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30.04.2008

UPDATE: SAP weniger optimistisch für "Business ByDesign"

(NEU: Aussagen des Managements, Details, Aktienkurs) Von Dorothee Tschampa DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Aussagen des Managements, Details, Aktienkurs) Von Dorothee Tschampa DOW JONES NEWSWIRES

WALLDORF (Dow Jones)--Die SAP AG hat bei Vorlage der Erstquartalszahlen die Erwartungen der Analysten verfehlt und erstmals Verzögerungen bei der Einführung des neuen Mittelstandsprodukts Business ByDesign eingestanden. Zudem berichtete der Walldorfer Softwarekonzern am Mittwoch von einem zunehmend schwierigerem US-Geschäft.

Es werde zwölf bis 18 Monate länger dauern, bis Business ByDesign die ursprünglich für 2010 angestrebten Umsatzerlöse von 1 Mrd USD erzielen werde, hieß es. Auch das Ziel, bis zum Jahr 2010 10.000 Kunden zu gewinnen, könne nicht gehalten werden.

Aufgrund der Verschiebungen werde SAP gleichzeitig die Investitionen in das neue Produkt in diesem Jahr auf rund 100 Mio EUR zurückschrauben. Zuvor waren Ausgaben zwischen 175 Mio und 225 Mio EUR geplant gewesen. Ab dem kommenden Jahr soll es dann gar keine zusätzlichen Investitionen in das neue Produkt mehr geben, sondern die Kosten sollen aus dem operativen Geschäft finanziert werden. Ursprünglich sollten in die Einführung von Business ByDesign bis Anfang 2009 bis zu 400 Mio EUR fließen. 2007 waren bereits rund 125 Mio EUR ausgegeben worden.

Wegen der geringeren Ausgaben für Business ByDesign hob der DAX-Konzern sein Margenziel für das laufende Jahr um 1 Prozentpunkt an. Nun soll eine währungsbereinigte operative Marge nach Non-GAAP-Zahlen in der Spanne zwischen 28,5% und 29% erreicht werden. Die im Januar mitgeteilte Prognose sah einen Korridor von 27,5% bis 28% vor. Im vergangenen Jahr betrug die Marge 27,3%.

Den Jahresausblick für den Umsatz bestätigte das Unternehmen. Nach wie vor sollen die Non-GAAP-Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse auf Basis gleicher Wechselkurse um 24% bis 27% steigen. Im vergangenen Jahr hat SAP Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse in Höhe von 7,428 Mrd EUR erzielt. Für das erste Quartal gibt SAP die währungsbereinigte Umsatzsteigerung nach Non-GAAP-Zahlen mit 24% an.

Die Verzögerungen bei Business ByDesign begründete der Co-Vorstandssprecher Henning Kagermann mit der Notwendigkeit, weitere Optimierungen vornehmen zu müssen, um nicht die Profitabilität des Produkts zu gefährden. Mit der "On-Demand"-Strategie entwickele SAP ein neues Geschäftsmodell, bei dem die Hosting-Funktionen weiter automatisiert werden müssten. Man habe jetzt erste Rückmeldungen der Pilotkunden und wolle diese integrieren, um das Produkt zu attraktiven Preisen auf den Markt bringen zu können.

Im laufenden Jahr werde man sich auf die sechs Länder konzentrieren, in denen die derzeitigen Kunden ansässig sind, weitere Länder würden erst im kommenden Jahr folgen. Auch würde nun für 2008 mit deutlich weniger als 1.000 Kundenprojekten gerechnet. Noch Anfang März hatte sich das Unternehmen zuversichtlich gezeigt, die geplanten Ziele erreichen zu können. Damals war die Zahl der Kunden auf 150 beziffert worden, die unter anderem aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den USA und China stammten. SAP hatte für das laufende Jahr die Markteinführung in 15 Ländern in Aussicht gestellt.

Belastet wurde das Ergebnis des Softwarekonzerns im ersten Quartal vor allem von Integrationskosten für Business Objects sowie von Währungseffekten und einem schwächeren US-Geschäft. Das Unternehmen selbst hatte schon im Vorfeld der Bilanzvorlage angekündigt in diesem Jahr für die seit dem 21. Januar konsolidierte und nun als eigenständige Geschäftseinheit geführte Business Objects einmalige Abschreibungen auf Wartungserlöse von 180 Mio EUR vorzunehmen. Außerdem bereinigt SAP auf der Kostenseite um Integrationsaufwendungen sowie Abschreibungen auf akquirierte immaterielle Vermögenswerte.

Währungseffekte schlugen sich mit insgesamt 138 Mio EUR auf den Konzernumsatz von 2,460 (2,162) Mrd EUR nieder. Die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse, die für das Unternehmen relevante Erlöskennziffer, wurde mit 98 Mio EUR durch Währungseinflüsse belastet. Insgesamt erzielte SAP Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse von 1,736 (Vorjahr: 1,515) Mrd EUR und blieb damit unter den Erwartungen der Analysten von 1,807 Mrd EUR.

Die Softwareerlöse, die für das Neugeschäft stehen, bezifferte das Unternehmen auf 622 (562) Mio EUR, ein Plus von 11%. Allerdings gingen sie in den USA um 13% auf 217 (248) Mio EUR zurück. In den USA sei die Größe der Aufträge geringer geworden, sagte Kagermann. Das Marktumfeld habe sich schwieriger als erwartet gezeigt.

Vor Sondereffekten lag der Betriebsgewinn (Non-GAAP) konzernweit bei 489 (447) Mio EUR. Analysten hatten 515 Mio EUR erwartet. Die operative Marge lag entsprechend bei 19,5% (20,7%). Die operative Marge wurde durch Investitionen für das neue Mittelstandsprodukt Business ByDesign in Höhe von rund 40 (23) Mio EUR belastet. Nach US-GAAP betrug das operative Ergebnis 359 (436) Mio EUR. Unter dem Strich blieb ein Konzernergebnis von 242 (310) Mio EUR, gegenüber der Analystenerwartung von 296 Mio EUR.

Am Markt kamen die Zahlen nicht gut an. Bis gegen 11.43 Uhr verliert SAP 4,5% auf 31,55 EUR. SAP habe die Ergebniserwartungen verfehlt, schreiben die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Besonders haben einmalige Effekte aus der Konsolidierung von Business Objects sowie Währungseffekte das Ergebnis belastet. Die UniCredit sieht nach den Erstquartalszahlen die Gefahr, dass SAP ihre Wachstumsziele in diesem Jahr verfehlen wird. Nach Einschätzung der Citigroup könnte die Schwäche des US-Geschäfts den Markt beunruhigen. Einige Marktteilnehmer blieben aber vergleichsweise zuversichtlich, weil SAP die Margenziele angehoben hat.

Webseite: http://www.sap.com/ -Von Dorothee Tschampa, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 103; dorothee.tschampa@dowjones.com DJG/dct/mim

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