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06.08.2008

UPDATE: Time Warner verdient weniger durch AOL-Schwäche

(NEU: Hintergrund AOL, Aussagen von CEO und Analysten)

Von Nat Worden

DOW JONES NEWSWIRES

NEW YORK (Dow Jones)--Der Medienkonzern Time Warner Inc hat im zweiten Quartal einen Rückgang des Nettogewinns um 26% verzeichnet. Die Schwäche der Internetsparte AOL und des Verlagsgeschäfts beeinträchtigten das Quartalsergebnis. Das Unternehmen bekräftigte seine Absicht, das Werbegeschäft und den Abonnentenbereich von AOL trennen zu wollen, um einen der beiden Bereiche oder das komplette Geschäft zu verkaufen.

Die Zukunft von AOL bleibt die Schlüsselfrage von Time Warner. Wieder einmal warf die enttäuschende Entwicklung dieser Sparte ein Licht auf dieses Thema. Der Umsatz von AOL ging um 16% zurück, da sich der Bereich weiter hin zum reinen Werbegeschäft wandelt. Deshalb war der schmale Anstieg von 2% bei den Werbeerlösen besorgniserregender und lag unter den Erwartungen vieler Analysten.

Die Deutsche Bank wies darauf hin, dass die Kosten für die Erzeugung von Verkehr auf den Werbeseiten zugenommen haben. Damit ist der Anteil von Werbenden gemeint, den AOL abgeben muss, was "Druck auf die Margen ausüben könnte".

Time Warner hatte schon mit Yahoo! Inc und Microsoft Corp über einen Verkauf von AOL gesprochen, berichtet eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Getrennt von dem Geschäft mit der Internet-Einwahl wäre das Werbegeschäft noch reizvoller für einen der großen Internetkonzerne. Der abgetrennte Bereich wiederum könnte für ein Unternehmen wie Earthlink Inc interessant sein.

Jeff Bewkes, CEO von Time Warner, hält eine operative Trennung von Werbe- und Einwahlgeschäft ab 2009 für möglich. Allerdings sei durch die bereits getroffenen finanziellen und strategischen Entscheidungen zur Trennung "irgendetwas Strategisches" bei beiden Bereichen schon jetzt möglich.

Im Zeitraum April bis Juni verdiente Time Warner unter dem Strich 792 Mio USD bzw 0,22 USD je Aktie. Im vergangenen Jahr waren es 1,07 Mrd USD bzw 0,28 USD je Anteilsschein. Nach Sondereffekten lag der Gewinn je Aktie bei 0,24 USD und damit leicht über den Erwartungen der Analysten von Wall Street, die mit 0,23 USD gerechnet hatten. Der Umsatz stieg um 5% auf 11,6 Mrd USD.

Im Kabelgeschäft kletterte der Umsatz um 7% auf 4,3 Mrd USD. Der operative Gewinn der Sparte, die PayTV-Dienste und Telefonie anbietet, wuchs um 4% auf 738 Mio USD. Besonders bei Datenumsatz und bei digitalen Sprachdiensten war Time Warner erfolgreich.

Die Fernsehsender von Time Warner, wie CNN und HBO, steigerten ihren Umsatz um 9% auf 2,8 Mrd USD. Einnahmen durch Abonnements und Werbeerlöse legten zweistellig zu. Der operative Gewinn lag mit 749 Mio USD 18% höher als im Vorjahr.

Im Filmgeschäft erlöste der Konzern 2,6 Mrd USD, ein Plus von 14%. Einige Filme von Warner Bros und New Line Cinema lockten viele Kunden in die Kinos, zudem wurden die Lizenzeinnahmen für die Fernsehverwertung erhöht. Somit wurde beim operativen Ergebnis mit 94 Mio USD ein Plus von 16% erzielt. Das Verlagsgeschäft schwächelte mit einem Minus von 6 beim Umsatz und 11% beim Gewinn.

Michael Morris, Analyst bei der UBS, befürchtet Schwierigkeiten des Konzerns, seine angepeilte Gewinnspanne zu erreichen. Die Verlangsamung des Werbemarkts, gekoppelt mit der Schwäche von AOL und Verlagsgeschäft, sind der Grund für seine Sorgen. Das Unternehmen bestätigte indes, 2008 einen Gewinn je Aktie von 1,07 USD bis 1,11 USD erzielen zu wollen.

Webseite: http://www.timewarner.com -Von Nat Worden, Dow Jones Newswires; +49 (0) 69 29725 104; unternehmen.de@dowjones.com (David Benoit und George Stahl trugen zu diesem Artikel bei.) DJG/DJN/mmr/cbr

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