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21.01.2010

UPDATE: ThyssenKrupp sorgt für Freud und Leid bei Aktionären

21.01.2010

(NEU: Zusammengefasste Berichterstattung, Weitere Aussagen Schulz, Hippe)

Von Martin Rapp

DOW JONES NEWSWIRES

BOCHUM (Dow Jones)--Der Industriekonzern ThyssenKrupp ist besser als erwartet ins aktuelle Geschäftsjahr gestartet. Die Freude der Aktionäre auf der Hauptversammlung über entsprechende Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Ekkehard Schulz wurde durch die erneut erhöhten Kosten für die Großprojekte in Übersee getrübt. ThyssenKrupp rechnet dort aber weiter mit stattlichen Gewinnen.

Die Mehrzahl der acht Geschäftsbereiche habe im ersten Quartal ein positives Ergebnis erwirtschaftet, sagte Schulz am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Bochum. Allein das Stahlgeschäft in Europa weise ein Ergebnis im knapp dreistelligen Millionen-Euro-Bereich vor. "Das wäre ein starkes Ergebnis und eine Überraschung", kommentierte Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel.

"Die Geschäftsentwicklung in den Monaten Oktober bis Dezember erlaubt uns, mit gedämpftem Optimismus nach vorne zu schauen", sagte Schulz. Die Zuversicht führte den Manager zu Beginn seines letzten Dienstjahres zur erneuten Ankündigung, in diesem Jahr wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Schulz wird nach der Hauptversammlung im nächsten Jahr sein Amt übergeben.

Die in Essen und Duisburg ansässige ThyssenKrupp AG will in diesem Geschäftsjahr bei stabilisierten Umsatzerlösen ein positives bereinigtes Vorsteuerergebnis in niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Höhe erzielen. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 hatte ThyssenKrupp unter dem weltweiten Nachfrageeinbruch gelitten. Der Umsatz schrumpfte um fast ein Viertel auf 40,6 Mrd EUR, vor Steuern wurde ein Fehlbetrag von 2,4 Mrd EUR verbucht. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 1,87 Mrd EUR.

Dass er trotz des besseren Starts ins neue Geschäftsjahr nicht überschwänglich werde, begründete Schulz mit der anhaltenden Unsicherheit. Die Risiken für den weiteren Geschäftsverlauf blieben hoch, da die positiven Impulse bisher vor allem aus staatlichen Konjunkturprogrammen gekommen seien, die nun ausliefen. Die Gefahr eines konjunkturellen Rückschlags bestehe weiterhin.

Eine andere Belastung hat der Konzern selbst zu verantworten. Die Kosten für die Großprojekte in Amerika haben sich erneut deutlich erhöht. Der Aufsichtsrat habe das geplante Investitionsvolumen für das Stahlwerk im US-Bundesstaat Alabama um 10% auf 3,6 Mrd USD erhöht. Inklusive Anlaufkosten lägen die derzeit geplanten Aufwendungen damit bei rund 3,8 Mrd USD.

Drastischer noch stellt sich die Ausweitung des Kostenrahmens bei dem Werk in Brasilien dar. Hier ist das Investitionsbudget auf 5,2 Mrd von 4,7 Mrd EUR erhöht worden, wie Schulz sagte. Zusammen mit den Kosten für den Produktionsanlauf rechnet der Konzern mit Aufwendungen von rund 5,9 Mrd EUR. Als das Projekt 2004 in Angriff genommen wurde, waren zunächst 1,3 Mrd EUR eingeplant.

Im Mai werde dem Aufsichtsrat die Abrechnung beider Projekte vorgelegt, kündigte Schulz an. Dann werde auch eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsrechnung vorgestellt.

Verschiedene Aktionärsvertreter äußerten sich kritisch zu den ausufernden Kosten. Schulz wies mit Blick auf Brasilien auf die Erhöhung der Kapazität, den erhöhten Eigenanteil an der Projekterstellung und auf bauliche Erschwernisse hin. Er betonte, dass die Wirtschaftlichkeit beider Projekte sich nur geringfügig geändert habe. Die Renditen beider Projekte liege auch unter den neuen Prämissen über dem Kapitalkostensatz von 8,5%.

Finanzvorstand Alan Hippe rechnet damit, dass das Werk drei bis fünf Jahre nach Inbetriebnahme die Gewinnschwelle erreicht. Das wäre frühestens 2013, da das Werk im Herbst dieses Jahres mit einer Linie die Produktion aufnehmen soll. Der zuerst geplante Termin von 2008 war nicht zu halten, was aber angesichts der schwachen Nachfrage in der Wirtschaftskrise nicht problematisch war. Jetzt, da das Werk laut Schulz zu 90% fertiggestellt ist, will ThyssenKrupp flexibel auf den Bedarf reagieren.

Das gilt auch für das Werk in den USA. Auch hier plant ThyssenKrupp mit einem gebremsten Start und behält sich höheres Tempo für den Fall anziehender Nachfrage vor. Schulz zeigte sich aber optimistisch, was den Erfolg in Alabama angeht. Mit 200 Kunden seien bereits positive Gespräche geführt worden, Aufträge lägen schon vor.

Webseite: www.thyssenkrupp.com -Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 211 13 87 214; martin.rapp@dowjones.com DJG/mmr/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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