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11.08.2009

UPDATE2: Bechtle verzeichnet im zweiten Quartal Gewinneinbruch

(NEU: Aussagen aus Telefonkonferenz, Aktienkurs) Von Philipp Grontzki DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Aussagen aus Telefonkonferenz, Aktienkurs) Von Philipp Grontzki DOW JONES NEWSWIRES

NECKARSULM (Dow Jones)--Wegen der anhaltenden Nachfrageflaute hat der IT-Dienstleister Bechtle AG im zweiten Quartal wie erwartet Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Wie das TecDAX-Unternehmen aus Neckarsulm am Dienstag mitteilte, brach das Ergebnis vor Steuern zwischen April und Ende Juni um 40,6% auf 6,8 Mio EUR ein. Der Umsatz erreichte 322,6 Mio EUR, was einem Minus von 6,3% entspricht.

"Die schlechte aktuelle Lage und die unsicheren Zukunftsaussichten führten zu starker Zurückhaltung der Unternehmenskunden bei Investitionen in ihre IT", erklärte Bechtle mit Blick auf den IT-Markt. "Lediglich die Zukunftsprognosen haben sich im zweiten Quartal etwas verbessert." Vorstandssprecher Thomas Olemotz sagte, es seien zwar erste Anzeichen einer konjunkturellen Bodenbildung erkennbar, das Geschäftsjahr 2009 bleibe insgesamt aber herausfordernd.

Auch für das laufende dritte Quartal geht Olemotz von Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahr aus. Beim Vorsteuergewinn soll der prozentuale Rückgang zum Vorjahr gegenüber dem zweiten Quartal dabei verringert werden, sagte der Manager in einer Telefonkonferenz. Ob dies auch beim Umsatz machbar sei, wollte er nicht einschätzen. "Umsatz ist für mich nicht das Entscheidende."

Den Großteil der Einnahmen erzielt Bechtle im Segment Systemhaus, das für überwiegend mittelständische Kunden vollen Service rund um das Thema IT anbietet. Die Aktivitäten sind dabei auf Deutschland, Österreich und die Schweiz begrenzt. Daneben hat Bechtle auch eine Handelssparte, die etwa Hardware, Software und IT-Zubehör in mehreren europäischen Ländern an Geschäftskunden direkt vertreibt.

Für Bechtle ergibt sich derzeit nach eigenen Angaben insgesamt ein gemischtes Bild. So stünde fehlenden Aufträgen aus Branchen wie beispielsweise dem Automobilbau und der chemischen Industrie eine positive Entwicklung etwa im Bereich der öffentlichen Auftraggeber gegenüber.

Das Unternehmen hat bislang mit Kurzarbeit sowie vereinzeltem Stellenabbau auf die Krise reagiert und kündigte am Dienstag an, weiterhin auf "differenzierte" Maßnahmen zur Ertragssicherung zu setzen. Hauptinstrument ist dabei laut Olemotz weiterhin Kurzarbeit, allerdings schloss er auch nicht aus, dass mitunter weitere Stellen gestrichen werden. Daneben würden auch Investitionen verstärkt auf den Prüfstand gestellt.

So wird laut Olemotz die Expansion des Handelssegments, wo Bechtle ursprünglich noch für 2009 den Eintritt in einen Ländermarkt in Osteuropa geplant hatte, zeitlich verschoben. Dieser Schritt werde in diesem Jahr nun "nicht spürbar" gegangen, sagte Olemotz, verwies aber darauf, dass die Vorarbeiten für diesen Markteinstieg noch 2009 abgeschlossen werden sollen.

Einen konkreten Ausblick für 2009 gab das Unternehmen weiterhin nicht ab. Bechtle bekräftigte aber erneut, dass Umsatz und Ergebnis im Gesamtjahr spürbar unter dem Niveau von 2008 liegen werden. Damals erreichten die Werte 1,43 Mrd bzw 61,5 Mio EUR.

Die Bechtle-Aktie gab bis 12.09 Uhr um 1,9% auf 14,82 EUR nach.

Webseite: www.bechtle.com -Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107, philipp.grontzki@dowjones.com DJG/phg/brb

Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.