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30.06.2010

UPDATE: Telefonica scheitert mit geplanter Brasilcel-Übernahme

(NEU: Stellungnahmen, weitere Details, Analysten)

(NEU: Stellungnahmen, weitere Details, Analysten)

Von Jeffrey T. Lewis, Jonathan House und Santiago Perez DOW JONES NEWSWIRES

LISSABON (Dow Jones)--Der spanische Telekommunikationskonzern Telefonica darf den Anteil der Portugal Telecom am brasilianische Joint Venture Brasilcel nicht übernehmen. Zwar stimmten rund 75% der Portugal-Telecom-Aktionäre für das Gebot der Telefonica SA, jedoch lehnte die portugiesische Regierung ihr Veto gegen den Verkauf ein.

Telefonica hatte am Mittwoch ihr Gebot für den 50-prozentigen Anteil der Portugal Telecom an Brasilcel bereits zum zweiten Mal auf 7,15 Mrd USD erhöht, nachdem der Konzern ursprünglich 5,7 Mrd EUR und dann 6,5 Mrd EUR geboten hatte. Brasilcel kontrolliert 60% des brasilianischen Mobilfunkbetreiber Vivo Participacoes SA. Vivo ist mit einem Marktanteil von 30% der Marktführer im brasilianischen Mobilfunkmarkt, der rund 183 Millionen Mobilfunkkunden zählt.

"Die Offerte lag nicht im Interesse Portugals", verteidigte Portugals Ministerpräsident Jose Socrates das Veto der Regierung. Portugal sei daran gelegen, die Größe des an der Marktkapitalisierung gemessen größten portugiesischen Konzerns zu erhalten. Deshalb habe die Regierung ihre Goldene Aktie genutzt, um die Übernahme durch Telefonica zu verhindern.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wird voraussichtlich in der kommenden Woche entscheiden, ob die Goldene Aktie der portugiesischen Regierung an der Portugal Telecom mit dem europäischen Recht vereinbar ist. Kritiker sehen in der Goldenen Aktie einen Verstoß gegen den freien Kapitalverkehr.

Sowohl Portugal Telecom als auch Telefonica betrachten das Engagement in Brasilien als wichtig für ihr zukünftiges Wachstum. Nach der vereitelten Übernahme wollte sich eine Telefonica-Sprecherin nicht zu den möglichen Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie auswirken.

PT-Chairman Henrique Granadeiro zeigte sich am Mittwoch angesichts des Vetos der portugiesischen Regierung überrascht. "Der Verwaltungsrat hat wiederholt erklärt, dass er überzeugt ist, dass die Goldene Aktie in diesem Fall nicht angewendet werden kann", sagte Granadeiro. Letztendlich hänge die Entscheidung jedoch von der Interpretation der Rechtslage ab und der Verwaltungsrat respektiere dies.

Bei Analysten stieß die Entscheidung der portugiesischen Regierung auf Unverständnis. "Dieses Ergebnis ist für alle Beteiligten fürchterlich", sagte Bernstein-Research-Analyst Robin Bienenstock. Wahrscheinlich stünden nun Klagen bevor. Zudem habe Telefonica ein überhöhtes Gebot vorgelegt. Den Preis, den die Spanier bereit gewesen seien zu zahlen, spiegele die Schwäche im Heimatmarkt wieder, sagte Bienenstock.

ING-Analyst Georgios Ierodiaconou hält es für wahrscheinlich, dass Telefonica das Gebot erneut vorlegt, falls der EuGH die Goldene Aktie der portugiesischen Regierung für unrechtmäßig erklärt.

Die Telefonica-Aktie ging am Mittwoch mit einem Plus von 1% auf 15,26 EUR aus dem Handel, während die Papiere der Portugal Telecom 1,5% auf 8,18 EUR verloren.

Webseiten: www.telefonica.com www.telecom.pt - Von Jeffrey T. Lewis, Jonathan House und Santiago Perez, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29 72 51 10, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/has/kla

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