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13.05.2008

UPDATE: Versatel leidet im 1Q unter preisaggresivem Wettbewerb

(NEU: Details, Analystenstimmen, Aussagen von Versatel-CEO Knauer, Aktienkurs)

Von Nico Schmidt

DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Belastet vom scharfen Wettbewerb und dem starken Preisdruck auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt ist die Versatel AG im ersten Quartal 2008 trotz Umsatzwachstums tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Mit seinem zu Jahresbeginn gestarteten Effizienzsteigerungsprogramm sieht sich der TecDAX-Konzern aber im Plan und bestätigte daher seine Prognosen für das Gesamtjahr.

Anleger zeigten sich trotzdem enttäuscht und schickten die Versatel-Aktie auf Talfahrt. In einem festen Umfeld verliert das Papier gegen dem Trend bis 11.13 Uhr 5,1% auf 17,47 EUR.

Das Umsatzplus von über 6% auf 185,2 (Vorjahr: 174,3) Mio EUR ging vor allem auf das Wholesale-Segment zurück. Der Bereich, in dem das Düsseldorfer Unternehmen Glasfaserleitungen an andere Telekomanbieter vermietet, legten die Einnahmen um mehr als 40% zu. Das Geschäftskundensegment sei - ausgehend von einem "aggressiven Verhalten der Deutschen Telekom AG" - einem starken Preisdruck ausgesetzt gewesen, weshalb die Einnahmen um 7% auf 49,3 (53) Mio EUR fielen. Vorstandsvorsitzender Peer Knauer sieht einen "fast ruinösen Wettbewerb".

Unter dem Strich weitete Versatel den Konzernfehlbetrag auf 29,9 (7,9) Mio EUR aus. Das Ergebnis sei von rund 11,5 Mio EUR Rückstellungen belastet worden, die im Rahmen des Effizienzsteigerungsprogramms anfielen. Ferner wirkten sich höhere Abschreibungen im Zuge des Netzaufbaus im vergangenen Jahr sowie steuerliche Effekte negativ aus. Knauer bezifferte diese Sondereffekte in der Summe auf rund 20 Mio EUR.

Das EBITDA lag bei 47,3 (54,1) Mio EUR und damit über den Erwartungen von Versatel. Das EBIT rutschte in die Verlustzone auf minus 13,9 (Vj plus 4,1) Mio EUR. Mit den Quartalszahlen enttäuschte Versatel sowohl Analysten als auch Anleger. Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim, stufte das Ergebnis als unerwartet schlecht ein. "Zwar lag der Umsatz über den Erwartungen, allerdings hat die Profitabilität enttäuscht", erklärt er. Auch die Analysten von HSBC und LBBW bekräftigten deshalb ihre negative Sicht auf die Versatel-Aktie.

Versatel selbst erklärte, das als Antwort auf den Preisverfall gestartete Effizienzsteigerungsprogramm zeige erste Erfolge. Von den Maßnahmen, die unter anderem einen Stellenabbau und Standortschließungen vorsehen, erwartet sich der Vorstand jährliche Kosteneinsparungen von 30 Mio EUR. Voll wirksam werden die Sparmaßnahmen wahrscheinlich erst 2009.

Versatel bekräftigte zudem ihre Prognose und will im Gesamtjahr bei einem Umsatz von 730 Mio bis 740 Mio EUR ein bereinigtes EBITDA von mindestens 200 Mio EUR erzielen. Bei gesenkten Marketingaufwendungen im Privatkundensegment soll die Zahl der DSL-Kunden um 100.000 bis 120.000 steigen. Im ersten Quartal wurden bereits rund 30.000 private DSL-Neukunden gewonnen. Unter dem Strich soll der Konzernverlust von 89 Mio EUR aus dem Jahr 2007 halbiert werden.

Eine verstärkt "cashflow-orientierte" Unternehmensführung soll Versatel die nötige finanzielle Stärke und Flexibilität für Zukäufe und Investitionen verschaffen. Peer Knauer begründete das Interesse an Akquisitionen in einer Telefonkonferenz am Morgen mit den hohen Einmalkosten, die bei der Gewinnung von Neukunden üblicherweise anfallen. Der Kauf eines Wettbewerbers sei dann "strategisch sehr sinnvoll", wenn die Aufwendungen pro Kunden geringer ausfallen als bei der organischen Neukundenakquise.

Fortschritte in Verhandlungen mit potenziellen Übernahmekandidaten gibt es nach Aussage von Knauer aktuell noch nicht. Zur Frage, ob Versatel gemeinsam mit ihrem Aktionär United Internet an einer Übernahme der Breitbandsparte von freenet interessiert sei, nahm der Versatel-CEO mit Verweis auf laufende Verhandlungen keine Stellung.

Der Ankündigung, dass Versatel aktiv an der Konsolidierung der Branche teilnehmen will, stehen die Analysten von HSBC eher skeptisch gegenüber: In dem hart umkämpften Markt gehöre Versatel zu den schwächeren Akteuren, deshalb sei eine potenzielle Übernahme eines Wettbewerbers tendenziell eher ein Risiko.

Webseite: http://www.versatel.de/ -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 102, nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/rio

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