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29.09.2009

UPDATE: Siemens erleidet erneuten Einbruch des Auftragseingangs

(NEU: Weitere Details, Aktienkurs)

(NEU: Weitere Details, Aktienkurs)

Von Matthias Karpstein

DOW JONES NEWSWIRES

LONDON (Dow Jones)--Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser hat den Aktienmarkt zum Ende des Geschäftsjahres 2008/09 (30. September) auf ein anhaltend schwaches Geschäft des Mischkonzerns eingestimmt. Im vierten Quartal habe der Auftragseingang auf dem Niveau des dritten Quartals gelegen, sagte Kaeser am Dienstag in London vor Analysten. In den Monaten April bis Juni hatte die Siemens AG 28% weniger Neuaufträge bekommen als im Vorjahr.

An der Börse wurde die Siemens-Aktie nach Kaesers düsteren Aussagen auf Talfahrt geschickt. Gegen 15.00 Uhr notierte sie mit 64,40 EUR um 2,4% unter dem Vortagsschlusskurs und damit schwächer als der DAX, der ebenfalls 0,2% im Minus tendierte.

Der Umsatz der Münchener Technologiekonzerns schrumpfte im Schlussquartal im hoch einstelligen Prozentbereich, wie Kaeser einräumte. Von Juli bis September habe Siemens allerdings leicht mehr erlöst als von April bis Juni. Noch könne sich der Konzern auf einen starken Auftragsbestand stützen, erläuterte der Finanzvorstand.

Vor allem der Energiesektor, bislang noch ein Positivbeispiel im Portfolio des DAX-Konzerns, gerät immer stärker unter Druck. So müsse Siemens für sein viertes Quartal im Bereich Fossil Power mit einer Marge rechnen, die rund 250 Basispunkte unter der des dritten Quartals (14,5%) liege, sagte Kaeser: Auch seien geringere Vorauszahlungen der Kunden zu erwarten, wodurch der freie Cashflow geschwächt werde.

Das Verhältnis von Neuaufträgen zum Umsatz, die Book-to-Bill-Ratio, werde im Energiesektor nicht nur im vierten Quartal unter 1 liegen, sondern mehrere Quartale auf diesem Niveau bleiben, kündigte der Finanzvorstand an. Bislang war Siemens davon ausgegangen, dass Quote erst in der ersten Hälfte 2009/10 unter 1 fällt.

Im Industriesektor kämpft Siemens nach wie vor mit Problemen. Kaeser machte den Analysten keine Hoffnungen auf eine rasche Besserung der Lage. "Wir werden im Industriesektor das Niveau von 2008 lange nicht mehr sehen", sagte er. Für das vierte Quartal werden hier Restrukturierungskosten anfallen. Siemens bietet Mitarbeitern derzeit das freiwillige Ausscheiden aus dem Konzern an. Zum Umfang des geplanten Stellenabbaus machte der Finanzvorstand keine Angaben.

Klar ist bisher, dass Siemens im vierten Quartal 100 Mio EUR Restrukturierungskosten für die drei Divisionen Osram, Gebäudetechnologie und Industrieservices erwartet. Nun rechnet Kaeser damit, dass auch für Automatisierung und Antriebstechnik derartige Kosten notwendig werden könnten. Zumindest bei Osram sieht der Manager den Boden allerdings erreicht und rechnet nun mit einer Erholung.

Beim Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) wird nach Kaesers Worten eine genaue Betrachtung der immateriellen Werte in den Büchern erforderlich. Der mit dem finnischen Handykonzern gemeinsam geführte Netzausrüster sei nicht dort, wo er sein solle. Im Quartal per Ende Juni weitete NSN den operativen Verlust auf 188 Mio EUR (Vorjahr: 47) aus, während der Umsatz um 21% auf 3,2 Mrd EUR fiel.

An der Gewinnprognose für das am Mittwoch endende Geschäftsjahr hält Siemens trotz Auftragsschwäche fest. 2008/09 soll der Gewinn der Sektoren über dem Wert des Vorjahres von 6,6 Mrd EUR liegen.

Webseite: www.siemens.com -Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 - 5521 4030, matthias.karpstein@dowjones.com (Philipp Grontzki hat an diesem Beitrag mitgearbeitet) DJG/mak/jhe/rio Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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