Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.


01.06.2007

UPDATE: Siemens plant möglichen VDO-Börsengang bis 30. September

(NEU: Details zum VDO-Aufsichtsrat und Betriebsübergang)

(NEU: Details zum VDO-Aufsichtsrat und Betriebsübergang)

Von Alexander Becker

Dow Jones Newswires

REGENSBURG (Dow Jones)--Die Siemens AG will ihre Automotivtochter VDO im Zuge eines möglichen IPO noch im laufenden Geschäftsjahr 2006/07 an die Börse bringen. Das teilte Siemens am Freitag auf Anfrage mit und bestätigte damit Informationen über den Zeitplan, die Dow Jones Newswires Mitte Mai von mit der Situation vertrauten Person erfahren hatte. Am Berichtstag erfolgte wie geplant die Ausgliederung in eine rechtlich eigenständige Gesellschaft.

"Die Ausgliederung schafft die Voraussetzungen für den geplanten Börsengang von Siemens VDO, der noch im Verlauf des Geschäftsjahres 2007 stattfinden soll", so Siemens. Das Geschäftsjahr 2006/07 von Siemens endet am 30. September. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibe die Siemens VDO Automotive AG eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Siemens AG. Auch nach dem Börsengang werde Siemens die Aktienmehrheit und damit die industrielle Führung am Unternehmen behalten, bekräftigte Siemens frühere Aussagen.

Eine endgültige Entscheidung zu Gunsten eines Börsengangs sei allerdings noch nicht gefallen, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage. So sei für ein IPO von VDO noch die Zustimmung des Aufsichtsrats notwendig. Auch ein Verkauf der Sparte ist nach wie vor nicht ausgeschlossen. Wenn ernsthafte Angebote für einen Komplettverkauf vorliegen, sei das Unternehmen schon von Rechts wegen verpflichtet, sie zu prüfen, bekräftigte die Sprecherin frühere Aussagen.

Die nun ausgegliederte neue Gesellschaft firmiert den Angaben zufolge als Siemens VDO Automotive AG und ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Unternehmenssitz ist Regensburg. Den Vorstand des Unternehmens bilden der bisherige Bereichsvorstand Wolfgang Dehen, Klaus Egger, Helmut Matschi und Reinhard Pinzer. Vorsitzender des Aufsichtsrates werde Hermann Requardt, der im Zentralvorstand der Siemens AG sitzt und für VDO sowie Corporate Technology zuständig ist.

Weitere Mitglieder des Aufsichtsrats nannte Siemens auf Nachfrage nicht. Wie eine mit der Situation vertraute Person Dow Jones Newswires sagte, soll der Aufsichtsrat aus 16 Mitgliedern bestehen und sich paritätisch aus Arbeitnehmer- und Kapitalseite zusammen setzen. Die Arbeitnehmerseite werde dabei voraussichtlich nicht gewählt, sondern angesichts des Zeitplans für den Börsengang von einem Gericht bestellt werden. Die Bestellung soll dabei bis September abgeschlossen werden, so die Person. Das Arbeitsverhältnis der Beschäftigten werde dabei unverändert mit der Siemens Automotive AG fortgeführt, geht aus einem Brief des VDO-Managements an die Mitarbeiter hervor, in den Dow Jones Newswires Einsicht hatte. Die bisher geltenden tarifvertraglichen Regelungen, das heißt die jeweiligen Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie, gelten kollektivrechtlich weiter. Das gelte auch für die bestehenden Gesamtbetriebsvereinbarungen und örtlichen Betriebsvereinbarungen "bis zu einer eventuellen Neuregelung", heißt es weiter in dem Brief. Siemens VDO will den Angaben zufolge in die jeweiligen Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie eintreten.

Siemens hatte sein eigenes Automobilgeschäft im Jahr 2000 in die Siemens Automotive AG ausgegliedert und 2001 mit Mannesmann VDO zu Siemens VDO Automotive AG fusioniert. Erst im vergangenen Jahr war das fusionierte Unternehmen in den Siemens-Konzern integriert worden.

Ende Januar 2007 hatte der scheidende Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld angekündigt, VDO an die Börse bringen zu wollen. Siemens bevorzugt früheren Angaben zufolge eine Lösung, nach der 25% bis 49% von VDO an die Börse gebracht werden sollen. Kleinfeld hatte damals allerdings auch Alternativen zu einer Börsennotierung nicht ausgeschlossen.

Siemens hatte wiederholt bekräftigt, dass ein IPO höchste Priorität für das Unternehmen habe. Nach Einschätzung von Analysten hat Siemens aber in jüngster Zeit die Bereitschaft zu einem Verkauf als Alternative offener als bisher kommuniziert. So hatte der scheidende Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld vor Analysten gesagt, dass der neue Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme "alle Optionen" unterstützt, die "Wert aus VDO" für Siemens generieren würden.

VDO-Wettbewerber Continental AG hatte sich unmittelbar nach der Ankündigung der IPO-Pläne für die Siemens-Automotivtochter als Kaufinteressent gemeldet. Wie Dow Jones Newswires von mit der Situation vertrauten Personen erfahren hatte, legte Continental bislang eine indikative Offerte über gut 10 Mrd EUR für VDO vor. Siemens hatte zuvor bestätigt, mehrere Interessensbekundungen von Private-Equity-Unternehmen erhalten zu haben.

Die meisten Analysteneinschätzungen für den Unternehmenswert von VDO bewegen sich in einer Spanne von 7 Mrd bis 9 Mrd EUR. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte das Siemens VDO mit 53.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 10 Mrd EUR und eine EBIT-Marge von 6,7% erwirtschaftet. Siemens VDO entwickelt und fertigt elektronische und mechatronische Systeme und Komponenten für Fahrzeugantrieb und Motorsteuerung, Fahrwerkelektronik, Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme sowie Informations-, Kommunikations- und Multimediasysteme.

Webseite: http://www.siemens.de

http://www.siemensvdo.com

- Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 505

industry.de@dowjones.com

DJG/abe/kla/jhe

Copyright (c) 2007 Dow Jones & Company, Inc.