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02.04.2008

UPDATE: Regulierer sieht weiter starkes Wachstum im Mobilfunk

(NEU: Weitere Details)

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von Richard Breum DOW JONES NEWSWIRES

BONN (Dow Jones)--Die mobilen Datenübertragungen entwickeln sich nach Einschätzung des Bundesnetzagentur acht Jahre nach der Versteigerung der UMTS-Frequenzen zum Wachstumstreiber im Telekommunikationsmarkt. Mit 8,7 Mio UMTS-fähigen Mobiltelefonen oder Laptopkarten und einer Verdreifachung der Zahl der regelmäßigen Nutzer von 2005 bis 2007 sei nun "der Knoten geplatzt und das mobile Internet auf der Überholspur", sagte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, am Mittwoch in Bonn.

Das Datenvolumen, das mobil übertragen wird, habe sich 2007 gegenüber dem Vorjahr auf 1,7 Mio GigaByte verdoppelt, sagte Kurth bei der Vorstellung des Jahresberichts der Agentur. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Preissenkungen für mobile Datendienste sowie transparente Tarifmodelle für die Datennutzung wie Paket- oder Flatrateangebote.

"Die Netzbetreiber sollten aus wohlerwogenem Eigeninteresse bei der mobilen Datennutzung weitere Schritte zur Klarheit und Verbraucherfreundlichkeit einleiten", mahnte Kurth. Wer erneute regulatorische Eingriffe auf EU-Ebene zum Beispiel beim Datenroaming vermeiden wolle, sollte durch eigenes Handeln aktiv werden.

Der Marktanteil der Wettbewerber der Deutschen Telekom AG im gesamten Telekommunikationsmarkt lag im vergangenen Jahr bei 52%. Aufgrund des Preisverfalls im Festnetz und um Mobilfunk war der Umsatz auf diesem Markt 2007 insgesamt wie schon im Vorjahr rückläufig - wenn auch nicht ganz so stark, wie die Behörde noch im Dezember erwartet hatte. Die Netzagentur rechnet für 2007 nun mit einem Umsatz von 63,8 Mrd EUR. Bereits 2006 war der Umsatz auf 66,3 (2005: 67,3) Mrd EUR zurückgegangen.

Beim Mobilfunk erwartet die Netzagentur weiteres Wachstum der Nutzung. Mit 97 Millionen Mobilfunkteilnehmern und einer Penetrationsrate von 118% im statistischen Durchschnitt sei das Potenzial bei weiteren Mobilfunkverträgen zwar begrenzt. Durch Flatrates und günstige Angebote seien aber im vergangenen Jahr mit 68,3 Mrd Minuten rund 20% mehr aus Mobilnetzen telefoniert worden als im Vorjahr.

Und das Wachstumspotenzial des Mobilfunks in Deutschland sei "bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Rund 10% aller Haushalte hätten bereits nur noch ein Mobiltelefon und verzichteten auf den Festnetzanschluss. Die Entwicklung, Festnetz- durch Mobilfunktelefonate zu ersetzen, werde weitergehen.

Andererseits habe das Festnetz europaweit einmalige Zuwachsraten bei Breitbandanschlüssen. Mit fast 20 Mio der schnellen Zugänge habe Deutschland eine Zuwachsrate von 5 Millionen Kunden innerhalb eines Jahres und sei damit Spitzenreiter in Europa. Auch bei der relativen Zuwachsrate, also bezogen auf die Zahl der Bevölkerung, liege Deutschland vor anderen großen Ländern Europas wie Großbritannien und Frankreich und werde nur von kleineren Staaten übertroffen.

Rund 18,5 Mio und damit knapp 95% der Breitbandanschlüsse entfallen auf die DSL-Technologie. Mit 985.000 Anschlüssen folgt das Kabelmodem, 36.500 Teilnehmer sind über Satellit verbunden und 9.500 Kunden nutzen die Datenübertragung durch das Stromnetz. Von einer deutlichen Belebung des Wettbewerbs der verschiedenen Zugangsarten könnte damit weiterhin nicht gesprochen werden, heißt es im Jahresbericht.

Im Festnetz werden mehr als die Hälfte der neuen Breitbandanschlüsse von Wettbewerbsunternehmen der Deutschen Telekom AG geschaltet. Etwas mehr als die Hälfte der DSL-Kunden nutzen Angebote der Wettbewerber. Rund 3,9 Millionen Deutsche verwenden zudem die Internettelefonie (Voice over IP). Sie wickelten 2007 damit umgerechnet rund 16 Mrd Gesprächsminuten ab - das entspricht rund 10% der In- und Auslandsverbindungen im Festnetz. Diese Verbindungen beliefen sich auf rund 169 (Vorjahr: 175) Mrd Minuten und sind damit wie in den Vorjahren weiter rückläufig.

Zehn Jahre nach dem Start der Bundesnetzagentur sei die Marktöffnung auf dem Gebiet der Telekommunikation insgesamt erfolgreich, sagte Kurth. Wer die Lehren daraus beachte, sollte auch in anderen Netzsektoren des Infrastrukturbereichs und der Daseinsvorsorge nicht allzu schnell nach dem Staat rufen.

Gerade die derzeitige Finanzmarktkrise zeige, dass Investitionen in öffentliche Infrastrukturen zwar sehr langfristig erfolgen würden, aber auch sichere und stabilere Erträge bringen würden als hochriskante und weitgehend gescheiterte spekulative Engagements wie zum Beispiel im US-Immobilienmarkt.

Webseite: http://www.bundesnetzagentur.de - von Richard Breum, Dow Jones Newswires, +49 (0) 211 - 13872 15, Richard.Breum@dowjones.com DJG/rib/cbr

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