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08.05.2008

UPDATE: Sonderbelastungen drücken Gewinn bei Drägerwerk in 1Q

(NEU: Details, Hintergründe zur Segmententwickung und Aktienkurs.)

Von Nico Schmidt

DOW JONES NEWSWIRES

LÜBECK (Dow Jones)--Die Drägerwerk AG & Co KGaA hat im ersten Quartal 2008 infolge von Sonderbelastungen trotz eines Umsatzzuwachses einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Die Einmaleffekte seien dabei vornehmlich in der Sicherheitstechniksparte angefallen, teilte der im TecDAX notierte Hersteller von Geräten der Medizin- und Sicherheitstechnik am Donnerstag mit. Für das Gesamtjahr kündigte der im TecDAX notierte Konzern neuerliche Sonderbelastungen von 20 Mio bis 25 Mio EUR an.

Der Umsatz des in Lübeck ansässigen Konzerns legte im Berichtszeitraum um 3,4% auf 405,7 (392,5) Mio EUR zu. Das EBIT vor Einmalaufwendungen betrug 17,5 (17,4) Mio EUR und stieg damit um 0,6%. Damit blieben sowohl Umsatz als auch EBIT leicht hinter den Erwartungen der von Dow Jones Newswires befragten Analysten zurück, die Werte von 402,5 Mio EUR bzw 17,6 Mio EUR prognostiziert hatten. Unter dem Strich verdiente Drägerwerk 2,5 (6,5) Mio EUR oder 0,05 (0,40) EUR je Vorzugsaktie und damit 61,5% weniger als im Vergleichszeitraum. Analysten hatten im Mittel mit einem unverwässerten Ergebnis je Aktie von 0,08 EUR gerechnet.

Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen Sonderbelastungen von 7,1 Mio EUR. Diese begründete Drägerwerk mit Personalmaßnahmen und IT-Restrukturierungen. Die Kosten der IT-Infrastruktur lagen nach Einschätzung von Marktbeobachtern in der Vergangenheit erheblich über dem Branchendurchschnitt, weshalb eine Modernisierung nötig geworden war. Das EBIT nach Sonderaufwendungen lag damit im Berichtszeitraum bei 10,4 Mio EUR.

Besonders die Entwicklung im Segment Sicherheitstechnik war von Sondereffekten geprägt, die mit 5,2 Mio EUR negativ zu Buche schlugen. Während der Umsatz in dieser Sparte um 6,3% auf 147,6 (138,9) Mio EUR zulegte, sank das EBIT vor Einmalaufwendungen um nahezu ein Viertel auf 9,5 (12,3) Mio EUR. Belastet worden sei die Ergebnisentwicklung dabei vor allem durch den starken Außenwert des Euro und Verschiebungen im Produktmix. Auch der stärkere Wettbewerbsdruck und die zunehmende Marktkonzentration hätten sich negativ ausgewirkt.

Die Entwicklung des Geschäftsbereiches Medizintechnik sei stabil verlaufen, teilte Drägerwerk weiter mit. Bei einem Umsatzplus von 1,6% auf 264,1 (260) Mio EUR verbuchte das Unternehmen in dieser Sparte einen deutlich überproportionalen EBIT-Zuwachs von 42,4% auf 12,3 (8,5) Mio EUR. Ursächlich seien währungsbedingt geringere Funktionskosten und niedrigere Vertriebsaufwendungen gewesen. Vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung im ersten Quartal erwartet das Unternehmen nun ein Wachstum der Sparte, das über dem des Marktes liegt. "Innerbetriebliche Prozessverbesserungen" würden dabei allerdings zu neuerlichen Einmalaufwendungen führen.

Die positive Entwicklung der Medizinsparte dürfte die Analysten überrascht haben, da diese im Gros davon ausgegangen waren, dass die Sicherheitssparte erneut besser abschneiden werde. Der Geschäftsbereich befinde sich noch in einer Übergangsphase, meinte Ludger Mues von Oppenheim Research im Vorfeld der Veröffentlichung des Quartalsergebnisses. Das schwache Abschneiden der Medizinsparte auf dem US-Markt, die rund zwei Drittel zum Konzernumsatz beiträgt, war im vergangenen Jahr für eine Gewinnwarnung des Konzerns verantwortlich gewesen.

Im ersten Quartal 2008 musste Drägerwerk auf Konzernebene einen fast 10-prozentigen Umsatzrückgang im US-Geschäfts verzeichnen. Für die rückläufigen Einnahmen seien dabei vornehmlich Wechselkurseinflüsse verantwortlich gewesen. Vor allem die Entwicklung der Medizinsparte auf dem US-Markt verlief mit einem Umsatzminus von 14,8% eher schwach. Zu leiden hatte der Geschäftsbereich nach Experteneinschätzungen unter anderem unter Verzögerungen beim Patientenüberwachungssystem Infinity Acute Care System (Infinity ACS).

Auch könnte nach Einschätzung von Experten die anhaltende Diskussion um die Übernahme der Beteiligung der Siemens AG am Joint Venture Dräger Medical die Entwicklung im Medizinsegment belastet haben. Anfang 2007 hatte Dräger dem Münchener DAX-Unternehmen einen Anteil von 10% am Gemeinschaftsunternehmen für rund 110 Mio EUR abgekauft. Den Wert der in Händen von Siemens verbliebenen 25%-Beteiligung an Dräger Medical beziffern Analysten auf 180 Mio bis 350 Mio EUR. Marktteilnehmer schließen eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung einer möglichen Transaktion daher nicht aus.

Drägerwerk bekräftige am Donnerstag zudem erwartungsgemäß den Ausblick für das Gesamtjahr. Das Unternehmen sei trotz einer sich abschwächenden Konjunktur "gut gerüstet". Daher sei ein leicht steigender Umsatz und ein stabiles operatives EBIT zu erwarten. Mittelfristig strebt der Konzern eine EBIT-Marge von 10% und eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) von 20% an. Auch langfristig hält das Unternehmen an den ambitionierten Zielen fest, ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 10%, eine EBIT-Marge von über 15% und ein ROCE von 25% zu erreichen.

Die Quartalszahlen sind nach Einschätzung aus dem Handel nur schwer zu beurteilen. Positiv wurde jedoch die Bestätigung des Ausblicks für 2008 aufgenommen. Gegen 11.15 Uhr verliert die Drägerwerk-Aktie in einem etwas leichteren Markt 1,1% auf 44,48 EUR.

Webseite: http://www.draeger.com/ -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 - (0)69 - 297 25 102, nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/cbr

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