Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

12.11.2008

UPDATE: Solarkonzern Solon senkt Prognosen für 2008 und 2009

(NEU: Weitere Details, Marktreaktionen)

(NEU: Weitere Details, Marktreaktionen)

Von Andreas Heitker

DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Als einer der ersten der führenden deutschen Solarkonzerne spürt die Solon AG für Solartechnik die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise. Der Berliner Modulhersteller nahm seine Prognosen sowohl für 2008 als auch 2009 zurück. Die Aussichten für die Solarbranche hätten sich merklich eingetrübt, erklärte Solon in ihrem am Mittwoch vorgelegten Zwischenbericht. Es gebe bereits jetzt erste Auswirkungen der Krise auf das Investitionsklima und damit auf die Nachfrage nach Photovoltaikprodukten.

Solon geht davon aus, dass die Angst vor einer drohenden Rezession die Investitionslust der Verbraucher in wichtigen Märkten wie Deutschland und den USA dämpfen wird. "Davon wären mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Investitionen in Solaranlagen betroffen." Wie stark sich dies auf die künftige Entwicklung der Märkte auswirken werde, sei derzeit noch kaum abzuschätzen. Die Prognosen seien daher "aus Vorsichtsgründen" gesenkt worden.

Für 2008 stellt der TecDAX-Konzern deshalb nur noch einen Umsatz von 800 Mio bis 850 Mio EUR in Aussicht bei einer EBIT-Marge von 7%. Dies entspricht nach Angaben des Unternehmens zwar immer noch einer Umsatz- und Ergebnisverbesserung um jeweils rund 60%. Bisher hatte Solon aber Wachstumsraten von 75% prognostiziert. Im ersten Halbjahr hatte der Solarkonzern alle wesentlichen Kennzahlen sogar noch verdoppeln können.

Das Wachstum wird sich nach Einschätzung von Solon im kommenden Jahr noch weiter abschwächen und die Margen werden noch weiter zurückgehen. Das Unternehmen plant 2009 nun einen Umsatz von "über 1 Mrd EUR" sowie eine EBIT-Marge von über 6%. Bisher hatte Solon für 2009 Wachstumsraten bei Umsatz und Ergebnis von 50% erwartet. Als Nettomarge stellte Solon für 2008 nun ein Niveau von mehr als 4% und für 2009 von mehr als 3% in Aussicht. Das Produktionsvolumen soll dagegen weiter zulegen - von rund 200 Megawatt peak (MWp) 2008 auf über 300 MWp im kommenden Jahr.

Im dritten Quartal konnte Solon zwar erneut ein kräftiges Gewinnwachstum verzeichnen, dieses war aber längst nicht mehr so hoch wie noch im ersten Halbjahr und lag auch leicht unter den Markterwartungen. Der Umsatz legte um 61% auf 226 Mio EUR zu und das EBIT um 60% auf 17,9 Mio EUR. Das Konzernergebnis nach Minderheiten kletterte auf 9,4 Mio EUR nach einem von Sondereffekten beeinträchtigten Vorjahreswert von 2,5 Mio EUR. Von Dow Jones Newswires im Vorfeld befragte Analysten hatten im Schnitt einen etwas höheren Umsatz von 232 Mio EUR, ein EBIT von 18,5 Mio EUR und einen Nettogewinn von 10,7 Mio EUR prognostiziert.

Die Solon-Aktie brach am Mittwoch nach Veröffentlichung des Zwischenberichts ein und notierte gegen Mittag über 12% im Minus bei 21,20 EUR. Der TecDAX insgesamt zeigte sich zur gleichen Zeit lediglich 1,3% niedriger.

Als unerwartet schwach beurteilte auch Michael Tappeiner von der UniCredit das Zahlenwerk und den Ausblick von Solon. "Dass die Prognose für das kommende Jahr nicht gehalten werden kann, hatte ich erwartet. Dass nun aber auch die Guidance für 2008 noch gesenkt wird, erschreckt mich", sagte der Analyst. Dies sei ein Anzeichen dafür, dass der Credit Crunch schneller als erwartet Realität geworden sei. Tappeiner stuft die Solon-Papiere derzeit mit "Sell" ein, das Kursziel sieht er bei nur noch 16 EUR.

Im bisherigen Jahresverlauf hatte Solon vor allem von den boomenden Solarmärkten in Spanien und Italien profitiert. In Spanien wurde aber jetzt bereits eine Deckelung der jährlichen Neuinstallationen beschlossen. "Der spanische Markt dürfte damit den vorläufigen Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht haben", räumte auch Solon am Mittwoch ein. Der Vorstand des Berliner Unternehmens verwies aber zugleich auch auf die neuen Chancen in den USA. Die Wahl Barack Obamas zum neuen Präsidenten lasse weitere positive Impulse erwarten, da er als Verfechter einer neuen amerikanischen Energiepolitik gelte, hieß es im Zwischenbericht.

Webseite: http://www.solon.com -Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14, andreas.heitker@dowjones.com DJG/hei/brb

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.