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12.11.2009

UPDATE: Sky Deutschland schraubt Ziel für Kundenzuwachs zurück

(NEU: CEO in Telefonkonferenz, Analyst, Aktie, weitere Details)

(NEU: CEO in Telefonkonferenz, Analyst, Aktie, weitere Details)

Von Matthias Karpstein DOW JONES NEWSWIRES

UNTERFÖHRING (Dow Jones)--Der Bezahlfernsehsender Sky Deutschland will mit einem geringeren Kundenzuwachs als bislang geplant in die schwarzen Zahlen kommen. Künftig solle ein höherer Umsatz je Kunde dafür sorgen, dass bereits 2,8 Millionen bis 3,0 Millionen Abonnenten im Schlussquartal 2010 für den Break-Even beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) auf Monatsbasis ausreichen, teilte der Medienkonzern am Donnerstag bei Vorlage seiner Drittquartalszahlen mit.

Die Sky Deutschland AG hatte sich bislang vorgenommen, bis Ende des kommenden Jahres 3 Millionen bis 3,4 Millionen zahlende Kunden zu gewinnen. Dazu müsste der Abonnentenstamm allerdings pro Quartal um 100.000 bis 170.000 Kunden wachsen. Dieses Ziel hat der Konzern im dritten Quartal nach Einführung seiner neuen Preisstruktur klar verfehlt.

Von Juli bis September ist die Zahl der Abonnenten lediglich um 67.000 auf 2,43 Millionen gewachsen. Ende des ersten Halbjahres waren es 2,36 Millionen Abonnenten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal, als der Sender noch unter der Marke "Premiere" auf Kundenfang ging, wuchs die Abonnentenzahl um lediglich 20.000. Dass Sky Deutschland nun nur noch 2,8 Millionen bis 3,0 Millionen Abonnenten für Ende 2010 erwartet, werten die Analysten der LBBW als Zeichen dafür, das Sky-Management könne den Zuspruch des deutschen Publikums zum Bezahlfernsehen überschätzt haben.

Mark Williams, der seit September an der Spitze des Senders steht, will künftig den durchschnittlichen Monatsumsatz je Kunde (ARPU) deutlich steigern, um auch mit weniger Abonnenten die Schwelle zur Profitabilität zu erreichen. Denn auf Monatsbasis erwartet Sky Deutschland weiterhin im Schlussquartal 2010 den Break-Even bei EBITDA und operativem Cashflow, wie am Donnerstag bestätigt wurde. Auf Jahresbasis soll der Sender ab 2011 bei positivem Cashflow einen Nettogewinn einspielen.

Im dritten Quartal wurde der ARPU auf 25,77 EUR von 25,20 EUR im Vorquartal gesteigert. Williams verfolgt für die kommenden Quartale ambitionierte Ziele. Schon im vierten Quartal soll jeder Kunde monatlich im Schnitt 27 EUR einbringen, im Auftaktquartal 2010 bereits 29 EUR.

Eine weitere Preiserhöhung sei dafür nicht notwendig, erklärte der Vorstandsvorsitzende am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Mit der Einführung der Marke "Sky Deutschland" hat der Medienkonzern seine Monatsgebühren bereits deutlich erhöht. Wer die Fußball-Bundesliga sehen will, muss nun 32,90 EUR im Monat zahlen, bei Premiere gab es das Zugpferd des Senders bereits für 19,90 EUR zu sehen.

Williams will sich zudem von den weniger lukrativen Flex-Kunden trennen, deren Verträge zum großen Teil bis Jahresende auslaufen. Auch Verträge mit Preisnachlässen will der Australier aus dem Programm nehmen. Mit jedem Flex- oder Rabatt-Abonnenten, der aus der Kundenkartei gestrichen wird, erhöht sich zwar der durchschnittliche Umsatz je Kunde. Das Grundproblem hat der Sender damit aber nicht gelöst: Er braucht mehr Abonnenten.

Allerdings würde nun bereits ein Nettozuwachs je Quartal von 74.000 Abonnenten ausreichen, um Ende 2010 auf 2,8 Millionen Kunden zu kommen. Selbst eine teure Werbekampagne zur Einführung der neuen Marke hat lediglich 67.000 Nettokunden eingebracht. Die operativen Aufwendungen ließ der immense Werbedruck zusammen mit höheren Programmkosten im dritten Quartal auf 296,5 (248,9) Mio EUR anwachsen. Darunter litt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), das auf minus 87,9 (minus 27) Mio EUR fiel. Dabei ist der Verkauf des Geschäftsbereichs Home of Hardware Ende 2008 in den Vorjahreszahlen bereits berücksichtigt.

Brutto konnte der MDAX-Konzern im dritten Quartal 201.000 neue Abonnenten in die Kundenkartei eintragen, eine Verbesserung bei den Neukunden um 63.000 zum Vorjahresquartal. Doch die ebenfalls steigende Zahl der Kündigungen macht Williams zu schaffen: "Die Kündigungsrate war höher als erwartet", sagte der Vorstandsvorsitzende mit Blick auf das abgelaufene Quartal. 135.000 Abonnenten haben von Juli bis September ihren Vertrag beendet. Williams zufolge schwächt sich diese Entwicklung im vierten Quartal allerdings bereits ab.

Williams bleibt nicht mehr viel Zeit, um nach seinem Restrukturierungserfolg bei Sky Italia auch die deutsche Sky-Tochter wie angekündigt profitabel zu machen. Im dritten Quartal hat der Konzern beim Ergebnis nach Steuern und Dritten einen Rückgang auf minus 116,7 (minus 89) Mio EUR verzeichnet. Auch der Umsatz schrumpfte von Juli bis September auf 208,5 (222) Mio EUR.

An der Börse starteten die Anteilsscheine des Senders deutlich schwächer in den Handel. Gegen 10.34 Uhr notierten sie mit 2,92 EUR rund 5,8% unter Vortagsschluss, während der MDAX nur mit 0,5% im Minus lag.

News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, hält nach jüngsten Angaben 39,96% an Sky Deutschland.

http://info.sky.de -Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49 89 55214030, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/smh

Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.