein. Es seien aber "aus der Mitte des Aufsichtsrates eine Reihe berechtigter Fragen gestellt" worden - auch wenn man sich im Nachhinein habe überzeugen können, dass Arcelor durch das Geschäft keine Sonderkonditionen erhält.

Die RAG-Aktionäre E.ON, RWE, ThyssenKrupp und Arcelor Mittal sollen ihre Anteile im Zuge des von Müller geplanten Börsengangs für jeweils 1 EUR abgeben. Da Arcelor sich lange dagegen gesträubt hatte, hatten Beobachter in dem Saar-Ferngas-Geschäft Sondervorteile für den luxemburgischen Stahlkonzern vermutet.

Die RAG wollte die Aufsichtsratssitzung am Dienstag zunächst nicht weiter kommentieren. Ein RWE-Sprecher sagte, der AR habe bestätigt, dass die von RWE vorgetragenen Bedenken berechtigt gewesen seien.

Ob sich die Rüge für Müller auf seine Zukunft im Konzern auswirken wird, blieb am Dienstag offen. Der Aufsichtsrat äußerte sich nicht zu der Diskussion, ob Müller Vorsitzender der geplanten Kohlestiftung oder Vorstandsvorsitzender des künftig börsennotierten RAG-Konzerns werden soll. Eine Führung der Stiftung durch Müller hatten unter anderem Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und der nordrhein-westfälische Regierungschef Jürgen Rüttgers abgelehnt.

"Focus Online" berichtete am Dienstagabend unterdessen unter Berufung auf Berliner Regierungskreise, dass der Vorstandsvorsitzende von ThyssenKrupp, Ekkehard Schulz, Stiftungsvorsitzender werden könne. Schulz sei der Wunschkandidat von Bundeskanzlerin Angela Merkel, hieß es. Auf Anfrage habe Schulz allerdings erklärt, dass er seinen Vertrag bei ThyssenKrupp bis Januar 2009 erfüllen wolle, schreibt "Focus Online". ThyssenKrupp war am Dienstagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Webseiten: http://www.rag.de

http://www.rwe.de

http://www.thyssenkrupp.de

-Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14,

andreas.heitker@dowjones.com

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