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19.03.2008

UPDATE: Telekom verschreckt Anleger mit Festnetz-Ausblick massiv

(NEU: Marktreaktionen, Klarstellung der Telekom) Von Olaf Ridder und Archibald Preuschat DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Marktreaktionen, Klarstellung der Telekom) Von Olaf Ridder und Archibald Preuschat DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aussicht auf ein weiter rückläufiges Festnetzgeschäft der Deutschen Telekom AG im laufenden und im nächsten Jahr hat am Mittwoch zu einem Kurseinbruch der Telekom-Aktie geführt. Frankfurter Händler reagierten massiv verschreckt auf entsprechende Aussagen von Konzernvorstand Timotheus Höttges während eines Investorentags des Bonner DAX-Konzerns am Mittwoch.

Der Kurs der Telekom-Aktie sackt innerhalb einer halben Stunde unter die 10-EUR-Marke und notierte zeitweilig 13% im Minus. Marktteilnehmer interpretierten die Telekom-Aussagen als "Gesamt-Gewinnwarnung", während Analysten sich in ihren Erwartungen allerdings bestätigt zeigten.

Der Bonner DAX-Konzern versicherte in Reaktion auf den Kurseinbruch, die Konzernprognose für 2008 gelte weiter. Die auf der Investorenkonferenz gemachten Aussagen zum Festnetzgeschäft seien darin berücksichtigt. Im Februar hatte der Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 19,3 Mrd EUR für 2008 in Aussicht gestellt.

Auf den Kurseinbruch konnte sich die Telekom selbst keinen Reim machen. Konzernsprecher Stephan Broszio sagte der Nachrichtenagentur AP: "Es ist unerklärlich. Denn es gibt keine neuen schlechten Nachrichten - im Gegenteil."

Die Telekom hatte den Investoren am Morgen versprochen, im Jahr 2010 werde in dem von Kundenverlusten geprägten deutschen Festnetzgeschäft der Boden erreicht und Umsatz sowie operatives Ergebnis stabilisiert sein. Bis würden setzten sich Umsatz- und Ergebnisverluste allerdings fortsetzen.

Für das laufende Jahr erwartet der Manager eine Abschwächung des Umsatzrückgangs auf 4% bis 6% in Deutschland. Im vergangenen Jahr betrug das Umsatzminus noch 8%. Auch das EBITDA von T-Home soll 2008 nur noch um 5% bis 8% fallen. 2007 waren es noch minus 14% gewesen.

Damit Umsatz und EBITDA ab 2010 nicht mehr fallen, plant die Telekom weitere Maßnahmen zur Kostensenkung. Höttges bezifferte die Einsparungen für 2008 in der Summe ähnlich wie im Vorjahr mit rund 1 Mrd EUR. Das bereinigte EBITDA soll sich in direkter Folge dessen um 100 Mio EUR verbessern, ohne dass der Kundenservice leidet, versprach Höttges.

"Was hier zur Festnetzsparte gesagt wurde, entspricht genau meinen Erwartungen", sagte ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die "Kundenerosion" im Festnetzbereich sei bekannt, so dass die Prognose nicht unerwartet komme. Offensichtlich hätten andere positivere Erwartungen gehabt. Anders sei der Kursverlust nicht zu erklären, sagte der Analyst.

Während die Telekom im traditionellen Festnetzgeschäft nach wie vor Kunden verliert, wächst das Geschäft mit Breitband-Internetanschlüssen. 2008 sollen 1,6 Millionen neue Breitbandkunden gewonnen werden, eine Abschwächung gegenüber den 2 Millionen Neukunden aus dem vergangenen Jahr. Das entspräche einem Marktanteil von 45%, eine Quote, die auch für 2010 angepeilt wird.

Im Festnetzgeschäft ist laut Höttges dagegen kein Ende der Kundenverluste in Sicht. Hier dürfte der Marktanteil in Deutschland im laufenden Jahr auf 73% bis 75% fallen, nach 82% im Jahr 2007, sagte er den Investoren in Frankfurt. Bis 2010 rechnet der Telekom-Vorstand im Festnetzgeschäft auf dem Heimatmarkt noch mit rund 65% Marktanteil.

Nach der Bestätigung der Konzernprognose machte die Telekom-Aktie wieder Boden gut. Gegen 12.50 Uhr notierte sie bei 10,54 EUR, ein Minus von noch 7,4%. Sie blieb damit aber Tagesverlierer. Der DAX tendiert unterdessen etwas leichter.

Webseite: http://www.telekom.de/ -Von Olaf Ridder und Archibald Preuschat, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 111, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/rio/jhe

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