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22.07.2009

UPDATE: Wincor Nixdorf kappt nach schwachem 3Q Gewinnprognose

(NEU: Details, Aussagen Heidloff, Markteinschätzung, Aktienkurs)

(NEU: Details, Aussagen Heidloff, Markteinschätzung, Aktienkurs)

Von Nico Schmidt

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Wincor Nixdorf AG hat nach einem schwachen dritten Quartal die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2008/09 gekappt. Für den Ende September auslaufenden Zeitraum rechnet der Hersteller von Geldautomaten und Kassensystemen aufgrund des zunehmenden Preisdrucks nun nur noch mit einem operativen Ergebnis unter dem Vorjahresniveau. Zuvor war der MDAX-Konzern davon ausgegangen, das Ergebnis vor Abschreibungen auf Produkt-Know-how (EBITA) in etwa konstant halten zu können.

Am Markt werden die Paderborner für schwachen Zahlen und die Gewinnwarnung abgestraft: Die Aktie verliert bis gegen 10.20 Uhr 9,5% auf 38,63 EUR.

Im dritten Quartal lasteten die Wirtschaftskrise und die schwache Nachfrage schwer auf der Geschäftsentwicklung von Wincor Nixdorf. Der Umsatz des Herstellers von Geldautomaten und Kassensystemen sank um 11% auf 496 (Vorjahr: 555) Mio EUR, die zentralen Gewinnkennziffern gaben sogar noch stärker nach: Während das EBITA zwischen April und Juni um fast ein Drittel auf 35 (51) Mio EUR einbrach, verdiente der MDAX-Konzern unter dem Strich nur noch 23 (32) Mio EUR.

Damit schnitt Wincor Nixdorf deutlich schwächer ab als erwartet: Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel mit Einnahmen von 526 Mio EUR, einem EBITA von 42 Mio EUR und einem Nettogewinn von 27 Mio EUR gerechnet.

Vorstandsvorsitzender Eckard Heidloff zeigte sich nicht überrascht von der schwachen Entwicklung: "Das verlangsamte Wachstum zum Ende des guten ersten Halbjahres hatte bereits deutlich gemacht, dass wir die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise zu spüren bekommen." Das schwierige Umfeld habe zu Verschiebungen von Investitionsvorhaben und besonders Ersatzinvestitionen von Retailbanken und Handelsunternehmen geführt. Dies schlage sich bei Wincor Nixdorf sowie im Gesamtmarkt in einem anhaltenden Rückgang im Hardware-Geschäft nieder, so Heidloff.

Vor allem die sehr schwache Entwicklung in Osteuropa verhagelte dem MDAX-Konzern im dritten Quartal die Bilanz. "In vielen Ländern dort ist das Geschäft fast zusammengebrochen", erklärte Heidloff in einem Interview mit Dow Jones Newswires. Zudem habe Wincor Nixdorf der harte Preiskampf erneut zu schaffen gemacht. Aufträge seien umkämpfter als noch vor der Krise, was sich bei den Margen bemerkbar gemacht habe. Die Gewinnwarnung begründete der Manager mit dem zunehmenden Preisdruck.

Auch im Gespräch mit Dow Jones Newswires formulierte Heidloff die Prognose nicht konkreter und verwies auf die momentan nur sehr eingeschränkte Vorhersehbarkeit der Entwicklung. Nach dem schwierigen dritten Quartal müsse abgewartet werden, wie das Schlussquartal 2008/09 laufe. "Wir wissen noch nicht, was das vierte Quartal bringen wird", so der Vorstandsvorsitzende.

Eine wirkliche Überraschung ist die Gewinnwarnung allerdings nicht. Einige Analysten hatten zuletzt bereits daran gezweifelt, dass der MDAX-Konzern seine Ziele trotz der Wirtschaftsflaute beibehält. Die Zweifel waren durch Aussagen des Vorstandsvorsitzenden genährt worden. In einem Gespräch mit Dow Jones Newswires hatte der Manager zuletzt davon gesprochen, dass noch kein Licht am Ende des Tunnels in Sicht sei. "Wir kämpfen wie die Löwen, um die Guidance zu erhalten", sagte Heidloff seinerzeit.

Gerüchte über eine mögliche Gewinnwarnung hätten am Markt zuletzt schon mehrfach die Runde gemacht, sagte am Mittwochmorgen ein Händler. Der Überraschungseffekt habe sich daher in Grenzen gehalten.

Mit dem Ziel, sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen und bestehende Abläufe und Strukturen grundlegend zu überprüfen, hat die Wincor Nixdorf AG ein konzernweites Restrukturierungsprogramm ("ProFuture") gestartet. Dieses Programm soll nicht die bereits vorhandenen kurzfristig orientierten Wachstums- und Effizienzprogramme ablösen, sondern diese ergänzen.

Mit dem neu aufgelegten Programm will Wincor Nixdorf vor allem interne Prozesse und Strukturen optimieren. Nach einer jahrelangen Phase des Wachstums gehe es nun darum, Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung zu identifizieren, erklärte Heidloff. Dabei gehe es nicht vorrangig darum, kurzfristige Einsparungen zu generieren. Ziel des zwei Jahre laufenden Programms sei es vielmehr, Wincor Nixdorf langfristig schlanker aufzustellen und so fit für die Zukunft zu machen, so der Manager. Beispielsweise sollen Synergien im internationalen Geschäft gehoben werden. Ansatzpunkt könnten die Call-Center des Unternehmens sein.

Das Programm befindet sich derzeit noch in der Ausarbeitungsphase, weshalb Heidloff keine Angaben zu Details und möglichen Kosten sowie Ersparnissen machte. Auch die Mitarbeiter müssen sich dabei auf Einschnitte gefasst machen: "Auch da wird es Anpassungen geben", erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Webseite: www.wincor-nixdorf.com -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 114; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/brb Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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