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18.10.2007

UPDATE: SAP präsentiert solide 3Q-Zahlen

(NEU: Analysteneinschätzung, Aktienkurs, Details und Hintergründe) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Analysteneinschätzung, Aktienkurs, Details und Hintergründe) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

WALLDORF (Dow Jones)--Die SAP AG hat sich nach einem soliden dritten Quartal 2007 etwas optimistischer für das Gesamtjahr 2007 geäußert. Demnach wird der Produktumsatz nun am oberen Ende der Prognosespanne gesehen. Analysten hatten im Vorfeld für die Vorlage der Drittquartalszahlen vor allem die Aussagen des Managements zur Entwicklung im Gesamtjahr in den Blickpunkt gerückt. Im dritten Quartal blieb SAP beim Umsatz im Rahmen der Analystenprognosen, das operative Ergebnis fiel besser als erwartet aus.

Zu der geplanten Übernahme von Business Objects äußerte sich SAP bei der Vorlage der Zahlen zunächst nicht. Vor dem Hintergrund des angestrebten Milliardenzukaufs kündigte SAP für viele Marktbeobachter aber überraschend an, das Aktienrückkaufprogramm auch im vierten Quartal wie geplant fortzusetzen. Im operativen Geschäft konnte SAP nach eigenen Angaben erneut gegen ihre Wettbewerber punkten und ihren Markanteil weiter steigern. Dabei kann SAP das Geschäft mit einem wichtigen Großkunden in den USA weiter ausbauen.

Die SAP-Aktie reagierte im vorbörslichen Handel positiv auf die vorgelegten Zahlen und Ankündigungen. Bei Lang & Schwarz notiert das Papier um 8.30 Uhr 1,5% höher in einer Spanne zwischen 40,00 und 40,40 EUR.

Das Produktgeschäft von SAP wuchs im dritten Quartal mit zweistelligen Wachstumsraten. Die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse legten im Berichtszeitraum um 13% auf 1,74 Mrd EUR zu. Die von Analysten und Investoren genau beobachteten Softwareerlöse erhöhten sich dabei um 11% auf 715 Mio EUR. Der Konzernumsatz stieg insgesamt um 9% auf 2,42 Mrd EUR. Bei allen Umsatzkennziffern blieb das Unternehmen im Rahmen der Analystenerwartungen.

"Das dritten Quartal ist ein weiteres starkes Quartal, in dem der Umsatz der SAP mit Software und softwarebezogenen Services in allen Regionen zweistellig zugenommen hat", wird SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann. Im Berichtszeitraum habe SAP weitere Anteile unter den Anbietern von Core Enterprise Applications hinzugewonnen. Der weltweite Anteil von SAP unter diesen Anbietern lag den Angaben zufolge bei 27% zum Ende des dritten Quartals 2007. Dies entspreche einem Zuwachs von 3,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreswert.

SAP werde dabei das Geschäft mit zwei Großkunden ausbauen. Demnach werde der US-Einzelhandelshandelskonzern Wal-Mart Stores die SAP ERP Financials für seine Finanzprozesse verwenden. Wal-Mart plane, SAP weltweit in Phasen einzuführen. Die erste Phase soll voraussichtlich im Jahr 2010 abgeschlossen werden. Das finanzielle Volumen wollte ein SAP-Sprecher auf Nachfrage nicht kommentieren.

"Der Wal-Mart-Auftrag ist das Sahnehäubchen des Quartalsberichts", so Heino Ruland, Aktienstratege und Analyst von FrankfurtFinanz. SAP habe sich damit einen guten Auftrag gesichert, der auch als Erfolg gegen Oracle zu bewerten sei, so der Analyst zu Dow Jones Newswires. Ruland zufolge bieten die Zahlen nichts Überraschendes. Der Umsatz liege einen Tick unter den Erwartungen, die Ergebniszahlen einen Tick über den Erwartungen, im operativen Ergebnis knapp 3% über den Prognosen, heißt es.

Das operative Ergebnis legte um 9% auf 601 Mio EUR zu, was einer operativen Marge von 24,8% (Vorjahr 24,8%) entspricht. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Mittel bei einem Umsatz von 2,437 Mrd EUR mit einem operativen Ergebnis von 587 Mio EUR bzw mit einer operativen Marge von 24% gerechnet.

Für das Gesamtjahr bekräftigte SAP ihre Umsatz- und Ertragsprognosen im Wesentlichen, präzisiert aber die Umsatzprognose. Demnach wird der Umsatz bei den Software und softwarebezogenen Serviceerlösen nun am oberen Ende der Prognosespanne gesehen. SAP rechnet hier mit einem Umsatzwachstum von rund 12% bis 14% im Vergleich zum Vorjahr.

Die operative Marge im Geschäftsjahr werde unverändert zwischen 26% und 27% erwartet. Im Vorjahr hatte SAP hier noch 27,3% erwirtschaftet. SAP begründet den erwarteten Rückgang mit den zusätzlichen Investitionen in das neue Mittelstandsprodukt Business ByDesign. Diese sollen sich bis Ende 2008 auf etwa 300 Mio bis 400 Mio EUR belaufen, bekräftigte der DAX-Konzern am Berichtstag frühere Aussagen. In den ersten neun Monaten habe das Unternehmen hier rund 85 Mio EUR investiert. Im ersten Halbjahr lag dieser Wert noch bei rund 50 Mio EUR.

Deutlich größere Investitionen stehen für SAP bei der Übernahme der Business Objects an. Sie hat ein Gesamtvolumen von mehr als 4,8 Mrd EUR. Trotz der geplanten Übernahme hält SAP im laufenden Jahr aber im Wesentlichen an ihren geplanten Aktienrückkäufen fest. Im dritten Quartal habe das Unternehmen rund 6,2 Mio Aktien im Wert von 250 Mio EUR zurückgekauft. SAP kündigte dabei an, "angesichts der starken Generierung von Free Cashflow", im laufenden vierten Quartal in etwa genauso viel in den Rückkauf eigener Aktien zu investieren wie im dritten Quartal.

In den ersten neun Monaten 2007 kaufte SAP nach eigenen Angaben 20,4 Mio Aktien für einen Gesamtbetrag von 756 Mio EUR zurück. SAP hatte im Juli bei der Vorlage der Zweitquartalszahlen angekündigt, dass die Aufwendungen für Aktienrückkäufe 2007 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen sollen. Damals hatte SAP rund 1,1 Mrd EUR ausgegeben.

In Folge der Übernahme der Business Objects hatte SAP-Finanzvorstand Werner Brandt allerdings gesagt, dass die Milliardenübernahme auch Einfluss auf das laufende Aktienrückkaufprogramm von SAP in den kommenden zwei Jahren haben werde. In den ersten neun Monaten 2007 erwirtschaftete SAP nach eigenen Angaben einen operativen Cashflow von 1,34 Mrd EUR und einen Free Cashflow von 1,05 Mrd EUR. Zum 30. September verfügte SAP über liquide Mittel von 2,6 Mrd EUR.

Webseite: http://www.sap.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 - 5521 4030 industry.de@dowjones.com DJG/abe/brb

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