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03.10.2008

UPDATE: Schwache Prognose schickt Premiere-Aktie auf Talfahrt

(NEU: Weitere Details, Aktienkursreaktion, Einschätzung von Marktteilnehmern) Von Archibald Preuschat und Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Weitere Details, Aktienkursreaktion, Einschätzung von Marktteilnehmern) Von Archibald Preuschat und Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Bezahlfernsehsender Premiere rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2008 mit einem operativen Verlust. Aufgrund einer neuen Klassifizierung der Abonnementzahlen hat der in Unterföhrung bei München ansässige Medienkonzern zudem die Zahl der direkten Abonnementkunden deutlich nach unten revidiert. Am Markt haben die am Donnerstag nach Börsenschluss veröffentlichen Hiobsbotschaften für einen Kursrutsch gesorgt.

Bis gegen 11.01 Uhr verliert die Premiere-Aktie im MDAX 53,2% ihres Wertes und notiert bei 4,34 EUR. Nicht nur die Gewinnwarnung, auch die Korrektur der Abonnementzahlen sorge für eine enorme Verunsicherung, begründete ein Marktteilnehmer die Baisse der Aktie.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Bezahlfernsehsender beim EBITDA ein Minus von 40 Mio EUR bis 70 Mio EUR. Bislang hatte das Unternehmen keine Prognose abgegeben. Unberücksichtigt in der Prognose seien aber mögliche positive Einmaleffekte aus dem weiteren Verkauf von Free-TV-Übertragungsrechten an der Fußball-Weltmeisterschaft 2010, teilte das Unternehmen mit.

Auch die früheren mittelfristigen Prognosen scheinen keinesfalls mehr sicher: Der neue Vorstandsvorsitzende der Premiere AG, Mark Williams, beharrt nach eigener Aussage nicht auf den mittelfristigen Zielsetzungen, die sein Vorgänger Michael Börnicke ausgegeben hatte. Williams sagte am Donnerstagabend vor Analysten, er werde keines der von Börnicke ausgegebenen Ziele bestätigen.

Auf der Hauptversammlung Mitte Juni hatte Börnicke - der im September von Williams abgelöst worden war - gesagt, das Premiere mittelfristig einen jährlichen Umsatz zwischen 2 Mrd und 3 Mrd EUR erwarte. Zudem rechne der Medienkonzern mit einer EBITDA-Marge von 20% bis 30%. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Unterföhringer Bezahlfersehsenders zielte außerdem darauf ab, bis zu 10 Millionen Kunden unter Vertrag zu haben. Das Unternehmen schränkte aber ein, dass diese Ziele nur mit einem kompletten Wechsel vom analogen zum digitalen Signal zu erreichen seien.

Einen Tag nach dem Führungswechsel an der Unternehmensspitze hatte ein Premiere-Sprecher bereits gesagt, es sei noch zu früh um zu sagen, ob die Mittelfristziele des Bezahlfernsehsenders weiterhin Bestand haben. "Das werden wir zu gegebener Zeit kommunizieren", hieß es seinerzeit.

Vor dem Hintergrund der erwarteten Verluste hat Premiere bekannt gegeben, Gespräche mit seinen Banken über die Restrukturierung von Kreditvereinbarungen aufgenommen zu haben. Premiere zeigte mit Blick auf eine mögliche Einigung mit den Banken zuversichtlich. Nähere Details wurden nicht bekannt.

"Wir überprüfen gründlich sämtliche Bereiche im Unternehmen und sind zuversichtlich, dass dies in eine neue strategische Ausrichtung mündet, die durch einen finanziell belastbaren Businessplan für das weitere Wachstum und die Profitabilität von Premiere unterstützt wird", sagte der Vorstandsvorsitzende Mark Williams. Premiere wird am 13. November 2008 die Ergebnisse für das dritte Quartal bekannt geben und weitere Informationen veröffentlichen.

Positiv wird von einigen Marktteilnehmern die Einführung einer neuen Klassifizierung der Abonnenten beurteilt. "Möglicherweise führt Premiere nun einen lang erwarteten Schnitt durch, um nun von sauberen Zahlen aus zu arbeiten", so ein Händler. Die neue Art der Klassifizierung entspricht derjenigen von anderen Pay-TV-Sendern.

Auf der Grundlage der neuen Klassifizierung zählte Premiere am 30. September 2008 insgesamt 2,411 Millionen direkte Abonnenten. Zusätzlich hatte Premiere zum Ende des dritten Quartals 704.000 Wholesale-Abonnenten unter Vertrag.

940.000 Abonnenten, die nach der alten Klassifizierung enthalten waren, wurden laut Premiere hingegen herausgerechnet. 606.000 davon wurden nicht mehr berücksichtigt, da diese nur aus Verträgen mit Geschäftspartnern resultieren und bisher nicht zu Abonnement-Aktivierungen geführt haben. Weitere 334.000 Abonnenten, die noch über eine Premiere Smartcard verfügen, wurden nicht mehr berücksichtigt, weil ihr Abonnement beendet ist und sie derzeit keine Zahlungen leisten.

Die News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, ist derzeit mit 25,01% an Premiere beteiligt.

Webseite: http://www.premiere.de - Von Archibald Preuschat und Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 111; unternehmen.de@dowjones.com DJG/ncs/kla

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