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11.05.2007

UPDATE: ThyssenKrupp erhöht Jahresprognose und Mittelfristziele

(Details, Hintergrund, Marktreaktionen)

(Details, Hintergrund, Marktreaktionen)

Von Andreas Heitker

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Nach einem erneut kräftigen operativen Gewinnanstieg im zweiten Quartal hat die ThyssenKrupp AG ihre Prognosen für das Gesamtjahr 2006/07 sowie ihre Mittel- und Langfristziele deutlich angehoben. In dem bis Ende September laufenden Geschäftsjahr will der Ruhrkonzern nun einen Umsatz von rund 50 Mrd EUR und ein bereinigtes Vorsteuerergebnis von rund 3,5 Mrd EUR erwirtschaften. Die von der EU-Kommission verhängte Kartellstrafe wird den Gewinn allerdings noch schmälern.

Die Geldbuße für unerlaubte Absprachen im Aufzügegeschäft von 480 Mio EUR hat ThyssenKrupp in ihrer Quartalsbilanz der Monate Januar bis März bereits verbucht. In den drei Monaten musste der Mischkonzern deshalb auch einen Gewinnrückgang hinnehmen. Das Vorsteuerergebnis sank auf 572 Mio EUR von 773 Mio im Vorjahr. Ohne die Kartellstrafe hätte ThyssenKrupp 1,052 Mrd EUR verbuchen können - und damit sogar etwas mehr als die von Analysten im Schnitt geschätzten 1,027 Mrd EUR.

Der Konzern sprach in seinem Zwischenbericht auch von einem "anhaltend günstigen Marktumfeld" im zweiten Quartal. Der Auftragseingang kletterte um 9% auf 14,0 Mrd EUR, der Umsatz um 11% auf 13,1 Mrd EUR. Das Nettoergebnis sank aufgrund der Kartellstrafe allerdings ebenfalls unter das Vorjahresniveau auf jetzt 244 (441) Mio EUR.

ThyssenKrupp hatte ihre Jahresprognosen erst im Februar weiter angehoben. Seither hatte der in Duisburg und Essen ansässige DAX-Konzern einen Umsatz von 48 Mrd bis 49 Mrd EUR sowie ein Ergebnis von deutlich über 2,5 Mrd EUR in Aussicht gestellt.

Mittelfristig - das heißt bis zum Jahr 2010 - strebt das Unternehmen nun einen Umsatz von 60 Mrd EUR und ein um Sondereffekte bereinigtes Vorsteuerergebnis von nachhaltig 4 Mrd EUR an. Längerfristig werde bei einem Umsatz in der Größenordnung von 65 Mrd EUR ein Vorsteuergewinn von 4,5 Mrd bis 5,0 Mrd EUR erwartet. Der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz begründete diese Prognose mit der "deutlich gestiegenen Ertragsstärke des Konzerns" und den erwarteten Ergebniseffekten aus dem Investitionsprogramm.

Dabei sollen sich nach Angaben von Schulz insbesondere die Großinvestitionen in Nordamerika positiv auswirken. ThyssenKrupp plant in den USA unter anderem ein neues Stahlwerk. Der Aufsichtsrat will noch im Tagesverlauf grünes Licht für das Projekt geben.

Das Stahlgeschäft zeigte sich im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erneut stark. Im ohnehin schon boomenden Flachstahlgeschäft (Steel) erwirtschaftete ThyssenKrupp einen Gewinn von 471 (Vorjahr 424) Mio EUR vor Steuern. Die Nachfrage nach Qualitätsflachstahl sei ungebrochen hoch, erklärte der DAX-Konzern. Den deutlichsten Gewinnanstieg konnte aber das Edelstahl-Segment (Stainless) mit einem Plus auf 291 (52) Mio EUR erzielen. Grund hierfür waren vor allem deutlich höhere Preise bei einer zugleich stabilen Nachfrage.

Auch der Bereich Services profitierte vom starken Stahlgeschäft und verbesserte den Vorsteuergewinn auf 140 (91) Mio EUR. Hier wirkte sich nach Angaben von ThyssenKrupp die gute Preis und Mengensituation bei Werkstoffen positiv aus.

Das Aufzugsgeschäft (Elevator) blieb ohne Berücksichtigung der Kartellstrafe in etwa auf Vorjahresniveau, verbuchte insgesamt aber einen Vorsteuerverlust von 390 (Vorjahr plus 94) Mio EUR. Schwächer zeigte sich auch das Technologies-Geschäft mit einem Ergebnis vor Steuern von 108 (133) Mio EUR. Gewinnsteigerungen im Anlagenbau konnten nach Angaben des Konzerns die höheren Auftragskosten bei einigen Schiffbauprojekten nicht wieder ausgleichen.

An der Börse verlor die ThyssenKrupp-Aktie am Freitagvormittag in einem schwachen Umfeld 1,8% auf 40,61 EUR. Händler sprachen dennoch von einem überraschend guten Ausblick, den der Konzern gegeben habe. Auch Analysten äußerten sich positiv. Die Experten von Merck Finck hoben ihr Kursziel auf 45 EUR an. Die Quartalszahlen hätten die Erwartungen vollständig entsprochen, hieß es. Ein Ende des Zyklus sei für den Konzern nicht in Sicht.

Webseite: http://www.thyssenkrupp.de

-Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14,

andreas.heitker@dowjones.com

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