Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.


08.11.2007

UPDATE: Siemens operativ deutlich ertragsstärker als erwartet

(NEU: Details und Hintergründe) Von Alexander Becker Dow Jones Newswires

(NEU: Details und Hintergründe) Von Alexander Becker Dow Jones Newswires

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Siemens AG hat im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2006/07 ihren operativen Gewinn kräftig gesteigert und dabei die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Während der Umsatz leicht unter den Prognose blieb, fiel der Auftragseingang ebenfalls besser als erwartet aus. Beim Konzernergebnis wies Siemens - belastet von mehreren Sondereffekten - allerdings einen Verlust aus. Im laufenden Jahr will Siemens die operative Ertragsstärke weiter verbessern.

Im vierten Quartal steigerte der Technologiekonzern seine operativen Kennziffern auf vergleichbarer Basis deutlich und konnte damit wie versprochen nach einer zwischenzeitlichen Schwäche an die starke Entwicklung im zweiten Quartal anknüpfen. Alle neun Geschäftsbereiche lagen im vierten Quartal innerhalb der für das Jahr 2010 ausgegebenen Margenzielbänder.

Markteilnehmer sehen angesichts der Zahlen Kurspotenzial bei Siemens. "Hut ab", so ein Analyst. Die Margen seien in allen Bereichen besser als erwartet. Den Verlust unter dem Strich sollten Anleger ignorieren, er sei von der Steuerreform und von Rückstellungen geprägt. Der Auftragseingang sei gut, von daher seien die Aussichten für das kommende Jahr günstig. Ein Test des Widerstands bei 96,50 EUR sollte nun drin sein.

Im vierten Quartal legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9% auf 20,2 Mrd EUR zu, der Auftragseingang stieg um 21% auf 21,328 Mrd EUR, und das operative Ergebnis der Bereiche auf 1,990 von 749 Mio EUR im Vorjahr. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit einem Auftragseingang von lediglich 20,703 Mrd EUR und einem Ergebnis der Bereiche von 1,7 Mrd EUR gerechnet. Der Umsatz wurde allerdings etwas höher bei 20,527 Mrd EUR gesehen.

Wie in den Quartalen zuvor zeigten die Sparten Automation & Drives, Power Generation (PG) und Power Transmission and Distribution (PTD) und Med zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz. Alle vier Bereiche zählten laut Siemens "zu den führenden Ergebnisträgern". Die nach Umsatz größte Sparte A&D erwirtschaftete ein Marge von 13,8% (Ziel 12% bis 15%). Dabei wurde diese Kennziffer durch Aufwendungen und Kaufpreis-Allokationen in Folge der getätigten Übernahmen um 1,7 Basispunkte verringert.

Die Medizintechnik-Sparte wies eine Bereichsmarge von 13,3% (Ziel 13% bis 15%) aus. Hier wirkten sich die Maßnahmen im Zusammenhang mit den jüngsten Übernahmen mit 2,7 Basispunkten negativ aus.

Unter dem Strich musste Siemens im vierten Quartal trotz der positiven operativen Entwicklung einen Verlust von 74 Mio EUR ausweisen. Belastet wurde das Ergebnis von einem Steueraufwand im Zusammenhang mit der Ausgliederung der Automobilzulieferer-Sparte Siemens VDO von rund 1 Mrd EUR.

Siemens hatte den Verkauf der Automotive-Tochter an die Continental AG für 11,4 Mrd EUR Ende Juli mitgeteilt. Im laufenden Jahr werde durch den Verkauf der Automobilzulieferer-Sparte aber nach Abschluss der Transaktion mit einem "hohen positiven Ergebniseffekt im laufenden Geschäftsjahr" gerechnet.

Zusätzlich belastend auf das Konzernergebnis wirkte sich die ebenfalls im vierten Quartal verbuchte Geldstrafe des Landgerichts München über 201 Mio EUR aus. Das Landgericht München hatte die Geldbuße Anfang Oktober gegen Siemens verhängt und damit die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im ehemaligen Bereich Communications (Com) wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen beendet.

Aus dem fortgeführten Geschäft stieg das Ergebnis im Konzern auf 1,394 Mrd EUR nach 139 Mio EUR im Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr 2006/07 verbesserte sich das Ergebnis aus fortgeführtem Geschäft um knapp 50% auf 3,909 Mrd EUR.

Das Konzernergebnis stieg beeinflusst von zahlreichen teilweise gegenläufigen Sonderfaktoren um 21% auf 4,038 Mrd EUR. Sondererträge und -belastungen in Milliardenhöhe entstanden etwa aus der Ausgliederung der Com-Sparte in Nokia Siemens Networks oder dem Steuereffekt aus dem VDO-Verkauf.

Der Umsatz wuchs im Gesamtjahr um 12% auf 72,448. Das Ergebnis der Bereiche legte auf 6,560 Mrd EUR von 3,867 Mrd EUR im Vorjahr zu. Alle genannten Kennziffern für das Quartal und das Gesamtjahr sind um die Zahlen der Sparte Siemens VDO bereinigt. Diese wird nach dem angekündigten Verkauf an die Continental AG als nicht fortgeführtes Geschäft geführt.

Für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 peilt Siemens ein im Vergleich zum Umsatz und Auftragseingang mindestens doppelt so hohes Gewinnwachstum an. "Wir gehen davon aus, dass unser Volumen prozentual doppelt so stark wachsen wird wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt", so Siemens. Das operative Ergebnis soll dabei "mindestens doppelt so schnell wachsen wie das Geschäftsvolumen". Das Geschäftsvolumen definiert Siemens als Auftragseingang zuzüglich Umsatz geteilt durch zwei.

Analysten hatten im Vorfeld die Erwartung geäußert, dass Siemens möglicherweise erstmals eine konkreten Ergebnisprognose mit Zielkorridoren etwa für das Konzernergebnis oder das Ergebnis je Aktie ausgeben würde.

Webseite: http://www.siemens.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/jhe

Copyright (c) 2007 Dow Jones & Company, Inc.