Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.07.2007

UPDATE: SAP räumt Verfehlungen von TomorrowNow bei Oracle ein

(NEU: Händlereinschätzung, Aktienkursentwicklung, Aussagen CEO)

(NEU: Händlereinschätzung, Aktienkursentwicklung, Aussagen CEO)

Von Alexander Becker

Dow Jones Newswires

WALLDORF (Dow Jones)--Die SAP AG hat die Klage von US-Wettbewerber Oracle wegen Industriespionage "im großen Stil" formell erwidert und dabei Verfehlungen der US-Dienstleistungstochter TomorrowNow eingeräumt. So habe es von TomorrowNow einige "unangemessene Downloads" von Oracle-Support-Daten gegeben, teilte der Walldorfer Softwarehersteller am Dienstag mit. Allerdings habe SAP selbst keinen Zugriff auf das geistige Eigentum von Oracle gehabt.

Händler werteten die Aussagen in einer ersten Einschätzung negativ. Die Erwiderung auf die Oracle-Klage "hört sich nicht gut an", sagt ein Händler: "Im Prinzip geben sie ja zu, die Oracle-Daten genutzt zu haben, wenn auch nur hausintern". Wegen der erwartbar hohen Klagesummen in den USA werde der Markt eine hohe Strafe einpreisen und die Aktie abstrafen.

Im vorbörslichen Handel notiert die SAP-Aktie am Dienstagmaorgen gegen den Markttrend schwächer. So wird das SAP-Papier 37,30 EUR zu 37,50 EUR gestellt, nachdem das Papier den Handel am Vortag bei 37,99 EUR beendet hatte.

Oracle hat den DAX-Konzern Ende März wegen "unternehmerischen Diebstahls in großem Stil" verklagt. Mitarbeiter der US-SAP-Tochter TomorrowNow sollen Zugangsdaten von abgeworbenen Oracle-Kunden genutzt, um Programmerweiterungen und Dateien zur Fehlerbehebung - Updates und Patches - bei Oracle herunterzuladen. Zudem seien Anleitungen kopiert worden. So habe SAP versucht, das Dienstleistungsgeschäft von Oracle zu untergraben.

In der am Dienstag eingereichten Klageerwiderung schreibt SAP, "dass TomorrowNow berechtigt war, im Auftrag seiner Kunden Material von der Oracle-Website zu laden". Allerdings seien von TomorrowNow auch "einige Support-Dokumente und Fehlerbehebungen in unangemessener Weise heruntergeladen" worden. Diese Materialien seien aber auf separaten, eigenständigen Systemen von TomorrowNow verblieben. SAP habe darauf nicht Zugriff gehabt.

SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann sagte am Morgen in einer Telefonkonferenz, Oracle sei durch das Vorgehen von TomorrowNow "kein signifikanter Schaden" zugefügt worden. Nach wie vor seien "alle Optionen" für eine Beilegung der Klage offen. Dazu gehöre auch eine außergerichtliche Einigung mit dem US-Wettbewerber.

Über mögliche Strafen müsse nun letztlich das Gericht entscheiden, so Kagermann weiter. Noch sei es zu früh, über mögliche finanzielle Belastungen oder notwendige Rückstellungen im Zusammenhang mit der juristischen Auseinandersetzung zu reden.

"Für mich ist selbst ein einziger unangemessener Download inakzeptabel und wir bedauern diesen Vorfall sehr", so Kagerman. Mehrheitlich seien die Downloads von TomorrowNow aber angemessen gewesen. Zum Verhältnis von angemessenen zu unangemessenen Downloads wollte sich Kagermann wegen der laufenden Untersuchungen nicht äußern.

SAP nehme jede Abweichung von den eigenen Geschäftsgrundsätzen "sehr ernst" und habe deshalb "umgehend Maßnahmen eingeleitet, um die Kontrolle über den Geschäftsbetrieb von TomorrowNow zu verstärken". Das Geschäft der US-Tochter werde künftig von Chief Operating Officer (COO) Mark White als Executive Chairman geführt. TomorrowNow-CEO Andrew Nelson werde künftig an White berichten. So solle sicher gestellt werden, dass es nicht mehr zu "unangemessenen Downloads" kommt.

TomorrowNow lädt nach SAP-Angaben häufig Support-Material von der Oracle Internetseite, und zwar im Auftrag von Kunden, die sich für eine Fremdwartung ihrer Oracle-Anwendungen entschieden haben. Drittanbieter für Softwarewartung wie TomorrowNow seien davon abhängig, dass ihre Kunden es ihrem Dienstleister erlauben, mit Hilfe des Kundenpasswortes auf Support-Material zuzugreifen, um so den Support und Service für die Oracle-Applikationen beim Kunden leisten zu können.

Am 4. September sollen laut SAP die weiteren Schritte in dem Verfahren vor Gericht besprochen werden.

Webseite: http://www.sap.com/

-Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 505,

industry.de@dowjones.com

DJG/abe/rio

Copyright (c) 2007 Dow Jones & Company, Inc.