Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

06.11.2008

UPDATE: RTL und ProSiebenSat.1 zeigen gemischtes Bild

06.11.2008
(NEU: Hintergrund, Details)

(NEU: Hintergrund, Details)

Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

UNTERFÖHRING/LUXEMBURG (Dow Jones)--Die europäischen TV-Konzerne RTL und ProSiebenSat.1 haben jeweils am Donnerstag ihre Neunmonatszahlen vorgelegt und dabei über deutlich unterschiedliche Geschäftsverläufe berichtet. Während die ProSiebenSat.1 Media AG wegen Problemen auf dem deutschen Free-TV-Markt einen Rückgang ihres Pro-Forma-Umsatzes verzeichnete, konnte die RTL Group nicht zuletzt dank einer "starken Performance" der Mediengruppe RTL Deutschland ihren Umsatz leicht steigern.

Unsicherheiten über die künftige Entwicklung auf den TV-Märkten bestehen angesichts der Finanzmarktkrise und sich abkühlenden Weltkonjunktur allerdings bei beiden Unternehmen. Trotz "des aktuellen Wirtschaftsklimas und der unverändert geringen Visibilität auf den Werbemärkten" bleibt RTL nach eigenen Angaben aber "vorsichtig optimistisch, die finanziellen Ziele für 2008 zu erreichen".

ProSiebenSat.1 verweist darauf, dass auf internationaler Ebene derzeit nicht absehbar ist, in welchem Ausmaß die Finanzmarktkrise die Werbebranche beeinträchtigt. Bei regional unterschiedlicher Auswirkung dürften "die nachteilig wirkenden Faktoren jedoch überwiegen". Zwar werde es auch weiterhin Teilmärkte mit guten Wachstumsraten geben, für das vierte Quartal erwarte das Unternehmen "aufgrund aktueller Marktdaten insgesamt jedoch eine Abschwächung".

Pessimistisch äußerte sich der Unterföhringer Medienkonzern über die Chancen auf dem deutschen Markt. So seien die Aussichten für den deutschen Werbemarkt "deutlich schlechter geworden". Hinzu kommen hier hausgemachte Probleme bei ProSiebenSat.1: "Die Schwierigkeiten bei der Einführung des Werbezeiten-Verkaufsmodells in Deutschland werden sich auch auf das vierte Quartal auswirken".

ProSiebenSat.1 hatte das neue Verkaufsmodell Ende 2007 eingeführt und im Mai noch mal überarbeitet, nachdem das Bundeskartellamt das vorherige Modell beanstandet hatte. Probleme bei der Einführung des neuen Modells hatten die Umsatzentwicklung des Unternehmens auf dem deutschen Markt wiederholt belastet.

Für das Gesamtjahr wiederholte ProSiebenSat.1 in dem Quartalsausweis die Ende September gesenkte Ergebnisprognose nicht. Die Mediengruppe hatte damals erklärt, für 2008 mit einem Recurring EBITDA zwischen 670 Mio und 700 Mio EUR zu rechnen, nachdem zuvor das Erreichen des Pro-Forma-Vorjahreswertes von rund 780 Mio EUR angestrebt worden war.

Angesichts einer zu geringen Visibilität für das vierte Quartal könne das Unternehmen keinen Ausblick geben, sagte Finanzvorstand Axel Salzmann in einer Telefonkonferenz zu den Drittquartalszahlen. Einen neuen Ausblick wird es laut dem Vorstandsvorsitzenden Guillaume de Posch nicht geben. Dieses mache "keine Sinn" bevor die Bücher geschlossen sein, sagte de Posch.

RTL dagegen bekräftigte - wenn auch "vorsichtig optimistisch" - das Erreichen des Ergebniszieles für 2008. So soll das EBITA 2008 den Vorjahreswert von 898 Mio EUR übertreffen. RTL-CEO Gerhard Zeiler hatte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im August allerdings bereits gesagt, dass es "hart werden wird, dieses Ziel zu erreichen".

