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26.08.2008

UPDATE: ThyssenKrupp stellt Dienstleistungssparte neu auf

(NEU: Weitere Details, Hintergrund)

Von Andreas Heitker

DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die ThyssenKrupp AG stellt ihre Dienstleistungssparte neu auf. Der Ruhrkonzern kündigte am Dienstag an, im Segment Services Aktivitäten mit einem Umsatz von 1,7 Mrd EUR und mit 23.000 Mitarbeitern zu verkaufen. Für den Trading- und Technikbereich von Services wird zugleich ein strategischer Partner gesucht. Trotz dieser Fokussierung erwartet ThyssenKrupp im Services-Geschäft in den kommenden Jahren ein kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum.

Der für das Dienstleistungsgeschäft zuständige Konzernvorstand Edwin Eichler kündigte mittelfristig - das heißt bis zum Jahr 2011/12 - einen Umsatz in der Services-Sparte von 20 Mrd EUR und ein Vorsteuer-Ergebnis von mindestens 1 Mrd EUR an. Im vergangenen Geschäftsjahr 2006/07 hatte ThyssenKrupp hier noch Erlöse von 16,7 Mrd EUR und mit 43.000 Mitarbeitern einen Gewinn vor Steuern von rund 700 Mio EUR erzielt.

Veräußern will der DAX-Konzern nun zunächst große Teile des Bereichs Industrial Services. Lediglich die Stahlservice-Aktivitäten in Deutschland und Brasilien sollen im Konzern bleiben. Nach Angaben von Eichler wird sich der geplante Verkauf wohl bis zum Herbst 2009 hinziehen. Er erwartet Interesse sowohl von Finanz- als auch von strategischen Investoren. Eine Investmentbank für die Transaktion ist noch nicht ausgewählt. Angestrebt werde ein Paketverkauf der Aktivitäten, sagte Eichler. Ein Verkauf von einzelnen Bereichen sei aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Eichler bezeichnete das Industrieservice-Geschäft als eine "Perle im Portfolio" und als "hochprofitabel". Die Aktivitäten bildeten aber mit Abstand die kleinste Einheit im Services-Segment und hätten die geringsten Synergien zum Kerngeschäft im Dienstleistungsbereich. Dieses Kerngeschäft sieht der Konzern vor allem bei den Rohstoff- und Werkstoffdienstleistungen, die in dem Segment bereits heute 80% bis 90% des Services-Umsatz ausmachen. Und hier erwartet ThyssenKrupp in den nächsten Jahren ein beschleunigtes Wachstum.

Eichler sieht vor allem in Asien und Osteuropa Chancen, das Geschäft auszubauen. Er verwies darauf, dass dem Services-Aufsichtsrat bereits Investitionen von zunächst 3 Mrd EUR vorgeschlagen wurden. In welchem Zeitraum dieses Geld ausgegeben werden soll, sagte er nicht. Es seien aber durchaus auch "die eine oder andere größere Akquisition möglich", sagte er.

Der ThyssenKrupp-Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz sagte auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Düsseldorf, unter anderem werde der Bereich Special Products deutlich ausgebaut. Dieser Bereich - in den auch die verbleibenden Stahlservice-Aktivitäten in Deutschland und Brasilien integriert werden - umfasst das Trading-Geschäft mit Walzstahl, Rohren und Rohstoffen sowie die Bau- und Gleistechnik.

Nach Angaben von Schulz will ThyssenKrupp an diesem Services-Teil im kommenden Jahr einen strategischen Minderheitsaktionär beteiligen, der etwa 30% bis 40% der Anteile übernimmt. Dies sei eine strategische Entscheidung, um den Wachstumskurs zu unterstützen, so Schulz. ThyssenKrupp habe auch über ein IPO nachgedacht, diesen Gedanken aber verworfen. Die Vorbereitungszeit für einen Börsengang dauere zu lange.

Schulz stellte klar, dass der Verkauf des Industrieservice-Geschäfts nichts mit den höheren Kosten für das neue Stahlwerk in Brasilien zu tun habe. Er verwies zugleich darauf, dass auch in anderen Segmenten des Konzerns die Aktivitäten noch einmal auf den Prüfstand gestellt würden. Es seien hier aber noch keine Entscheidungen getroffen worden.

Die Neuaufstellung der Services-Sparte führt nach seinen Angaben auch nicht dazu, dass der Konzern seine Mittelfrist- und Langfrist-Ziele ändert. Schulz bekräftigte noch einmal, dass der Konzern mittelfristig einen Umsatz von 60 Mrd EUR und ein Ergebnis vor Steuern und Sondereffekten von nachhaltig 4 Mrd EUR anstrebt. Längerfristig sollen dann Erlöse von 65 Mrd EUR und ein Vorsteuer-Gewinn von 4,5 Mrd bis 5,0 Mrd EUR erreicht werden. Hierzu sollen dann insbesondere die neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA beitragen.

Webseite: http://www.thyssenkrupp.de - Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14, andreas.heitker@dowjones.com DJG/hei/kla

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