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22.08.2007

UPDATE: Telekom Austria wächst vor allem im Ausland

(NEU: Details, Analystenmeinung, Aktienkurs)

(NEU: Details, Analystenmeinung, Aktienkurs)

Von Herbert Dietrichstein

Dow Jones Newswires

WIEN (Dow Jones)--Die Telekom Austria AG (TA), Wien, hat im zweiten Quartal des laufenden Jahres vor allem von ihren Beteiligungen in Südosteuropa profitiert. So haben "die starken Beiträge aus den internationalen Gesellschaften" die Entwicklung auf dem österreichischen Markt kompensieren können, teilte der Konzern am Mittwoch bei Vorlage der Quartalszahlen mit. Ebenfalls positiv habe sich die Konsolidierung der österreichischen eTel ausgewirkt. Somit konnte die Telekom Austria ihren Umsatz auf 1,208 (1,169) Mrd EUR steigern. Analysten hatten mit 1,179 Mrd EUR gerechnet.

Verringert haben sich in den Monaten April bis Juni hingegen die Ertragskennzahlen. So sank das EBITDA auf 464,7 (477,5) Mio EUR; Analysten hatten 459,1 Mio EUR erwartet. Das Betriebsergebnis lag mit 196,7 (192,5) Mio EUR leicht über dem Vorjahreswert sowie den Schätzungen der Analysten von 188,7 Mio EUR. Der Nettoüberschuss blieb mit 130,6 (130,9) Mio in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Analysten hatten mit 126,9 Mio EUR gerechnet.

Die Telekom Austria sieht sich weiterhin in einem stark wettbewerbsorientierten Marktumfeld sowohl im Festnetzsegment als auch in der Mobilkommunikation. Während der Festnetzbereich weiter Gesprächsminuten an den Bereich Mobilkommunikation verliere, führe die hohe Marktabdeckung im Mobilbereich zu verstärktem Wettbewerbsdruck. Trotz dieser Rahmenbedingungen konnte das Unternehmen vor allem durch ein stärkeres zweites Quartal den Umsatz im ersten Halbjahr steigern.

Vor allem der Bereich Mobilkommunikation erwies sich für die TA in Osteuropa einmal mehr als Wachstumsbringer. So stiegen die Umsatzerlöse im gesamten ersten Halbjahr um 2,5% auf 1,433 (1,399) Mrd EUR. Dieses Wachstum sei vor allem von den Beteiligungen in Bulgarien, Kroatien und Slowenien getrieben, welche die niedrigeren Umsätze in Österreich mehr als ausgleichen konnten. Vor allem der anhaltende Preiswettbewerb auf dem Heimmarkt belastete die Umsätze in diesem Segment. Das EBITDA blieb mit 580,2 (579,4) Mio EUR stabil, da die Ergebnisse aus den bestehenden internationalen Gesellschaften die Anlaufkosten in der Republik Serbien und in der Republik Mazedonien kompensieren konnten.

Das Problem im Mobilsektor sind - insbesondere in Österreich mit 115% - die hohen Penetrationsraten, die sich auch in den südosteuropäischen Märkten bereits der 100%-Schwelle annähern. Vor allem in Österreich würden die operativen Margen daher unter Druck geraten und eher leicht rückläufige Tendenz aufweisen. "In den osteuropäischen Märkten haben sich die Margen gesteigert", sagte Reisenberger. Erfreulich sei das Margenniveau in Bulgarien. Am zweitbesten schneide Kroatien ab und Österreich liegt auf dem dritten Platz. Analyst Reisenberger rechnet mit einem, saisonal bedingt, starken 3. Quartal, in dem die Roaminggebühren einen positiven Effekt auf die Margen haben könnten.

In der Sparte Festnetz verzeichnete die Telekom in den ersten sechs Monaten einen Umsatzrückgang von 0,9% auf 1,044 (1,054) Mrd EUR. Allerdings sei es gelungen durch höhere Erlöse aus "Internetzugang & Media" und "Wholesale Sprachtelefonie & Internet" teilweise die niedrigeren Erlöse aus der Sprachtelefonie zu kompensieren. Das EBITDA verringerte sich aufgrund höherer Personalkosten und der niedrigeren Umsatzerlöse um 7,5% auf 379,6 (410,5) Mio EUR.

Marktbeobachter zeigten sich angesichts der Marktsituation mit den Zahlen zufrieden. "Die Ergebnisse sind gut und solide", sagte Alfred Reisenberger, Analyst bei UniCredit MIB. Zwar halte der starke Trend zum Leitungsverlust im Festnetzbereich an, der pro Quartal etwa 1,5% bis 2% betrage und auch die rückläufige Entwicklung bei den Gesprächsminuten in diesem Bereich setze sich fort. Allerdings vermindere die sinkende Bedeutung der Festnetzsparte die Investitionen und damit die Abschreibungen, was sich positiv auf das Ergebnis auswirke. Den positiven Effekt der Breitbandanschlüsse bezeichnete Reisenberger für das zweite Quartal als "eher geringfügig".

Für das Gesamtjahr 2007 bestätigte die Telekom Austria ihren Ausblick einer jährlichen Steigerung des Nettoüberschusses von durchschnittlich mehr als 10% von 2007 bis 2010. Diese Prognose wurde im Juli als Reaktion auf die Einführung der EU-Roaming-Regulierung ausgegeben. Für das laufende Jahr erwartet die TA zudem einen leichten Rückgang beim Betriebsergebnis.

UniCredit-Analyst Alfred Reisenberger bezeichnete die Guidance der Telekom Austria als realistisch. "Insgesamt betrachtet, hat sich das große Bild wenig verändert", so Reisenberger. Im Mobilbereich sehe er weiteres Wachstum, trotz der hohen Marktsättigung, was er vor allem auf die steigende Bedeutung von mobilem Datenverkehr zurückführt. Aber: "Der größere Teil der Ergebniszuwächse wird aus den sinkenden Abschreibungen resultieren." Der kleinere Teil werde operativ erreicht werden.

Die UniCredit halte an ihrer Kursempfehlung "Hold" fest und bestätigte ihr Kursziel von 19 EUR. Der Kurs der im ATX-20 notierten Aktie lag am Mittwoch gegen 12:32 Uhr bei 18,51 EUR, einer Steigerung gegenüber dem Schlusskurs des Vortages von 2,49%

Webseite: http://www.telekom.at

- Von Herbert Dietrichstein, Dow Jones Newswires, +43 (1) 513 6922-13,

herbert.dietrichstein@dowjones.com

DJG/hed/kla

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