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03.03.2009

UPDATE: Siemens und russische Rosatom wollen Kerntechnik-JV

03.03.2009
(NEU: Hintergrund)

(NEU: Hintergrund)

Von Beate Preuschoff Dow Jones Newswires

BERLIN (Dow Jones)--Die Siemens AG und das staatliche russische Kernenergieunternehmen Rosatom haben am Dienstag in Berlin ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Bildung eines Gemeinschaftsunternehmen (JV) im Bereich Kerntechnik unterzeichnet.

Mit der Vereinbarung könne die Siemens AG einen wichtigen Schritt in Richtung einer engeren Zusammenarbeit mit Rosatom gehen, sagte der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher. Mit der Partnerschaft werde die weltweite Marktführerschaft im Kernenergiegeschäft angestrebt, sagten Löscher und Sergey V. Kirienko, Generaldirektor der staatlichen Rosatom.

Rosatom soll an dem Joint Venture eine Mehrheit von 50% plus einer Aktien halten. Die Details der Zusammenarbeit müssen jedoch erst noch verhandelt werden. Kirienko zeigte sich zuversichtlich, rasch "weitere erfolgreiche Verhandlungsschritte" erreichen zu können. Löscher sagte, der endgültige Vertrag solle bis Mai unterzeichnet sein.

Das Gemeinschaftsunternehmen soll die Entwicklung der russischen Druckwasserrekator-Technologie (WWER) weiter vorantreiben. Inhalte des Joint Ventures sollen darüber hinaus Marketing und Vertrieb und der Bau neuer sowie die Modernisierung bereits bestehender Kernkraftwerke sein.

Die Unterzeichnung der Grundsatzvereinbarung kommt nur wenige Wochen, nachdem Siemens seinen Rückzug aus einer Partnerschaft mit dem französischen Kernenergieunternehmen Areva erklärt hatte. Der Münchener DAX-Konzern hatte zum 30. Januar 2009 einen Joint-Venture-Vertrag mit Areva gekündigt, womit das gemeinsame Joint Venture Areva NP spätestens zum 30. Januar 2012 beendet wird. Im Rahmen des Rückzugs wird Siemens seinen 34%-Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen an Areva verkaufen.

Als Begründung für den Ausstieg hatte Siemens Ende Januar auf fehlende unternehmerische Einflussmöglichkeiten bei Areva NP verwiesen. Allerdings hatte Vorstandsvorsitzender Peter Löscher betont, dass das Thema Atomenergie für Siemens damit nicht beendet sei, sondern der Konzern auch künftig alle Optionen prüfen werde, um sich weiter im Kernkraftwerksgeschäft zu engagieren.

Anfang Februar nahm dann eine etwaige künftige Kernenergie-Kooperation zwischen Siemens und einem russischen Partner erste Konturen an. Bei einem Treffen zwischen dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin und Siemens-CEO Löscher war der Konzern zu Gesprächen mit Rosatom eingeladen worden, bei denen die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit der beiden Unternehmen in diesem Bereich ausgelotet werden sollte.

Siemens arbeitet bereits seit den 1990er Jahren mit Rosatom auf einigen Feldern zusammen.

Webseite: http://www.siemens.com -Von Beate Preuschoff, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4122, beate.preuschoff@dowjones.com (Philip Grontzki hat zu diesem Bericht beigetragen) DJG/DJN/beo/jhe Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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