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27.06.2008

UPDATE: Vodafone will mindestens 20% vom deutschen DSL-Markt

(NEU: Details) Von Richard Breum DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Details) Von Richard Breum DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Mobilfunkanbieter Vodafone Deutschland und seine Festnetztochter Arcor wollen am deutschen DSL-Markt einen Anteil von mindestens 20% erreichen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Vodafone Deutschland, Friedrich Joussen, sagte am Freitag weiter, sonst könne man sich in Deutschland im Festnetz nicht langfristig engagieren. Es aber werde mindestens fünf Jahre dauern, diesen Wert zu erreichen. Derzeit liegt er bei 13,6%.

Die Marke von 20% könne sicher mit organischem Wachstum erreicht werden, ein wünschenswerter Wert von 25% sei dagegen nur mit Zukäufen zu schaffen, erklärte Joussen in Düsseldorf weiter. 20% seien nötig, um die künftigen Investitionen in Glasfasernetze zu finanzieren. Vodafone sei dabei auch an dem Kauf von Kundenbeständen interessiert - es seien aber nur Preise um 300 EUR pro Kunde realistisch. Die derzeit kolportieren Preise von 500 oder 600 EUR seien viel zu hoch und für einen Käufer wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Vodafone und Arcor hatten am Donnerstagabend mitgeteilt, dass beide Unternehmen künftig ein einheitliches Top-Management haben werden. So übernimmt Friedrich Joussen zum 1. August zusätzlich den Vorstandsvorsitz bei Arcor, der bisherige Arcor-Chef Harald Stöber wird von Joussen den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen. Joussen sagte am Freitag, man brauche beides, das Festnetz und den Mobilfunk: Könne man diese Angebote nicht integriert anbieten, werde es auf dem deutschen Markt schwierig. Vodafone hatte Arcor komplett übernommen und für die restlichen rund 26% an dem Unternehmen 474 Mio EUR gezahlt.

Es werde nun darauf ankommen, alles aus einer Hand anbieten zu können, erklärte Joussen. "Bei Geschäftskunden wird diese Entwicklung zuerst kommen." Sie sei ein Grund für das Ziel, Vodafone in Deutschland "zum besten Komplettanbieter" zu machen. Zweitens brauche man nur eine große Netzinvestition, wenn man Mobilfunk und Festnetz betreibe. Langfristig werde es neben dem Netz der Deutschen Telekom nur zwei große Netz-Infrastrukturen in Deutschland geben, erwartet Joussen.

Besser wäre aus seiner Sicht sogar nur ein weiteres Netz in Deutschland, weil es ja auch noch die Kabelnetz-Infrastruktur gebe. Als künftig wichtigen Anbieter in Deutschland sieht Joussen dabei den spanischen Telefonica-Konzern. "Das Unternehmen wird sich in Deutschland mit dem Mobilfunkanbieter O2 nicht zufriedengeben", sagte Joussen.

Neben den operativen Bereichen für Privat- und Geschäftskunden wird Vodafone künftig auch ein Segment "Strategy & Wholesale" haben. Der Bereich unter der Führung von Peter Walz soll sich auch um die Strategie und Geschäftsentwicklung kümmern. Angesichts der derzeitigen Veränderungen auf dem Telekommunikationsmarkt sei ein eigener Bereich angemessen.

Bei den Serviceprovidern zum Beispiel erwartet Joussen viel Bewegung: Dieser Markt stehe erst ganz am Anfang einer Konsolidierung. "Hier wird sich viel tun - es wird viele M&A-Aktivitäten geben," sagte Joussen. So gebe es möglicherweise auch für Vodafone Gelegenheiten für Zukäufe.

Durch die komplette Übernahme von Arcor werde es keine negativen Folgen für die Mitarbeiter geben, erklärte der Manager weiter. So seien weder Standortschließungen noch betriebsbedingte Kündigungen geplant. Die erwarteten Synergien seien in erster Linie "Investitionssynergien" zum Beispiel durch das Zusammenlegen der Netze. Das sei ein so großes und langfristiges Programm, dass man eher mehr Mitarbeiter benötigen werde.

Ein wichtiges Thema sind für Joussen zudem die Frequenzen, die künftig durch Fortschritte in der Fernsehtechnik frei werden. Der Manager plädierte dafür, sie künftig für den Mobilfunk zu nutzen und zu versteigern. Damit könnten dann auch die Gebiete in Deutschland erschlossen werden, die bislang keine DSL-Versorgung haben. Die Versteigerung könne auch mit einer entsprechenden Verpflichtung der Industrie verbunden sein, die breitbandlose Gebiete - rund 10% in Deutschland - künftig zu versorgen.

Webseite: http://www.vodafone.de - Von Richard Breum, Dow Jones Newswires, +49 (0) 211 - 13872 15, Richard.Breum@dowjones.com DJG/rib/jhe

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