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10.08.2007

UPDATE: ThyssenKrupp hebt erneut die Prognose für 06/07 an

(NEU: Details aus dem Zwischenbericht, Marktreaktionen, Aktienkurs)

(NEU: Details aus dem Zwischenbericht, Marktreaktionen, Aktienkurs)

Von Andreas Heitker

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die ThyssenKrupp AG hat nach dem höchsten Quartalsgewinn in ihrer bisherigen Unternehmensgeschichte erneut ihre Prognosen angehoben. Der Ruhrkonzern erhöhte damit bereits zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres die Ziele für das Geschäftsjahr 2006/07. Im weiteren Jahresverlauf sei "mit einer Fortsetzung der insgesamt positiven Geschäftsentwicklung" zu rechnen, erklärte der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz am Freitag.

Von April bis Juni verbuchte der DAX-Konzern ein Vorsteuerergebnis von 1,219 (Vorjahr 0,806) Mrd EUR und übertraf damit erneut die Erwartungen der Analysten. Enthalten sind ein Gewinn von 115 Mio EUR aus einem Immobilienverkauf, aber auch 76 Mio EUR Restrukturierungskosten für den Automotive-Bereich. Das Nettoergebnis lag im dritten Quartal mit 759 (468) Mio EUR ebenfalls deutlich über den Prognosen der Experten. Alle Segmente hätten eine "sehr erfreuliche Entwicklung aufgewiesen", erklärte Thyssen.

Getragen wurde die außergewöhnliche Ergebnisperformance erneut von der guten Stahlkonjunktur. Den höchsten Gewinnzuwachs erzielte ThyssenKrupp erwartungsgemäß im Edelstahl-Geschäft (Stainless), das von höheren Basispreisen und einer guten Endverbraucher-Nachfrage profitierte. Aber auch die wichtigste Konzernsparte - das Flachstahlgeschäft (Steel) - verbuchte eine stabil hohe Nachfrage und konnte Umsatz und operativen Gewinn erhöhen.

Das Aufzugssegment (Elevator) profitierte von der Geschäftsausweitung in Spanien/Portugal und von Verbesserungen in Nordamerika. Das Gewinnplus bei Technologies war auf den Anlagenbau zurückzuführen. Im Services-Geschäft machte sich das hohe Preis- und Nachfrageniveau positiv bemerkbar. Zudem verzeichnete ThyssenKrupp hier deutliche Gewinnsteigerungen bei Spezialprodukten.

Im dritten Quartal verbuchte ThyssenKrupp einen Auftragseingang von 15,6 Mrd EUR. Das waren 25% mehr als noch vor einem Jahr. Der Umsatz wuchs in den drei Monaten um 11% auf 13,4 Mrd EUR.

Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr 2006/07 stellt ThyssenKrupp nun ein bereinigtes Vorsteuerergebnis von rund 3,6 Mrd EUR in Aussicht. Bisher hatte der Konzern 3,5 Mrd EUR erwartet. Einschließlich von Sondereffekten werde das Ergebnis 3,2 Mrd EUR betragen, hieß es. Belastet wird das Ergebnis nämlich von einer Kartellstrafe im Aufzugsgeschäft. Den Umsatz sieht der Konzern 2006/07 jetzt bei "über 50 Mrd EUR". Bisher hatte Thyssen nur von rund 50 Mrd EUR gesprochen.

Trotz der Prognoseanhebung zeigte sich die ThyssenKrupp-Aktie am Freitag zunächst mit deutlichen Kursverlusten. Bis 10.50 Uhr verlor die DAX-Aktie in einem schwachen Gesamtmarkt rund 1,8% an Wert auf 37,37 EUR. Analysten zeigten sich dagegen durchaus angetan von der operativen Entwicklung des Konzerns.

"Die Zahlen sind wesentlich besser als erwartet ausgefallen", sagte Michael Tappeiner von der WestLB im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Besonders der Technologie-Bereich sei gut gelaufen. "Wegen des starken Verfalls der Preise für Edelstahl und Nickel bin ich da allerdings auf lange Sicht ein bisschen vorsichtig", sagt der Analyst.

Auch Christian Obst, Stahlanalyst von UniCredit, verwies auf die Unsicherheiten im Edelstahlgeschäft. Die Basispreise seien in den vergangenen sechs Monaten um über 50% gesunken, erklärte er. Dies könne sich negativ auf die künftigen Quartals-Ergebnisse von ThyssenKrupp auswirken. Insgesamt habe der Konzern aber für das dritte Quartal gute Zahlen vorgelegt.

Sehr zufrieden äußerte sich auch Analyst Nils Lesser von Merck Finck. "Der Konsens wurde deutlich übertroffen." Er bezeichnet den Ausblick des Konzerns indes als sehr konservativ und traut ThyssenKrupp mehr zu. Lesser hat das Papier mit "Kaufen" und einem Kursziel von 50 EUR eingestuft.

Webseite: http://www.thyssenkrupp.de

-Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14,

andreas.heitker@dowjones.com

DJG/hei/brb

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