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05.11.2008

UPDATE: Rheinmetall leidet unter Schwäche der Automobilbranche

(NEU: Aussagen Sprecher, Details)

(NEU: Aussagen Sprecher, Details)

Von Alexander Becker

DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Rheinmetall AG hat nach neun Monaten einen im Vergleich zum Vorjahr stabilen Umsatz ausgewiesen und das Konzernergebnis stärker als erwartet gesteigert. Die zunehmende Schwäche der weltweiten Automobilindustrie hinterließ allerdings sichtbare Bremsspuren in der Drittquartalsbilanz des MDAX-Konzerns. Seine mittelfristige Prognose für diesen Geschäftsbereich setzte der Rüstungs- und Automobilzulieferkonzern deshalb aus.

Rheinmetall geht davon aus, dass 2009 für die Automobilindustrie ein schwieriges Jahr mit besonderen Herausforderungen werden wird. Die mit hohen Unsicherheiten behaftete Situation lasse für Automotive gegenwärtig eine seriöse Prognose für das nächste Jahr und damit auch eine Bestätigung der bisherigen Mittelfristziele nicht zu, erklärte das Unternehmen.

Bislang hatte Rheinmetall im Konzern eine EBIT-Rendite von 9% und eine Kapitalverzinsung (ROCE) von 20% bis spätestens 2010 in Aussicht gestellt. Diese Prognosen seien von den Aussagen zu den Automotive-Mittelfristzielen zunächst nicht betroffen, sagte ein Rheinmetall-Sprecher am Morgen zu Dow Jones Newswires. Für den Unternehmensbereich Defence geht das Unternehmen von "einer Fortsetzung der nachhaltig positiven Entwicklung" aus.

Bereits per Ende September zeigt sich in den beiden Geschäftsbereichen Automotive und Defence ein unterschiedliches Bild. "Während sich der Unternehmensbereich Automotive der negativen Branchenentwicklung nicht entziehen konnte, legte Rheinmetall in dem von Konjunkturschwankungen weitgehend unabhängigen Defence-Geschäft nochmals deutlich zu", heißt es in der Mitteilung.

Während der Defence-Umsatz im Berichtszeitraum um 3% auf 1,177 Mrd EUR zulegte und sich die EBIT-Marge auf 9,2% (Vorjahr: 7,2%) verbesserte, verzeichnete der Automotive-Bereich einen Rückgang bei Umsatz wie Rendite. Bei 3% rückläufigen Einnahmen von 1,65 Mrd EUR sank die EBIT-Marge auf 4,0% von 4,8% im Jahr zuvor. Bis einschließlich September ergebe sich der Umsatzrückgang im Wesentlichen aus der drastisch geschrumpften Automobilproduktion in den USA.

Der Rheinmetall-Konzern wies nach neun Monaten mit 2,827 Mrd EUR einen Umsatz auf Vorjahresniveau aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 3% auf 163 Mio EUR zu und das Konzernergebnis um 7% auf 85 Mio EUR. Von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Mittel mit 2,84 Mrd EUR Umsatz und 156 Mio EUR EBIT sowie 80 Mio EUR Konzernergebnis gerechnet.

Rheinmetall bekräftigte die vor knapp zwei Wochen gesenkte Gewinnprognose. So erwartet das Düsseldorfer Unternehmen für den Bereich Automotive ein EBIT von rund 80 Mio EUR und für den Bereich Defence mindestens 180 Mio EUR. Daraus leite sich für den Gesamtkonzern eine Prognose für das konsolidierte EBIT zwischen 250 Mio EUR und 260 Mio EUR ab. Bis zum 23. Oktober hatte das Unternehmen 280 Mio bis 290 Mio EUR in Aussicht gestellt.

Im laufenden vierten Quartal erwartet Rheinmetall für den Bereich Automotive nach gegenwärtigem Stand einen "deutlich schwächeren Umsatzverlauf" im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen habe auf den Rückgang der Abrufe mit den Möglichkeiten aus den flexiblen betrieblichen und tariflichen Arbeitszeitregelungen sowie mit Investitions- und Kostenreduzierungen reagiert.

"Zwar können auch wir uns der angespannten Lage im weltweiten Automobilgeschäft nicht entziehen. Aber wir haben durch Kosten senkende Maßnahmen und durch die umfassende Nutzung unserer flexiblen Arbeitszeitregelungen auf diese Herausforderungen bereits reagiert", wird der Rheinmetall-Vorstandsvorsitzende Klaus Eberhardt zitiert. Die nachhaltig gute Entwicklung im internationalen Defence-Geschäft gibe dem Unternehmen "die notwendige Robustheit, selbst unter schwierigeren konjunkturellen Bedingungen".

Webseite: http://www.rheinmetall.com/ -Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires; +49 (0)89 - 5521 4030, industry.de@dowjones.com DJG/abe/rio

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