In den ersten neun Monaten erwirtschaftete RTL ein gegenüber dem Vorjahrszeitraum um knapp 4% höheres bereinigtes (um Restrukturierungskosten und nicht wiederkehrende Effekte) EBITA von 613 Mio EUR. Im Vorjahr hatte RTL hier allerdings auch eine Kartellstrafe über 96 Mio EUR verbucht.

Die Performance der Mediengruppe RTL Deutschland sowie von FremantleMedia hätten in den ersten neun Monaten signifikante ergebnismindernde Effekte kompensiert, wie etwa die Abkühlung in mehreren Werbemärkten, die außerordentlichen Programminvestitionen der Groupe M6 für die Fußball-EM sowie Restrukturierungskosten bei RTL Nederland.

Der Umsatz lag bei RTL nach den ersten neun Monaten mit 4,052 Mrd EUR knapp über dem Vorjahresniveau von 4,039 Mrd EUR. Im dritten Quartal legte der Umsatz allerdings um 3,5% zu.

Die TV-Werbemärkte zeigten dabei laut RTL im Berichtszeitraum ein gemischtes Bild. Während die TV-Werbemärkte in Deutschland und den Niederlanden im Berichtszeitraum wuchsen, verzeichneten andere Märkte Rückgänge, am deutlichsten in Spanien und Frankreich. Die Einheiten der RTL Group entwickelten sich dabei in zahlreichen Ländern besser als der Gesamtmarkt, insbesondere das TV- und Radiogeschäft in Deutschland und Frankreich.

ProSiebenSat.1 verzeichnete beim Konzernumsatz in den ersten neun Monaten auf vergleichbarer Basis einen Umsatzrückgang auf 2,177 Mrd EUR von 2,248 Mrd im Vorjahreszeitraum. Hier sind die Erlöse der seit Juli 2007 konsolidierten SBS auf Pro-forma-Basis eingerechnet. Im dritten Quartal 2008 fiel der Umsatz um 3,3% auf 646,5 Mio EUR.

Hauptgrund hierfür sei die Umsatzentwicklung im deutschen Free-TV-Geschäft, die "erneut deutlich unter Vorjahresniveau lag". Anhaltende Schwierigkeiten, die aus der Einführung des Werbezeiten-Verkaufsmodells resultieren, prägten den Angaben zufolge die Buchungssituation. Höhere Erlöse im internationalen Free-TV-Geschäft konnten die Umsatzeinbußen im deutschen Free-TV-Markt etwas abschwächen.

Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA (Recurring EBITDA) reduzierte sich in den ersten neun Monaten deutlich auf 395,3 Mio von 487,2 Mio EUR im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal fiel das Recurrent EBITDA dabei um 17,4% auf 103,1 Mio EUR. Der Konzernfehlbetrag lag im dritten Quartal mit minus 10,7 Mio EUR deutlich unter dem Vorjahresverlust von minus 77,9 Mio EUR. Damals war hier aber auch die Kartellstrafe über 120 Mio EUR als einmalige Belastung verbucht worden.

ProSiebenSat.1 kündigte zudem an, die geänderten Rahmenbedingungen im Budgetplan für 2009 berücksichtigen und "der schwierigen Marktsituation mit klaren Maßnahmen begegnen". Dabei sollen "zusätzliche Einsparungspotentiale" identifiziert werden.

"Wir werden die Rentabilität und Effizienz aller Abläufe in unserem Portfolio überprüfen und uns auf die 'Must-Haves' konzentrieren, das bedeutet, auf die für unser Unternehmen in diesem ungünstigen Marktumfeld wirklich wesentlichen Aktivitäten", so der Vorstandsvorsitzende de Posch zitiert. Konkrete Angaben dazu machte das Unternehmen zunächst nicht.

Webseiten: http://www.prosiebensat1.com http://www.rtlgroup.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/roa

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.