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18.10.2007

UPDATE2: Anleger strafen SAP trotz solider 3Q-Zahlen ab

(NEU: Analysteneinschätzungen, Aktienkursverlauf) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Analysteneinschätzungen, Aktienkursverlauf) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

WALLDORF (Dow Jones)--Die SAP AG hat sich nach einem soliden dritten Quartal 2007 etwas optimistischer für das Gesamtjahr geäußert. Demnach wird der Produktumsatz nun am oberen Ende der Prognosespanne gesehen. Obwohl sich Analysten überwiegend positiv zu den Quartalszahlen äußern, strafen Anleger das SAP-Papier mit Kursverlusten ab. Mit einem Minus von rund 3,7% auf 38,15 EUR ist die Aktie am Mittag größter Verlierer in einem etwas leichteren DAX.

Analysten hatten im Vorfeld für die Vorlage der Drittquartalszahlen vor allem die Aussagen des Managements zur Entwicklung im Gesamtjahr in den Blickpunkt gerückt. Im dritten Quartal blieb SAP beim Umsatz im Rahmen der Analystenprognosen, das operative Ergebnis fiel besser als erwartet aus.

Für die Analysten von Credit Suisse (CS) legte SAP am Morgen insbesondere im operativen Geschäft über den Erwartungen liegende Zahlen vor. Die starke Entwicklung in Europa sei bestätigt worden und in Amerika sei das Geschäft stabil, so die CS-Analysten. Sie rechnen angesichts des weiter starken organischen Wachstums bei SAP mit weiteren Hochstufungen des Papiers. CS hat SAP mit Outperform und einem Kursziel von 46,50 eingestuft.

Die LBBW sieht die SAP-Zahlen als "weitgehend unseren Erwartungen" entsprechend. Vor dem Hintergrund der anhaltend dynamischen Umsatzentwicklung behalten die Analysten ihr Kursziel 45 EUR und das Rating "Kaufen" bei.

Die Analysten der UniCredit bewerten die zweistelligen Wachstumsraten in allen Regionen als "positiv" und stufen die Aktie unverändert als "Buy" mit Kursziel 51,25 EUR ein. Auch die WestLB spricht von sehr soliden Drittquartalszahlen, die jegliche Sorgen um eine Schwäche in Nordamerika zerstreut hätten. Für die Aktie ist die WestLB allerdings pessimistischer als die meisten anderen Analysten, sie bestätigt das Papier mit "Reduce" und einem Kursziel von 35 EUR.

Trotz der positiven Analystenkommentare zeigt der SAP-Kurs am Berichtstag nur in eine Richtung - nach unten. Von technisch orientierten Gewinnmitnahmen sprechen daher Händler. Negatives sei am Quartalsbericht nicht zu sehen, heißt es. Wie befürchtet liege aber bei 40 EUR zunächst der "Deckel" auf dem Kurs. Der Kurs habe wie erwartet die 40er Marke getestet. Da er sie aber nicht überwunden habe, hätten dann Verkäufe eingesetzt. Unterstützt sei der Kurs bei 38,50 EUR.

Die UniCredit-Analysten vermuten, dass dem Markt möglicherweise nicht gefalle, dass der Walldorfer Konzern seinen Ausblick "lediglich" bestätigt habe. Diese Guidance lasse zwei Interpretationsmöglichkeiten zu: Zum einen könnte es ein bewusstes Dämpfen der Erwartungen durch das Management sein, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr zweimal die Erwartungen verfehlte. Zum anderen könnte das auch ein Hinweis sein, dass SAP eine Veränderung der bislang starken Nachfrage verzeichne. Nach Einschätzung der UniCredit sind "operative Trends" aber in Ordnung.

Im dritten Quartal wuchs das Produktgeschäft von SAP mit zweistelligen Wachstumsraten. Die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse legten im Berichtszeitraum um 13% auf 1,74 Mrd EUR zu. Die von Analysten und Investoren genau beobachteten Softwareerlöse erhöhten sich dabei um 11% auf 715 Mio EUR. Der Konzernumsatz stieg insgesamt um 9% auf 2,42 Mrd EUR. Bei allen Umsatzkennziffern blieb das Unternehmen im Rahmen der Analystenerwartungen.

"Das dritten Quartal ist ein weiteres starkes Quartal, in dem der Umsatz der SAP mit Software und softwarebezogenen Services in allen Regionen zweistellig zugenommen hat", wird SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann. Im Berichtszeitraum habe SAP weitere Anteile unter den Anbietern von Core Enterprise Applications hinzugewonnen. Der weltweite Anteil von SAP unter diesen Anbietern lag den Angaben zufolge bei 27% zum Ende des dritten Quartals 2007. Dies entspreche einem Zuwachs von 3,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreswert.

Für das Gesamtjahr bekräftigte SAP ihre Umsatz- und Ertragsprognosen im Wesentlichen, präzisiert aber die Umsatzprognose. Demnach wird der Umsatz bei den Software und softwarebezogenen Serviceerlösen nun am oberen Ende der Prognosespanne gesehen. SAP rechnet hier mit einem Umsatzwachstum von rund 12% bis 14% im Vergleich zum Vorjahr.

Die operative Marge im Geschäftsjahr werde unverändert zwischen 26% und 27% erwartet. Im Vorjahr hatte SAP hier noch 27,3% erwirtschaftet. SAP begründet den erwarteten Rückgang mit den zusätzlichen Investitionen in das neue Mittelstandsprodukt Business ByDesign. Diese sollen sich bis Ende 2008 auf etwa 300 Mio bis 400 Mio EUR belaufen, bekräftigte der DAX-Konzern am Berichtstag frühere Aussagen. In den ersten neun Monaten habe das Unternehmen hier rund 85 Mio EUR investiert. Im ersten Halbjahr lag dieser Wert noch bei rund 50 Mio EUR.

Deutlich größere Investitionen stehen für SAP bei der Übernahme der Business Objects an. Sie hat ein Gesamtvolumen von mehr als 4,8 Mrd EUR. Trotz der geplanten Übernahme hält SAP im laufenden Jahr aber im Wesentlichen an ihren geplanten Aktienrückkäufen fest. Im dritten Quartal habe das Unternehmen rund 6,2 Mio Aktien im Wert von 250 Mio EUR zurückgekauft. SAP kündigte dabei an, "angesichts der starken Generierung von Free Cashflow", im laufenden vierten Quartal in etwa genauso viel in den Rückkauf eigener Aktien zu investieren wie im dritten Quartal.

In den ersten neun Monaten 2007 kaufte SAP nach eigenen Angaben 20,4 Mio Aktien für einen Gesamtbetrag von 756 Mio EUR zurück. SAP hatte im Juli bei der Vorlage der Zweitquartalszahlen angekündigt, dass die Aufwendungen für Aktienrückkäufe 2007 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen sollen. Damals hatte SAP rund 1,1 Mrd EUR ausgegeben.

In Folge der Übernahme der Business Objects hatte SAP-Finanzvorstand Werner Brandt allerdings gesagt, dass die Milliardenübernahme auch Einfluss auf das laufende Aktienrückkaufprogramm von SAP in den kommenden zwei Jahren haben werde. In den ersten neun Monaten 2007 erwirtschaftete SAP nach eigenen Angaben einen operativen Cashflow von 1,34 Mrd EUR und einen Free Cashflow von 1,05 Mrd EUR. Zum 30. September verfügte SAP über liquide Mittel von 2,6 Mrd EUR.

Webseite: http://www.sap.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 - 5521 4030 industry.de@dowjones.com DJG/abe/brb

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