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05.08.2009

UPDATE: Solon muss in Frankreich Millionen abschreiben

(NEU: Hintergrund, Sprecher, Aktienkurs)

Von Martin Rapp

DOW JONES NEWSWIRES

BERLIN (Dow Jones)--Das Solarunternehmen Solon muss wie befürchtet eine Wertberichtigung in zweistelliger Millionenhöhe auf eine Beteiligung in Frankreich vornehmen. Wegen der Einleitung eines Insolvenzverfahrens gegen die Silicium de Provence SAS (SilPro) fielen insgesamt Abschreibungen von 52 Mio EUR an, teilte die Berliner Solon SE am Mittwoch mit. Die Abschreibungssumme setzt sich nach Unternehmensangaben aus getätigten Investitionen von 39 Mio EUR und einem gewährten Darlehen von 13 Mio EUR zusammen. Die Wertberichtigungen würden im Ergebnis des zweiten Quartals berücksichtigt, hieß es weiter. Solon legt am 18. August Quartalszahlen vor.

Unter den im Technologieindex TecDAX notierten Aktien sind Solon am Mittwoch der schwächste Wert. Während der Index bis 14.15 Uhr knapp behauptet tendiert, verlieren die Anteilsscheine der Berliner über 5% auf 10,60 EUR.

Die nun vorzunehmenden Abschreibungen sind höher als der Gewinn von Solon im vergangenen Jahr. Damals hatte das Unternehmen bei einem Umsatz von 815 Mio EUR einen Nettogewinn von 30,9 Mio EUR erzielt. Für 2009 erwartet Solon ein moderates Umsatzwachstum bei einem unterproportionalen Anstieg des bereinigten Konzernergebnisses, stellt diese Prognose jedoch unter den Vorbehalt einer deutlichen konjunkturellen Erholung und einer Entspannung der weltweiten Finanzmärkte im zweiten Halbjahr. Im ersten Quartal war der Umsatz auf ein Viertel eingebrochen und ein Verlust von 19,2 Mio EUR angefallen.

Die Franzosen sollten solares Polysilizium herstellen, jedoch konnte die Finanzierung des Unternehmens wegen der Finanzkrise nicht gesichert werden. Solon ist über ihre 48%-Beteiligung an der SOL Holding AG, welche wiederum 70% an SilPro hält, von der Entwicklung betroffen.

Ein Solon-Sprecher erklärte Dow Jones Newswires, dass die komplette Finanzierung für SilPro bereits vereinbart gewesen sei, die beteiligten Banken im Herbst 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise aber trotz bereits bestehender Kundenverträge ihren plötzlichen Ausstieg erklärt hätten. Trotz intensiver Verhandlungen mit potenziellen Kreditgebern und Investoren sei es jedoch nicht gelungen, zu einer Lösung zu gelangen.

Anfang April hatte Solon anlässlich der Eröffnung des Vorinsolvenzverfahrens bereits mitgeteilt, dass es bei SilPro zu Abschreibungen kommen könnte. Damals wurde der voraussichtliche Betrag noch mit 40 Mio EUR beziffert. Der Solon-Sprecher erklärte die Differenz damit, dass seinerzeit noch Hoffnung auf eine Weiterführung des Unternehmens bestanden habe. Damit wären bei der zum damaligen Zeitpunkt angenommenen Verwässerung des Kapitalanteils nur die 39 Mio EUR gefährdet gewesen.

Solon, die Solarmodule herstellt und solare Kraftwerke anbietet, hatte das Projekt in Frankreich forciert, um der aufgetretenen Knappheit beim Siliziumangebot zu begegnen. Durch die im Zuge der Finanzkrise eingebrochene Nachfrage und die im Vorfeld stark erhöhten Kapazitäten der Siliziumhersteller sei nun jedoch eine andere Situation entstanden, sagte der Sprecher. Deshalb habe das Scheitern des Projekts auch keine große Auswirkung auf die Strategie des Unternehmens.

Seit Ende 2008 ist Solon vollständiger Eigentümer der italienischen Estelux, die ebenfalls Solarsilizium herstellen soll. Der Start der Produktion ist für Ende 2010 vorgesehen. SilPro sollte ab 2011 mit der Herstellung beginnen.

Webseite: www.solon.com -Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 211 13872 14; martin.rapp@dowjones.com DJG/mmr/cbr Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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