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21.04.2010

UPDATE2: Bosch startet mit Schwung ins Jahr 2010

(NEU: Weitere Details)

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Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch will nach einem herben Verlust 2009 in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. "2010 ist ein Jahr des Aufholens", sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des Stiftungskonzerns, am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz am Firmensitz in Stuttgart. "Wir wollen wieder zu einem positiven Ergebnis zurückkehren."

Der Start in das neue Jahr ist gelungen: Die Einnahmen legten in den Monaten zwischen Januar und März um etwa ein Viertel zu, im Geschäft mit der Automobilindustrie fiel das Plus sogar noch stärker aus. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass das Auftaktquartal der Tiefpunkt im Krisenjahr 2009 gewesen war.

Den Umsatz will die Robert Bosch GmbH auf Gesamtjahressicht dank einer merklichen Erholung auf allen Märkten - vor allem aber in Indien und China - um mehr als 10% auf 42 Mrd EUR steigern. Ziel sei es, den Rückgang bei den Erlösen aus dem Vorjahr nahezu wieder wett zu machen, erklärte Fehrenbach. Im kommenden Jahr sei es sogar möglich, das Vorkrisenniveau von 2007 wieder zu erreichen. Beim Ergebnis werde es wohl eher 2012 als 2011 so weit sein.

Den stärksten Rückenwind verspricht sich Bosch vom Autozuliefergeschäft außerhalb Europas. Denn der für das Unternehmen traditionell bedeutende europäische Markt entwickele sich noch nicht sehr positiv. Auch für Mittel- und Osteuropa stellten die Stuttgarter eine Wende zum Besseren in Aussicht.

"Langfristig gibt es keinen Grund, von unseren selbstgesetzten Umsatz- und Ergebnismaßstäben abzurücken: Rund 8% jährliches Wachstum, gut 7% Vorsteuerrendite", so Fehrenbach. In diesem Jahr werde der Abstand zur Zielrendite aber noch "beträchtlich" sein.

2009 hatte Bosch schwer unter der Wirtschaftskrise gelitten. In der ersten Jahreshälfte bereitete dem Traditionskonzern vor allem das Geschäft mit der Automobilindustrie Sorgen. Als sich die wichtigste Abnehmerbranche dann in den zweiten sechs Monaten dank der in vielen Ländern implementierten Verschrottungsprämien etwas erholte, hinterließen die wegbrechenden Aufträge aus dem spätzyklischen Maschinen- und Anlagenbau tiefe Spuren in der Bilanz.

Auf Konzernebene brachen die Einnahmen in der Folge um 15% auf 38,17 Mrd EUR ein. Zudem fiel der erste Verlust in der Nachkriegsgeschichte an: Vor Steuern lag das Minus bei knapp 1,2 (+0,94) Mrd EUR und unter dem Strich bei gut 1,21 (+0,37) Mrd EUR. Für die herben Verluste waren vor allem Restrukturierungskosten und Abschreibungen auf das Solargeschäft verantwortlich.

"2009 war das schwierigste Jahr der jüngeren Wirtschaftsgeschichte. Für Bosch brachte es einen tiefen Einschnitt in einem langen Aufwärtstrend", erklärte Fehrenbach. Nun sei aber gelungen, die Wende zu schaffen.

Um der Krise zu begegnen, hatte Bosch frühzeitig ein striktes Sparprogramm aufgelegt, in dessen Zuge die weltweite Belegschaft um rund 11.000 Beschäftigte auf etwa 270.000 zurückging. Zudem will das Unternehmen das Geschäft breiter aufstellen, um die Abhängigkeit von der konjunktursensiblen Autoindustrie zu reduzieren. Dabei setzen die Stuttgarter vor allem auf die Bereiche Umwelttechnologie und Energieeffizienz.

Das Ziel ist es, künftig etwa die Hälfte der Einnahmen mit Kunden außerhalb der Autoindustrie zu generieren; im Moment sind es gut 40%. Vor diesem Hintergrund kaufte Bosch 2008 den Solarzellenhersteller ersol für mehr als 1 Mrd EUR. Nach der Übernahme richteten die Schwaben den neuen, eigenständigen Geschäftsbereich Solar Energy ein und bauten diesen seither aus: Im Spätsommer des vergangenen Jahres folgte der Kauf des Modulherstellers aleo solar.

2010 will Bosch 1,5 Mrd EUR im Geschäft mit erneuerbaren Energien erwirtschaften. 2009 war es trotz einer leichten Zunahme etwa ein Drittel weniger gewesen.

Auch in diesem Jahr wird Bosch wohl wieder Geld in die Hand nehmen, um zuzukaufen. In den internen Planungen seien jährlich 1 Mrd bis 2 Mrd EUR für Akquisitionen vorgesehen, erklärte der scheidende Finanzvorstand Gerhard Kümmel.

Webseite: www.bosch.de - Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 297 25 114; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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